Archiv für den Monat: September 2013

Türkei: die ersten Schultage

 

mein Schultisch mit meinen besten Freunden (Wasser und Lexikon)

Mein Schultisch und meine besten Freunden (Wasser und Lexikon).

Mein erster Schultag begann mit einer türkischen Tradition, von der ich bisher noch nichts gehört hatte. Das Szenario geht so: Die Schüler reihen sich, in Klassen geordnet, auf. Es sind Striche mit den jeweiligen Klassennamen auf dem Schulhof gepinselt worden. So weiß jeder, wo er stehen muss. Ich stand plötzlich in der ersten Reihe vor meiner Klasse. Dass niemand vorne stehen will, hat seinen Grund. Denn die Montage beginnen immer mit einer Ansprache des Schulleiters, deren Inhalt ich leider nicht verstand. Nur ist das Mikrofon so laut und schlecht eingestellt, dass ich mir die Ohren zuhalten musste. Und das ist der springende Punkt. Man muss nämlich gerade stehen, die Arme an den Körper gelegt, erst recht, wenn man in der ersten Reihe steht. Die Krönung war, dass alle Schüler die türkische Nationalhymne sangen, auf eine recht unmelodische Weise. Auch die Musiklehrerin dirigierte eher halbherzig. Ich musste mir das Lachen verkneifen.

Hier ist der Link: http://www.youtube.com/watch?v=hpw4dHcGxK4

…und die Übersetzung:

Fürchte nicht, die in dieser Morgendämmerung wehende rote Fahne kann nicht vergehen;
Solange das allerletzte Herdfeuer, das in meiner Heimat brennt nicht erloschen ist.
Sie ist der Stern meines Volkes, sie wird leuchten;
Mein ist sie, allein meinem Volk gehört sie.


Verziehe, um Gottes Willen, nicht dein Antlitz, du, empfindsamer Halbmond!
Lächle meinem heldenhaften Volk zu! Warum diese Heftigkeit, warum dieser Zorn?
Unser vergossenes Blut wird dir sonst nicht zu eigen werden.;
Unabhängigkeit, das ist das Anrecht meines an Gott betenden Volkes!

Quelle: Wikipedia

Wie ihr euch vorstellen könnt, war ich etwas schockiert, denn als Deutsche habe ich schon Angst, nationalistisch zu wirken, zum Beispiel wenn ich eine deutsche Flagge aus dem Fenster hänge. Hier ist das ganz normal. Überall hängen türkische Fahnen.

Ansonsten, so wurde mir gesagt, handele es sich bei der „Cihat Kora Anadolu Lisesi“ um eine sehr moderne Schule. Das kann sein, ich habe keinen Vergleich. Aber als ich den Klassenraum betrat, fühlte ich mich kurz verloren. Die Möbel sind wohl irgendwo übrig geblieben. Es sind Schreibpulte und kleine Sitzbänke, super geeignet für einen historischen Film. Ich habe mich mittlerweile damit angefreundet. Meine neuen Klassenkameraden beobachteten mich neugierig. Ich fühlte mich ein bisschen wie im Zoo. Die ersten beiden Stunden blieb das auch so, weil keiner mit mir englisch sprechen wollte und der Lehrer auch gar keine Fremdsprachen beherrscht.

Dann aber begann der Englischunterricht. Ich stellte mich vor und bewies, dass ich nicht beiße. Meine Mitschüler wurden plötzlich redselig. Wir hatten so oder so nichts besseres zu tun. In der ersten Woche – so wurde mir erklärt – lernt eh keiner etwas. Das stimmte auch. Die Lehrer machten keinen Unterricht und wir eigentlich auch nichts.

Ich war plötzlich unglaublich glücklich, ein Austauschschüler in der Türkei zu sein. Besonders, weil die Türken sehr herzlich sind und nicht so kühl wie die Deutschen. Der größte Unterschied ist das Schüler-Lehrer-Verhältnis. In Deutschland ist der Lehrer eine Respektsperson, oder auch nicht, aber vor allem jemand, der versucht, einem möglichst viel Wissen beizubringen. Auf persönlicher Ebene hat man eher wenig miteinander zu tun. In der Türkei ist der Lehrer ein Freund und Helfer und wird Hocam (mein Lehrer) genannt. Die Schüler lieben ihre Lehrer und die Lehrer ihre Schüler. Es wird fleißig umarmt und geküsst.

Auch zu mir sind die Lehrer sehr nett. Mit Ausnahme der Englisch- und Deutschlehrer können sie allerdings nur türkisch, was manchmal schwierig ist. So schüttelte mir eine Lehrerin die Hand, sagte etwas zu mir (es war ihr Name, was mir aber nicht klar war) und deshalb sagte ich gar nichts – und so starrten wir uns an.

Soweit so gut, liebe Grüße aus Izmir 🙂

 

Ecuador: der erste Monat

Am 23. August bin ich in Ecuador angekommen und inzwischen lebe ich schon einen Monat hier. So langsam gewöhne ich mich an mein neues Leben und lerne immer mehr dazu.

Alle AFS Austauschschüler 2013/14 Ecuador im Arrival Camp in Quito.

Alle AFS Austauschschüler 2013/14 Ecuador im Arrival Camp in Quito.

Nach meinem Arrival Camp in Quito, dass über ein Wochenende ging, bin ich am 25. August mit 16 anderen Austauschschülern nach Guayaquil geflogen. Dort empfing mich meine Gastfamilie.
Guayquil ist die größte Stadt Ecuadors und liegt im Südwesten an der Küste. Da Ecuador am Äquator liegt, gibt es keine Jahreszeiten und das Wetter ist immer schön warm.
Ich wohne im nördlichen Zentrum der Stadt, in einem vierstöckigen Haus ohne Garten. In meiner Straße gibt es zwei Parks und das Dach des Hauses ist begehbar.

Die Aussicht über einen Teil Guayaquils von dem Dach des Hauses.

Die Aussicht über einen Teil Guayaquils von dem Dach des Hauses.

In der Wohnung meiner Gasteltern wohne ich zusammen mit meiner neuen, 17-jährigen Schwester und zwei Neffen (14 und 16 Jahre alt). Sie sind allerdings wie Brüder für mich.
Im untersten Stock wohnt meine Großmutter. Familie ist hier sehr wichtig und meine ist sehr groß – mit vielen Kindern. Das gefällt mir sehr. Ich habe noch einen älteren Bruder, der auch in Guayaquil mit seiner Familie wohnt. Außerdem kommen sehr oft Tanten, Onkel, Cousinen oder Cousins zu Besuch.

Ein Teil meiner Familie beim Familienessen. An diesem Tag habe ich das erste Mal Krebse gegessen. Meine Gasteltern haben mir ganz oft erklärt, wie man sie isst.

Ein Teil meiner Familie beim Familienessen. An diesem Tag habe ich das erste Mal Krebse gegessen. Meine Gasteltern haben mir ganz oft erklärt, wie man sie isst.

Seit zwei Wochen gehe ich im „Centro Educativo Miraflores“ zur Schule. Es gefällt mir dort sehr. Mit mir sind noch zwei weitere Austauschschüler aus Deutschland und Belgien an der Schule. Wir wurden von Beginn an sehr lieb begrüßt, unglaublich freundlich aufgenommen und sofort mit Fragen überhäuft, von denen ich nur einen Teil verstanden habe. Man hat sofort diese südamerikanische Offenheit gespürt, wie man sie in Deutschland eher selten gegenüber neuen Schülern kennenlernt. Wir sind alle in unterschiedliche Kurse eingeteilt worden und mein Kurs heißt Segundo Bachillerato C. Dort habe ich inzwischen schon Freunde gefunden und ich wurde schon auf viele Aktivitäten eingeladen, wie zum Beispiel Paintball spielen oder ins Kino gehen. Das mit dem Paintball hat zwar leider nicht geklappt, aber das machen wir ein anderes Mal.

Mein erster Schultag

Mein erster Schultag.

Die anderen beiden Austauschschüler an meiner Schule (Takis aus Deutschland und Teresa aus Belgien)

Die anderen beiden Austauschschüler an meiner Schule: Takis aus Deutschland und Teresa aus Belgien.

Schule ist in Ecuador ganz anders, als ich es aus Deutschland gewöhnt bin. Wir haben jeden Tag von 7.45 bis 14.15 Uhr Unterricht und nur 30 Minuten Pause. Allerdings kommen die Lehrer manchmal gar nicht oder es gibt irgendwelche Aktivitäten, weshalb der Unterricht ausfällt. Der Unterricht an sich hat ein niedrigeres Niveau als in meiner Schule in Deutschland. In Biologie, Literatur und vielen anderen Fächern kann ich es aber auch noch nicht richtig beurteilen, weil ich in diesen Stunden noch wenig verstehe.

Aktuell ist hier Examenswoche und deshalb habe ich jetzt schon Ferien, weil ich die Klausuren nicht mitschreiben muss. Für meine Geschwister beginnen die zweiwöchigen Ferien allerdings erst nächste Woche. Ich denke, dass ich in den Ferien mit meiner Familie nach Salinas fahren werde. Dort besitzt meine Familie ein Appartment am Strand.

Ich habe den ersten Monat sehr genossen. Aber natürlich habe ich auch Heimweh und vermisse meine Familie und Freunde. Es ist nicht immer einfach, aber die Leute hier sind toll. Mit dem Spanisch geht es immer besser voran.

Der Alltag beginnt …

Nachdem der erste Monat in Peru um ist, hat so langsam das Alltagsleben angefangen.

Erstmal erzähle ich etwas über meine Schule: Ich gehe auf eine private, sehr kleine Schule, was ich aber gut finde, weil ich das aus Deutschland schon kenne. Das Niveau meiner Schule ist für die Peruaner schon höher, für mich eher niedriger, aber ich kann hier trotzdem noch viel lernen.

Morgens im Kombi

Morgens im Kombi

Weiterlesen

Auf dem Mahana Yehuda Markt

Gestern Abend waren gemeinsam mit allen anderen Israel-Freiwilligen auf dem Mahana Yehuda Markt in der Jerusalemer Neustadt.

Dort werden, wie man sich das für einen orientalischen Markt vorstellt, lautstark Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Brot, Kleidung, Drogerieartikel, Kuchen, Souvenirs, uns unbekannte Gewürze und vieles andere zu kauen. Lautstark preisen die Händler ihre Ware an und feilschen um die besten Preise.Nicht zu beschreiben, sind viele interessanten, frischen Gerüche von Gewürzen, frisch gebackenen Brot und Tee, der serviert wird.

DSC_3967

Weiterlesen

Türkei – türkisches Taxifahren/ Dolmuş

Dolmuş bedeutet soviel wie gestopft, das wusste ich aber nicht …

Ein bisschen deutsch, dieser Gedanke kam mir auch, als mich Gökce in ein Dolmuş setzte. Ein Dolmuş ist eine Kombination aus Taxi und Bus, es fährt eine feste Strecke und hält überall an wo jemand steht und den Arm hochhält, wenn man also erst bei der Endhaltestelle aussteigt erlebt man ein lustiges Kommen und Gehen. Außerdem hält ein Dolmuş an „geeigneter Stelle“, die ihm der Kunde bedeutet, das kann auch alle 20 Meter ein Halt sein. Nur das wusste ich alles nicht, und setzte mich mit deutschen Erwartungen in dieses Sammeltaxi.

Weiterlesen