Erste Eindrücke

Jetzt bin ich schon seit zwei Wochen hier in Peru und habe schon so viel wie noch nie in meinem Leben erlebt.

Nach der Ankunft in Lima mussten ich und sieben weitere Austauschschüler 16 Stunden Bus fahren, bis wir endlich in Piura, einer Stadt ganz im Norden von Peru, angekommen sind. Das war ziemlich anstrengend und alle waren froh, als wir endlich da waren.

Am Busbahnhof wurden wir dann von unseren Familien abgeholt. Meine Familie und ich sind mit dem Taxi nach Hause gefahren, wobei der Taxifahrer meinen riesigen Koffer einfach auf das Dach des Taxis geschnallt hat. Das war sehr merkwürdig… Zuhause angekommen musste ich meinen Koffer in die in der fünften Etage liegenden Wohnung tragen, natürlich gab es keinen Fahrstuhl. Es ist eine recht kleine Wohnung,aber das ist kein Problem. Mit meiner Gastfamilie habe ich mich von Anfang an sehr gut verstanden. Sie können zum Glück ein bisschen Englisch, was die Kommunikation sehr erleichtert, aber sie bringen mir auch ganz viel Spanisch bei. Ich merke, wie ich von Tag zu Tag besser mit dem Spanischen zurechtkomme.

Mein erster Eindruck von der Stadt ist, dass sie sehr lebendig ist. Piura hat ca. 360.000 Einwohner und ist daher sehr voll, aber mir gefällt das, denn es ist immer etwas los hier.
In der ersten Woche bin ich noch nicht zur Schule gegangen, deswegen hat mich meine Gastmutter vormittags immer mit zu ihrer Grundschule genommen, wo sie als stellvertretende Schulleiterin arbeitet. Dort habe ich Ordner sortiert oder Zahlen verglichen. In der Pause kamen ganz viele Kinder an und wollten alles über mich wissen, aber ich habe sie leider meistens nicht verstanden. Nachmittags bin ich dann immer mit meiner Gastschwester zu einem Englischinstitut gegangen, wo sie Englisch lernt. Das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, da ich alles verstehen konnte.
Meine Familie hat kein Auto, deswegen fahren wir immer mit Bussen, Kombis (kleiner Bus), „Motos“ oder Taxis. In Peru gibt es keine Haltestellen, man winkt das Fahrzeug einfach heran und wenn man aussteigen will, sagt man dem Fahrer, wo er anhalten soll. Das war am Anfang komisch für mich, aber inzwischen ist das selbstverständlich geworden. Auf der Straße muss man aufpassen, dass man nicht überfahren oder beklaut wird. Hier gibt es irgendwie keine Verkehrsregeln, alle fahren da, wo Platz ist.
Die Armut ist auch ein großes Problem hier. Es hat mich sehr beeindruckt, wie viele Bettler und Verkrüppelte hier herumlaufen und keiner sich um sie kümmert. Wenn wir einen merkwürdig aussehenden Mensch sehen, wechseln wir zum Beispiel immer die Straßenseite. Vor allem ich als weißes Mädchen muss besonders aufpassen, denn die Menschen denken sofort, dass ich viel Geld bei mir habe. Ich werde auch von allen Menschen auf der Straße angestarrt, weil nur selten weiße Menschen hier herumlaufen. Das ist ein komisches Gefühl und nach einiger Zeit nervt es mich auch.
Allgemein ist das Leben hier einfach anders, aber mit der Zeit gewöhne ich mich immer mehr daran.

Sogenannte "Motos" = Taxis auf drei Rädern

Sogenannte „Motos“ = Taxis auf drei Rädern

Dieser Beitrag wurde am von in Lebensgefühl veröffentlicht. Schlagworte: .
Selma Klee

Über Selma Klee

Selma Klee (16) aus Rathjensdorf ist Schülerin am Gymnasium Schloss Plön. Sie geht mit der Organisation AFS für ein Jahr nach Peru. Sie spielt Klavier und Posaune und liebt Sport – insbesondere Basketball und Leichtathletik. „Hoffentlich akzeptiert mich meine Gastfamilie – und hoffentlich finde ich Freunde“, sagt sie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.