… und schon ist der erste Monat um

Jetzt bin ich schon seit über einem Monat weg zu Hause und habe noch nie in meinem Leben so viel in so kurzer Zeit erlebt und gelernt.

Aber von Anfang an: Am Abreisetag bin ich mit dreizehn anderen deutschen Austauschschülerinnen von Hamburg aus mit dem Bus nach Ry (ein kleines Dorf im Herzen von Jylland) zu einer Vorbereitungswoche gefahren. Die Vorbereitungswoche war hatten wir zusammen mit allen YFU-Austauschschülern aus der ganzen Welt und wir haben eine Menge über dänische Kultur, Eigenheiten und auch die Sprache gelernt. Außerdem sind wir an einem Tag auf den höchsten Punkt Dänemarks, den Himmelbjerg, der gerade einmal 147 m hoch ist, gelaufen. Man merkt, dass sich die Landschaft nicht groß von Norddeutschland unterscheidet.

Die Aussicht vom Himmelbjerg

Die Aussicht vom Himmelbjerg

Nach sieben Tagen Spaß, Unterricht und interkulturellem Austausch haben uns dann unsere Gastfamilien abgeholt und für mich ging es in einer zweistündigen Autofahrt in das kleine Dorf Hjadstrup im Norden der Insel Fyn. Zu Hause angekommen ist mir dann aufgefallen, dass ich gar nicht in Hjadstrup, sondern noch außerhalb mitten im nirgendwo wohne und im Umkreis von einem Kilometer nur Wiesen, Felder und Bäume sind und mein nächster „Nachbar“ doch etwas weiter weg wohnt.

Am Mittwoch, dem 14. August hat dann die Schule angefangen und die Unterschiede sind doch größer als ich erwartet habe. Es gibt einige Unterschiede zwischen dem deutschen und dem dänischen Schulsystem/-leben:
Es ist hier alles sehr viel moderner als an meiner Schule in Deutschland. Z. B. habe ich her kaum noch Bücher, aber muss dafür jeden Tag meinen Laptop mit zur Schule nehmen. Außerdem habe mir keine normale Tafel mit Kreide mehr sondern nur ein White Board (Ich glaube zumindest, dass das Teil so heißt.), das immer mit dem Laptop es jeweiligen Lehrers verbunden wird.
Meine Schulstunden dauern hier 100 Minuten und ich habe auch keinen regelmäßigen Stundenplan, sondern muss ihn, wie auch meine Hausaufgaben, im Internet, auf „Lectio“, einem Programm, das in ganz Dänemark von den Schulen genutzt wird, nachgucken. Da sind wir wieder bei dem Punkt, dass es hier moderner ist.

Man schreibt hier außerdem keine Klausuren zur Leistungsüberprüfung. Anstatt denen bekommt man große Hausaufgaben auf die sich „aflevering“ nennen auf, die man dann über „Lectio“ bei seinem Lehrer einreichen muss. Allerdings werden am Ende jeden Schuljahres auf dem Gymnasium Prüfungen geschrieben.
Ich dachte immer in Deutschland hängen ziemlich viele im Unterricht am Handy rum, aber wir sind nichts gegen die Dänen. Da alle einen Laptop haben sind sie quasi immer online und sind auch die ganze Zeit am schreiben, gucken in Onlineshops nach neuen Klamotten oder gucken sogar YouTube Videos und die meisten Lehrer stört das herzlich wenig.
Und auch mit meinem dänisch läuft es langsam, aber sicher. Dafür, dass ich als ich her gekommen bin beinahe keine Vorkenntnisse hatte kann ich jetzt schon eine Menge verstehen und kann auch kurze Sachen sagen. Allerdings mache ich es mit meinen Freunden in der Schule eher so, dass sie mit mir auf dänisch reden und ich dann auf englisch antworte. Aber der große Unterschied zwischen der Schreibweise und der Aussprache macht das Lernen nicht einfacher. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie einfach ein anderes Wort gesagt haben. Z. B. spricht „meget“, was „viel“ heißt, wie „majelt“ aus und da fragt man sich schon wie die Dänen auf so etwas kommen.
Um die Sprachprobleme zu lösen hat meine Organisation einen Sprachkurs angeboten in dem noch ca. 20 weitere Austauschschüler (auch von anderen Organisationen) und ich in die Geheimnisse der dänischen Sprache eingewiesen werden. In dem Kurs haben wir eigentlich immer Spaß und da dort auch Oldies, also Austauschschüler, die schon seit Januar/Februar in Dänemark sind, teilnehmen kann man auch Erfahrungen austauschen und hören.

Die Aussicht aus meinem Fenster

Die Aussicht aus meinem Fenster

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