Besuch im Haus der Wannseekonferenz

Heute, am 6. September haben wir mit unseren Projektarbeitsgruppen einen Exkursion in die Villa am Wannsee in Berlin gemacht, in der die Wannseekonferenz stattgefunden hat.

Dort hat, neben der Führung durch die Ausstellung und über das Gelände, die Berliner Holocaust-Überlebende Margot Friedländer eine Lesung aus Ihrer Autobiografie „Versuche, dein Leben zu machen“ gehalten.

Sie las vor, wie ihr kleiner Bruder Ralph von der Gestapo abgeholt worden ist und dann sich ihre Mutter ihn begleitete. Sie entkam zunächst den Schergen des Regimes, wurde dann aber nach 14 Monaten, in denen Sie bei verschiedenen Freunden und Helfern in Berlin untergetaucht war, festgenommen und nach Theresienstadt in die heutige Tschechische Republik deportiert. In Theresienstadt lebte sie bis zur Befreiung durch die Rote Armee im Jahre 1945.

Zusammen mit ihrem Mann wanderte sie dann 1946 in die Vereinigten Staaten von Amerika aus und lebte dort dann 52 Jahre.

Sie entschied sich dann im Jahre 2010 für einen Rückumzug in ihre alte Heimat Berlin, um den Nachfolgegenerationen von Leid zu berichten und ein verstärktes Bewusstsein für die Nationalsozialistische Diktatur und ihre Verbrechen zu erzeugen.

Mich persönlich hat diese Lesung mit anschließender Diskussion sehr beeindruckt, da bei mir durch ihre Erzählungen ein weit besseres und auch genaueres Bild und Verständnis der Verfolgung von Menschen im 3. Reich ermöglicht wurde. Maßgeblich trug dabei die Vorstellung bei, dass diese Person, die vor mir saß, persönlich betroffen war. Dadurch entstand eine sehr bedrückende und gleichzeitig authentischere Darstellung, die einem Menschen der Nachfolgegenen Generationen nur schwer möglich ist zu erzeugen.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal Margot Friedländer dafür danken, dass sie sich Zeit genommen hat und uns von Ihrem Leben berichtet hat.

 Nils mit Margot Friedländer

Wannseekonferenz

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