Türkei – warum eigentlich?

Als ich mich bei AFS angemeldet  und die Türkei angekreuzt habe, habe ich das nur getan, weil ich Amerika, Französisch und Spanisch nicht mochte und mich England nicht interessierte, also blieb da nur noch Türkei und Russland, und Russland war mir zu kalt.

Später habe ich festgestellt, dass die Geschichte einiges zu bieten hat, ich meine den Teil mit Atatürk. Man hat sich das einmal vorzustellen, das stolze, alte osmanische Reich, das vielleicht schon etwas lädiert ist, aber immerhin, auf der einen Seite und dieser kleine Mann, der Zucker in seinen Mocca tut und zu viel Anisschnaps trinkt und plant, Vater der Türken zu werden, was ja auch geklappt hat, auf der anderen. Letztlich hat Atatürk das osmanische Reich gründlich ausgeschüttelt, manche Löcher geflickt, einige Fäden getauscht oder ausgewechselt und versucht es vom Geschichts-Muff und Traditions-Staub zu befreien, wie manche andere es wohl mit einem alten Teppich täten.

Ja und die Sprache ist schön, das Türkische besteht fast nur aus Suffixen und ist ganz anders als das Deutsche.  Aber Atatürk hat alle unregelmäßigen Verben rausgeschmissen und alle Unregelmäßigkeiten beseitigt, so ist die Sprache sehr logisch aufgebaut und einfach zu lernen. Aber es ist nicht die Regelmäßigkeit, die dem Türkischen zu diesem besonderen Fluss und Klang verhilft, sondern die Vokalharmonie, nach deren Regel die Suffixe angeglichen werden.

Das sind gute Gründe, oder? Aber je laenger ich hier bin, desto weniger weiß ich wirklich warum. Das macht aber nichts, ich bin gerne hier.

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