Ecuador – Ein typischer Kindergeburtstag

Kindergeburtstage in Ecuador unterscheiden sich sehr von denen, die ich in Deutschland erlebt habe. Wärend die Geburtstagskinder ihren Ehrentag dort klein und meistens nur mit ihren Freunden und kleiner Familie feiern, wird der Geburtstag hier sehr groß geschrieben und zu einem richtigen Event gemacht.

Am Mittwoch hatte Yvanna, die Tochter der Familie der anderen AFS Austauschschülerin Lea, bei der ich zur Zeit wohne, ihren dritten Geburtstag. An dem Tag selbst wurde nicht groß gefeiert und nur die Großeltern kamen, um zu gratulieren und mit der Familie das Geburtstagslied zu singen. Die große Feier fand am Sonntag statt.

Kindergeburtstage haben hier immer ein Thema, wie zum Beispiel Tinkerbell oder, wie in diesem Fall, Minni Maus. Nach diesem Thema wird die gesamte Feier bis in das kleinste Detail ausgerichtet. Es ist hier üblich, dass die Gäste bei der Verabschiedung noch ein kleines Körbchen oder eine Tüte mit Süßigkeiten bekommen. Diese Präsente, die Torte, Luftballons, eine Piñata (eine bunt gestaltete Figur aus Pappmaché) und mehr wurden also passend zu Minni Maus gestaltet. Die Vorbereitungen dafür fingen schon am Donnerstag an und haben auch tatsächlich das ganze Wochenende eingenommen. Am Ende wurde es sogar ein bisschen stressig, weil alles perfekt sein musste. Lea, die andere Austauschschülerin, die elfjährige Gastschwester Gabriela und ich haben 31 Körbchen gebastelt. Elf davon sollten mit Mickey Maus (für die Jungen) und der Rest mit Minni Maus verziert werden. Dafür haben wir erst die Körbe und danach die Figurenköpfe selbst gebastelt und sie danach aufgeklebt. Die Gastmutter Martha hat noch ganz viele Cupcakes gebacken und verziert und Minni-Maus-Haarreifen selbstgebastelt. Wir Kinder haben rote und schwarze Luftballons aufgeblasen, Minni-Maus-Dekorationsbänder aufgehängt, jede Menge kleine Dulces (süße Kekse und Snacks) vorbereitet und den Geburtstagstisch dekoriert.

Diese Geburtstagstische sind Mittelpunkt jeder Feier und auf ihm trohnen immer der Geburtstagskuchen (dieser war ein Minni-Maus-Kopf) und alle möglichen kleinen Süßigkeiten, die alle die passenden Farben haben und den Tisch volllkommen bedecken. An der Wand hängen oft Banner mit dem Namen des Geburtstagskindes und „Feliz Cumpleaños!“

Sobald die ganze Familie, inklusive jedes Cousins und jeder Cousine, und ein paar Freunde eingetroffen sind, werden zuerst einmal Fotos mit dem Geburtstagskind hinter dem Tisch und vor den Bannern, gemacht. Das dauert immer sehr lange, da auch wirklich jeder einmal mit auf das Foto muss. Danach, und auch währenddessen, können sich alle setzten und sich unterhalten. Auf den Kinderfeiern gibt es sehr oft Animateure, die verkleidet sind und mit den Kindern und auch mit den Erwachsenen Spiele spielen und die Leute unterhalten. Es sind dann immer richtige Wettkämpfe, bei denen die Kinder oder Erwachsenen dann zum Beispiel singen und tanzen müssen. Der oder die Gewinner/in bekommt als Preis dann meistens Plastikspielzeug oder Süßigkeiten. Ein wesentlicher Teil dieser Feiern ist das Essen und es gibt immer eine richtige Mahlzeit (ganz typisch ist hierbei „arroz con menestra y pollo“ also Reis mit Eintopf und Hühnchen). Später wurde noch „Feliz Cumpleaños“ mit allen gesungen und, was jedem Geburtstagskind hier passiert, Yvannas Kopf kurz in die Torte gedrückt.

Für Lea und mich war es ein bisschen langweilig, weil wir sehr viel rumsaßen und nicht so viel passiert ist, aber es war trotzdem schön bei einem solchen Familienfest dabei zu sein. Nachdem die meisten Gäste am Abend gegangen waren, kamen noch einige Cousins und Cousinen vorbei und dann wurde es auch für uns unterhaltsam, da wir mit ihnen viel getanzt haben und der Gastvater ganz viele verrückte Perrücken hat. Schlussendlich hat dann die ganze Familie verkleidet Merengue und Reggaeton getanzt und das hat wirklich Spaß gemacht.

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Catinka Schäfer

Über Catinka Schäfer

Catinka Schäfer (16) geht aufs Gymnasium Schloss Plön. Sie lebt mit Hilfe der Austauschorganisation AFS ein Jahr in Ecuador in der Millionenmetropole Guayaquil – der größten Stadt des Landes mit dem wichtigsten Hafen – bei einer Gastfamilie mit drei Geschwistern. Zu Hause in Plön trifft sie gern Freunde, spielt Volleyball und sitzt am Klavier. Ecuador: „Ein kleines Land ganz groß“, sagt sie: „verschiedene Klimazonen, Lebensfreude und Wärme das ganze Jahr – herrlich!“

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