Archiv für den Monat: Dezember 2013

Wundervolle dänische Weihnachtszeit

Unser Haus versank seit Ende November in all dem Weihnachtsnippes, an jeder Ecke in Odense war Weihnachtsbeleuchtung angebracht.K640_DSCF5671
Im Park „Konges Have“ vor dem „Odense Schloss“ wurden bis zu Weihnachten jeden Abend 1000 Fackeln angezündet,
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jeden Tag zum Adventskalender im Fernsehen Æbleskiver, Pfeffernüsse oder eine andere weihnachtliche Süßigkeit essen und die meiner Meinung nach doch sehr entspannte Weihnachtszeit hier in Dänemark genießen. Ich finde, in Deutschland ist die immer sehr hektisch, weil man noch Geschenke besorgen und hier noch was machen und da noch was machen muss – und hier ist es irgendwie nicht so.

Adventszeit
Wie schon gesagt, war pünktlich zum 1. Advent alles geschmückt. In Massen. Sogar im Badezimmer saß ein kleiner Weihnachtsmann. Weil ich am Abend, als alles dekoriert wurde, bei einer Freundin war, bin ich erst aus dem Grinsen nicht mehr raugekommen, weil ich an jeder Ecke mehr Deko gefunden habe.
Wir haben hier eine Menge „Adventskalender“ bzw. Dinge/Rituale, mit denen man zu Weihnachten runterzählt:
Einmal einen aus Schokolade, wie ihn wahrscheinlich auch die meisten in Deutschland zu Hause haben.
Dann haben wir eine „Kalenderlys“, also eine Kerze mit Zahlen drauf, allerdings klappt das mit dem jeden Tag einen Tag abbrennen nicht ganz so gut, weshalb man dann vor Weihnachten etwas in Stress verfällt, wenn am 22. laut der Kerze immer noch der 14. ist.
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Unsere Kalenderlys

Das nächste sind die Adventskalender (dieses Jahr waren es zwei) im Fernsehen. Es ist jeweils eine Geschichte, die um/zu Weihnachten spielt und in 24 Teile aufgeteilt wird. Eigentlich sind es kinderfreundliche Geschichten und auch nicht so spannend oder so, aber bei mir wurde sogar in der Schule manchmal darüber gesprochen, was in der Folge gestern passiert ist.
Die „Adventsgeschenke“. Man bekommt hier jeden Adventssonntag zum Frühstück ein kleines Geschenk.
Genauso wie in Deutschland haben wir auch einen Adventskranz. Eigentlich werden die Kerzen auch traditionell in allen vier “Ecken” platziert, aber mein Bruder hat sich dieses Jahr mal kreativ ausgetobt.
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Unser Adventskranz
Und dann zu guter Letzt die Weihnachtssocke, in der man fast jeden Tag etwas Süßes findet.
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Die Weihnachtssocken von meinen Brüdern und mir

Weihnachtsfeiern

Dann als nächstes gehören Weihnachtsfeiern (Julefrokost) mit zur dänischen Kultur.
Bei mir an der Schule (Ich weiß nicht, ob das nur meine war oder ob man das für ganz Dänemark sagen kann) hat jede Klasse sich für Donnerstagabend (also in der Nacht vorm letzten Schultag) eine eigene Weihnachtsfeier  privat organisiert. Zu einer typischen dänischen Weihnachtsfeier gehören auf jeden Fall das Essen – Flæskesteg (Schweinebraten), Medister (eine bestimmte Art Wurst), Tarteletts mit Huhn und Spargel, Backfisch, Leberpastete mit Speck und Pilzen, braune (gezuckerte) Kartoffeln und Rotkohl und das alles (mal von den Tartelettes abgesehen) wird mit Rugbrød (dänisches Schwarzbrot) gegessen. – und dann noch Snaps und Julebrygg (Weihnachtsbier).

Heiligabend

Weihnachten wird in Dänemark auch am 24. Dezember gefeiert, man geht nachmittags in die Kirche, und auch die Geschenke werden am 24. abends ausgepackt.
Mein Weihnachten:
Am Abend des 23. sind wir zu meinem Gastonkel gefahren, wo wir die kompletten Weihnachtsfeiertage verbracht haben.
Am 24. haben wir schon morgens angefangen, das Essen vorzubereiten. Das Weihnachtsessen ist hier sehr traditionell, und man kann sich sicher sein, dass ganz Dänemark um 6 Uhr abends am Tisch sitzt und jeder das Gleiche isst. Das Weihnachtsessen ist Schweinebraten und/oder Gans/Ente, Medister, weiße (ganz normale, gekochte) Kartoffeln, braune Kartoffeln (in Zucker und Butter gebratene Glaskartoffeln), Rotkohl und gesalzene Chips (ich bin mir nicht ganz sicher, wie das da mit reinpasst).
Am Nachmittag sind wir in die Kirche gefahren und haben die Weihnachtsmesse besucht. Die Kirche war proppenvoll, allerdings ist das auch der einzige Tag im Jahr, an dem die meisten Dänen in die Kirche gehen, obwohl sie beinahe alle Mitglieder der Folkekirke (die evangelische Kirche Dänemarks) sind.
Wieder zu Hause wurde das Essen weiter gekocht, die Disney-Weihnachtsshow geguckt, und wir haben uns noch den Rest des Adventskalenders angesehen und dann, wie schon gesagt, um 6 Uhr abends gegessen.
Nach dem Essen sind wir um den Weihnachtsbaum getanzt
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Unser Weihnachtsbaum (Hier werden die Geschenke schon vor dem Heiligabend runtergelegt.)

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Der Weihnachtsbaum von Freunden, den ich hier eigentlich nur mit reingenommen habe, weil er wie auch viele andere Bäume hier mit dänischen Flaggen geschmückt wurde. Das jemand die Flagge an den Baum hängt, hätte ich mir in Deutschland nie vorstellen können.

Und wir haben Weihnachtslieder gesungen.
Folgende sind recht traditionell:
Et barn er født i Betlehem – http://www.youtube.com/watch?v=bT_Zje9LeNg
Dejlig er den himmel blå – http://www.youtube.com/watch?v=vS_m_knV1lA
Dejlig er jorden – http://www.youtube.com/watch?v=5OPKZCaIiiE
Søren Banjomus – http://www.youtube.com/watch?v=hasJBmVzt-

Noch zwei Weihnachtslieder, die mir immer wieder über den Weg gelaufen sind, aber nicht traditionell sind (glaube ich).
Jul i Angora – http://www.youtube.com/watch?v=jbSGfexC9xk
Jesus og Josefine – http://www.youtube.com/watch?v=FhKZ2Y1hVMg

Peru – Abschlussball

In den letzten zwei Wochen war das einzige Gesprächsthema in der Schule: der bevorstehende Abschlussball. Alle haben sich ausgetauscht, welche Farbe ihr Kleid hat, welche Frisur sie machen wollen und wer ihr Begleiter ist. Ein großes drunter und drüber. Alle mussten sich einen Begleiter für den Ball suchen, der nicht von der Schule kommen durfte. Da ich Austauschschülerin bin und nicht „richtig“ zum Abschluss gehöre, durfte ich als Begleiterin in Frage kommen. Und tatsächlich hat mich ein Junge aus meiner Klasse gefragt und ich habe natürlich „Ja“ gesagt. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Und dann eines Tages war es endlich soweit: der große Abend stand vor der Tür.
Um 18.30 Uhr stand dann Ricardo (der Junge, der mich eingeladen hat) vor der Tür und hat mich abgeholt. Zuerst habe ich ihm aber den Ansteckstrauß an sein Sakko befestigt und er mir den Handblumenstrauß umgebunden. Das ist eine Tradition hier und ich finde sie sehr schön. Mit seinen Eltern sind wir dann gemeinsam zum Fünf-Sterne-Hotel von Piura gefahren, wo der Ball stattfinden sollte. Wir waren eine der ersten, obwohl wir eine halbe Stunde zu spät waren. In Peru kommen immer alle viel zu spät! Nach zweistündigem Warten konnte die Zeremonie dann endlich beginnen. Es wurde mit der Entlassungsfeier angefangen und meine Mitschüler haben ihre Zeugnisse erhalten. Alle hatten diese berühmte Toga an. Nach vielen Reden mussten alle Abschlussschüler erst mit einem Elternteil und daraufhin mit der Begleitung Walzer tanzen, was aber eher einem Hin- und Herwippen glich. Anschließend wurden gefühlt tausend Fotos zur Erinnerung gemacht, weil es das letzte Mal war, dass wir uns als Jahrgang zusammen sehen. Dann war es endlich Zeit für das Essen. Aber zu meiner Enttäuschung gab es nur eine winzig kleine Portion und ich hatte so viel Hunger! Da hatte ich echt mehr von dem Fünf-Sterne-Hotel erwartet. Die Getränke waren aber lecker. Hier wird immer ein bestimmter Fruchtpunsch getrunken, der sich „sangria“ nennt.
Den Rest des Abends/Nacht haben wir mit Tanzen verbracht, was ziemlich viel Spaß gemacht hat. Ich finde es toll, dass hier so viel getanzt wird, so wird einem nie langweilig. Allerdings werden viele Latino-Songs gespielt, wozu man nur Salsa tanzen kann, was ich aber leider nicht kann. Ich hoffe, dass ich das noch lerne, denn alle können hier Salsa tanzen. Ich glaube, das liegt denen im Blut.
Um 3 Uhr morgens war ich dann erschöpft, aber glücklich, wieder zu Hause zu sein. Es war ein echt toller Abend und ich war froh, dass ich eingeladen wurde.

Ricardo und ich

Ricardo und ich

Meine Mitschüler mit Toga

Meine Mitschüler mit Toga

Peru – Weihnachten wie Silvester?

Dieses Jahr verlief mein Weihnachten deutlich anders… Es hat mich ein bisschen an Silvester erinnert.

Der Tag fing damit an, dass ich mit meiner Familie aus Deutschland geskypt habe und ich ihnen die Weihnachtsgeschichte auf Spanisch vorgelesen habe. Das war sehr schön, aber ich habe sie auch ziemlich stark vermisst.

Mittags sind wir dann zum Haus der Großeltern gefahren, die eine halbe Stunde entfernt wohnen. Dort haben wir bis zum Abend nur Fernsehen geguckt und mit dem Plastiktannenbaum Fotos gemacht. Ich hatte erwartet, dass wir mit der ganzen großen Verwandtschaft zusammen essen, aber im Endeffekt haben nur die Großeltern, die Familie des Bruders meiner Gastmutter und wir gemeinsam gegessen. Das Essen bestand aus Truthahn, Kartoffelsalat, Bananenchips und heißer Schokolade. Den Truthahn hatte der Großvater das ganze Jahr über auf dem Dach gezüchtet. Leider konnte ich das Essen nicht richtig genießen, weil ich Magenschmerzen hatte. Das kommt bei mir oft vor, irgendwie kann sich mein Magen nicht an alles Neue gewöhnen. Nach dem Essen haben wir wieder nur Fernsehen geguckt. Um zwölf Uhr ging aber dann das Feuerwerk los, ich habe mich wie an Silvester gefühlt. Daraufhin durften meine kleinen Nichten ihre Geschenke auspacken, denn hier dürfen die Geschenke erst um zwölf Uhr geöffnet werden. In Peru bekommen auch nur die Kleineren Geschenke. Damit war mein Heiligabend auch schon um.

Am nächsten Tag sind wir dann zum Haus einer Tante gefahren, wo wir den Rest der Verwandtschaft getroffen haben. Dort haben wir wieder mal viel gegessen und den ersten Weihnachtstag mit der ganzen Familie gemütlich verbracht. Dann merke ich immer wieder, wie wichtig die Familie für die Peruaner ist. Im Endeffekt war es also ein recht einfaches und ruhiges Weihnachtsfest, aber auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.

Ich habe das deutsche Weihnachten vermisst, aber es wird ja nicht das letzte sein und wahrscheinlich werde ich es nächstes Jahr umso mehr schätzen.

Meine Familie und der Plastiktannenbaum

Meine Familie und der Plastiktannenbaum

Der Truthahn

Der Truthahn

Türkei – mein Weihnachten

Türkei, Frohe Weihnachten

Wie läuft denn Weihnachten bei dir so, war die Frage eines Freundes. Eher nicht so, habe ich geantwortet.

Der 24. war ja nun ein Dienstag und damit ein Schultag, ich bin aber nicht hingegangen. Aus reinem Protest, weil immerhin, bin ich ja Christ und Austauschschülerin. Austauschschülerin zu sein, ist so oder so die beste Begründung für alles, was ich tue.

Meine Gastmutter kam morgens um 9 Uhr zu mir und sagte: „Iyi Noeller“ (Frohe Weihnachten). Sie verlautbarte, dass sie nun gehen müsse. Ich stand also auf, frühstückte und duschte. Dann habe ich Weihnachtsmails verschickt und anschließend im Johannesevangelium gelesen. Ich muss dazu sagen, dass ich mittlerweile Christin bin und deshalb finde, dass Weihnachten ein toller Tag ist. Allerdings komme ich aus einer Familie, die zumindest zur Hälfte (die Hälfte, bei der ich aufgewachsen bin) atheistisch oder deistisch geprägt ist, und ich selbst lange Jahre eine extreme Verfechterin des Atheismus war (vom 8. bis zum 12. Lebensjahr, süß oder?). Ich habe Weihnachten in dieser Zeit strikt abgelehnt. Unabhängig von irgendwelchen Religionen, war Weihnachten als die ganz klassische Familienparty-Variante nie so wichtig. Trotzdem war es etwas schwierig das Haus zu verlassen, als meine Kunstlehrerin mir mitteilte, ich möge bitte zur Schule kommen.

Es geht nicht um den Tannenbaum oder Geschenke. Es ist einfach nur die Stimmung, die fehlende Festlichkeit. Ich mag die Adventszeit am liebsten, es ist sicherlich nicht nur für mich die schönste Zeit in Deutschland, neben Ostern, weil diese Feiertage nun mal auch die sind, in der unsere Kultur am meisten zum Tragen kommt. Das wurde mir eben an diesem Weihnachtsmorgen plötzlich sehr bewusst. Als ich aus dem Haus trat, waren da keine Glühweinstände oder Tannenbäume, keine schlechten und schrecklichen Weihnachtslieder sowie kein Klitsch und keine Kirchenglocken. Aber das wusste ich alles.  Das Schlimmste war, die Weihnachtsgrüße, oder eher, dass es keine gab. Keiner wünschte „Frohe Weihnachten“. Vielleicht vermisse ich das ganz besonders, weil es das ist, was ich an Weihnachten am liebsten mag, dass in meinem kalten und rüden Deutschland an einem Tag alle zueinander Hallo sagen und sich etwas Schönes wünschen. Oder wahrscheinlich ist es auch nur, dass ich merke, dass ich hier die einzige bin, die weiß, dass es ein besonderer Tag ist. Vielleicht fühlen sich so die Moslems in Deutschland wenn Bayram ist, und keiner „Iyi Bayramlar“ wünscht, oder die Hand küsst. Aber immerhin haben die dann ja noch die ganze Großfamilie um sich. Egal, wie ihr merkt, bin ich ein wenig im Selbstmitleid auf dem Weg zur Schule versunken. Der Schulweg dauert aber nur fünf Minuten, deshalb war der Nullpunkt schnell überwunden, weil ich damit rechnete, dass zumindest meine Schulkameraden informiert sein müssten, und wohl gratulieren würden. Dem Pförtner Mehmet Abi (großer Bruder Mehmet) wünschte ich also ein fröhliches „Iyi Noeller“. Er dachte daraufhin kurz nach und sagte: „Türkiyede noel yok!“, und „Noel gibt’s nichts Türkei, Hill Pol“. „Trotzdem“ murmelte ich, dazu reichte sein Deutsch aber nicht aus. Ich ging in den Klassenraum. Keine Reaktion, außer natürlich von der amerikanischen Austauschschülerin und dem Thailändischen. Nein, das mit Weihnachten hatten sie offensichtlich nicht auf dem Plan (welcher Plan auch, das Wort gibt es hier gar nicht). In meiner Parallelklasse, wo die meisten meiner Freunde sind, auch Fehlanzeige. Etwas frustriert ging ich also zum Kunstraum, wo ich übrigens die Hälfte meines üblichen Tages verbringe, mit Malen und Zeichnen und andern kreativen Dingen. Die anderen drei Austauschschüler waren auch da. Die Kunstlehrerin kam mit einem Tablett Tee herein, schloss die Tür ab und holte einen wunderbaren Weihnachtskuchen aus ihrer Tasche. Der Kuchen war erstens noch warm und zweitens die Kombination aller weihnachtstypischen Zutaten wie Apfel, Zimt und Nüsse. Weil ich mit ihr fast jeden Schultag verbringe, und sie immer mit mir türkisch spricht, bin ich auf ihre Sprechweise eingestellt und sie gehört zu den wenigen, die ich fast immer verstehe. Die gute Seele sagte also, dass sie sich vorgestellt habe, dass sie selber so weit weg von ihrer Familie wäre und es der Tag eines wichtigen Festes wäre. Sie könne sich sehr gut vorstellen, wie wir uns fühlen, sagte sie und schenkte uns allen eine Tasse mit Vögeln und integrierter Spieluhr (Mary Christmas).

Nach der Schule ging ich mit meinem besten Freund zu Seeseite, der ein gutes Gespür für stille Momente hat und diese sehr genießt. Die Seeseite von Izmir ist jeden Tag auf eine andere Weise schön und ich sitze dort manchmal Stunden und sehe mir das Wellenspiel und die Wolkenbilder an. Aber oft steht der Wind falsch, und das Wasser stinkt so erbärmlich nach faulen Eiern, dass man in Izmir geboren sein muss, um sich dort heimisch und wohl zu fühlen. Aber an diesen Tag war das Meer sehr klar und roch nur ein wenig salzig und kalt. Auf den Steinen saßen wir sicherlich zwei Stunden und redeten nicht viel, nur manchmal, dann scherzten wir und das Gespräch verlief sich wieder. Vielleicht hätte ich dazu die Ruhe in Deutschland nicht gehabt, an Weihnachten, dabei war das besonders schön. Das einfach nur dasitzen und an Jesus und alles andere zu denken.

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Später habe ich mich mit den anderen neun Austauschschülern meiner Organisation getroffen. Wir alle, mit dem gleichen Schicksal gestraft, waren wild entschlossen, Weihnachten zu feiern und zwar mit allem was dazugehört. Also auch mit dem Gottesdienst. Ich finde oft, das schon zwei Kulturen ganz schön schwierig sind, und treffe mich nicht so oft mit dieser sehr interkulturellen Gruppe (3 Deutsche, 1 Ungarin, 2 Italienerin (nur 1 anwesend), 1 Amerikaner, 1 Mexikaner, 1 Thailänder, 1 Belgierin (die auch nicht da)), war an diesem Abend aber sehr dankbar dabei zu sein.  Ein deutsches Mädchen hatte das alles organisiert (klar, wer sonst sollte etwas organisieren. Das Klischee stimmt aber wirklich) und eine Kirche aufgetan, die katholisch und italienisch war. Diese Kirche war, anders als die meisten Kirchen, zwar als solche von draußen zu erkennen, aber von einem hohen Stacheldrahtzaun, in einem gefängnis-grau gestrichen, umgeben und sah ansonsten auch eher so aus, als würde hier seit fünfzig Jahren nur noch der Kantor mit dem verrückten Pastor und einer senilen Nonne leben. Als man aber durch die Tür des feindlich und total unchristlich anmutenden Zaunes und die Kirche eintrat, wurde man von dem lieblich-sanftem Goldschimmer des katholischen Prunks und einer Weihrauchwolke empfangen. Weil wir ein interkulturelles Programm sind und jede Kultur ein anderes Verständnis von Pünktlichkeit und Ordnung zu haben scheint, waren wir noch später als die italienischen Türken und mussten die Messe überstehen.  Was es heißt, in eine italienische Gemeinde zu gehen, wurde uns erst nach Betreten des Gottesdienstes und nach dem letzten Lied des extrem schiefen Chores klar. Mit Ausnahme der italienischen Austauschschülerin verstand keiner was, auch nicht unsere lieben türkischen Freunde, die wir extra mitgebracht hatten, dass sie dolmetschen würden. Stehend und unverständig litten wir also die Messe durch, es war unglaublich langweilig. Aber irgendwie vertraut, es war die selbe Langweile wie man sie als Kind in Weihnachtsgottesdiensten hatte, es gehörte zu Weihnachten eben dazu sich erst unter der Kanzel zu langweilen, bevor es an das Geschenke auspacken ging, so wie es auch zum Erwachsenwerden gehörte, die Predigt spannend zu finden.

Am Ende gab es das Abendmahl. Es war schwer, den türkischen Freunden im Flüsterton zu erklären, warum das nun Jesu Leib und Blut sei und warum sie es auf keinen Fall ausprobieren sollten, wenn sie nicht unbedingt Christ sein wollten. Die Hälfte war so oder so vergebens, es gab gar kein Blut. Einfach nur eine Oblate. Ich fragte die Italienerin, warum das so sei. Sie meinte, das wäre in Italien auch so, wahrscheinlich hätte man nicht genug Wein für jeden. Danach gingen wir essen, froh diese christliche Pflicht überstanden zu haben. Um 23 Uhr traf ich meine Gastschwester und Familie und wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach einer anderen Kirche, auch katholisch und italienisch, weil dort der Chor der Musiklehrerin sang. Die ersten drei Lieder waren schön und nur ein winziges bisschen schief, dann kam aber eine Opernsängerin dazu, die alle Negativklischees in einem bestätigte. Jingle Bells in Operngesang, doppelt so langsam mit maximaler Stimmvibration gesungen, leider die Höhen nicht so gut hinbekommen, oder eher gar nicht. Das hatte dann wohl der Chorleiter auch gemerkt und versucht eine Strophe auszulassen, was die Dame aber nicht lustig fand und sich rächte, in dem sie ein paar zusätzliche Triller einbaute, was den Chor aus dem Takt brachte. Jingle Bells, laughter all the ways…oder so. danach eine unglaublich lange Predigt in Italienisch und das so gleichgültig vorgetragen, dass ich fast eingeschlafen wäre, wenn nicht plötzlich die Kirchenälteste mit der Kollekte über meinem Kopf geklappert hätte. Ich war beeindruckt, denn ich hätte nicht gedacht, das Hexen-Großmütterchen aus dem Märchen einmal zu sehen. Toll, was man hier alles so trifft.

Das habe ich auf dem Heimweg auch gedacht, als ich nämlich in dem Taxi, von dem wir uns bis zu unserem Auto fahren ließen, mein Handy verlor. Super, gleich nach dem Aussteigen bemerkt, war aber zu geschockt, als dass ich es hätte stoppen können. Wir also ins Auto, dem Taxi hinterher gejagt, was ein wenig aussichtslos war, wo unsere einzigen Anhaltspunkte waren, das das Taxi gelb und der Fahrer mitteljung war und schwarze Haare hatte. Ich betete und mein Gastvater fragte einen anderen Taxifahrer, der alle anderen anfunkte. Zehn Minuten später hatte ich es wieder. Ich habe vor sechs Wochen schon mal mein Handy verloren. Allerdings auf einem öffentlichen Platz, wo ich auf dem Gras gesessen habe, als ich 15 Minuten später wieder angerannt kam, war es natürlich schon weg. Ich fragte den Straßenfeger, ob er es gesehen hätte, er gab es zurück, obwohl er sicherlich vier Kinder und eine Frau zuhause hat und in einer dieser halben Häuser wohnt. Das ist wirklich besonders hier.

Als wir dann mit reichlich katholischem Segen und dem Handy nach Hause kamen, sah ich, dass meine Gasteltern einen winzigen Plastiktannenbaum mit Geschenk darunter aufgestellt hatten.

Türkei – von diesem und jenem

Wenn ihr mich fragen würdet, auf welche Art ich die Türkei am meisten erfahre, würde ich „auf kulinarische Weise“ antworten. Als Jugendlicher ist man, sofern man die Erlaubnis hat, meistens draußen. Es passiert nie, dass man die Freunde nach Hause einlädt oder sich einen netten Abend auf der Couch macht. Wenn man das täte, säße man mit Sicherheit nicht alleine dort, sondern okkupiert von den Familienältesten, sei es von  Großmutter, Tante, Opa oder Mutter oder besonders unangenehm vom großen Bruder (Klischee!!).

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One day in Hebron

Am Samstag den 16. November 2013 bin ich mit Marieke, Max und Paul nach Hebron gefahren.
Hebron ist die zweitgrößte Stadt, nach Ostjerusalem, in der Westbank und hat rund 200000 Einwohner. Man fährt erst mit dem Bus 21 nach Bethlehem und steigt da dann in einen Bus um, der einen nach Hebron fährt. Allerdings muss man wissen, wo dieser Bus abfährt, sonst findet man ihn nie. Er ist ungekennzeichnet und hat auch keinen festen Fahrplan. Dafür kann man aber fast umsonst fahren, die Fahrt kostete nur 6 NIS (1,50 Euro) und dauerte eine Stunde. Schon im Bus wurde wir kritisch beäugt, da wir offensichtlich aus der Westlichen Hemisphäre stammen.

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Dänemark – Erklär‘ mir bitte einer diese Aussprache

Um es einmal vorweg zu sagen: Dänisch ist nicht soo schwer zu lernen für eine Person, deren Muttersprache deutsch ist – und eigentlich blicke ich mittlerweile ganz gut durch im Dänischen. Ich verstehe fast alles und ich spreche auch recht gut. Aber: Einige Sachen in dieser Sprache machen meiner Meinung nach einfach keinen Sinn.

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Türkei – Jesus=Isa?

Jesus- Prophet oder Gottes Sohn/ bzw. Gott?

„Sagt: Wir glauben an Gott und (an das), was (als Offenbarung) zu uns und was zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels) herabgesandt worden ist und was Mose und Jesus und die Propheten von ihrem Herrn erhalten haben, ohne daß wir bei einem von ihnen (den anderen gegenüber) einen Unterschied machen“ (Sure 2, 136)

Das sagt der Koran, Jesus ein Prophet in der langen Reihe von ihm vorgegangenen Propheten, der Empfänger der Offenbarung (=Evangelium) und Ankündiger von Mohammed. Ein Gesandter Gottes.

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Chile – So geht es doch, oder nicht?

pol_IFAWaschmaschinen sind international, dachten wir. Die vollautomatische Maschine im Apartment gab uns ein Gefühl von Sicherheit – bis wir sie zum ersten Mal füllten. Wäsche hinein, Waschmittel, keinen Weichspüler, Programm wählen und los. So geht es doch, nicht?

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Ecuador – ¡Feliz Navidad!

„Feliz navidad“ beudeutet aus dem spanischen in das deutsche übersetzt „Frohe Weihnachten“. Und genau das, nämlich Weihnachten, ist hier ,in Ecuador, schon seit Anfang November ein großes, allgegenwärtiges Thema. Für mich ist viel Neues dabei: Es gibt zum Beispiel keine Schokoladenweihnachtsmänner…

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