Türkei – Gedicht

Schweißtropfen haben sich in Gitarrensaiten verhangen

noch zu der Zeit, da Mandarienen in Kindermünder fielen;

nunmehr haben sie den weißen Pelz angelegt

und liegen faul auf der Straße.

Liederklang von der anderen Seite

für ein freundliches Gesicht genügt ein Klopfen,

dass dich ein Lächeln empfängt.

Goldener Tee in rostenden Gläsern

ein wenig Glanz von alter Zeit.

Heute sagt die Zeitung von einem Mann,

der das Land zu einer noch viel Früheren

zurück bringt, ein Schulterzucken hat sie

zerknüllt und nach den Hunden geworfen,

zu dem Müll eines Landes, das in der

Geschichte erstickt, von der es sich zu

befreien suchte, und jetzt zurück holt

nach nicht einmal hundert Jahren,

mit ein paar Stimmen zu viel.

Vergangenheit verhüllt von Schleiern

und Kopftüchern noch präsent beim Nachbarn,

gut zu beschauen,

steht in naher Zukunft bereit,

nur auf Abruf-

Aber mit ein bisschen Raki kommt

die Lebensfreude von alleine,

ein Goldzahn blitzt im Lachen, mit etwas

Melancholie und Nostalgie gemischt,

verschmolzen mit dem Volk

wie der Zucker im Mocca, dessen Tasse

geschwenkt wird, zwischen zwei beschwörenden Fingern

das Schicksal aus dem Satz heraus zu lesen,

ein Märchen zum Einschlafen, frei von Politik

und dann auch von der Realität.

Aber es ist die Sonne, die es sein mag,

die den wahren Aufstand verhindert,

brennt zu heiß, und treibt den Schweiß in Tropfen

in die Saiten der Saz, die das Fortgehen beschreibt,

das auf und ab das Tages, das Heben der Arme

kommt es heute nicht, dann morgen, oder nie

in wessen Handteller ist das schon geschrieben.

fünf mal am Tag wird die Unabänderbarkeit der Dinge

beschworen,

so harrt man aus, was wie Gleichgültigkeit anmuten mag

ist Mentalität und der Apell an den Vater

obgleich der auch allgegenwärtig, im Grab hat er

die Führung lange schon verloren,

die Ideologie aufgeweicht von dem Wunsch nach Anpassung

und dann, in die falsche Richtung.

und der Schrei nach Rebellion ist umso lauter

und verhallt in den tausenden Gassen

in Sonnenhitze und dem Leben im Moment.

der Klafter zwischen Fischerdorf und Metropole

ist zu groß, als dass da ein Schulterschluss sein könnte.

und das was im Park geschah?

Verläuft es sich im Sand und liegt mit

ein paar toten Augen und einer handvoll Seelen

im Wanken dieser Stadt von Hoch zu Tief gefangen?

traditionelle Routinelosigkeit, morgen kann alles geschehen,

nichts, oder das was niemals geschieht,

zumindest der Kaffeesatz schweigt sich aus.

es ist eben ein Leben von Tag zu Tag.

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