Peru – Abschlussball

In den letzten zwei Wochen war das einzige Gesprächsthema in der Schule: der bevorstehende Abschlussball. Alle haben sich ausgetauscht, welche Farbe ihr Kleid hat, welche Frisur sie machen wollen und wer ihr Begleiter ist. Ein großes drunter und drüber. Alle mussten sich einen Begleiter für den Ball suchen, der nicht von der Schule kommen durfte. Da ich Austauschschülerin bin und nicht „richtig“ zum Abschluss gehöre, durfte ich als Begleiterin in Frage kommen. Und tatsächlich hat mich ein Junge aus meiner Klasse gefragt und ich habe natürlich „Ja“ gesagt. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Und dann eines Tages war es endlich soweit: der große Abend stand vor der Tür.
Um 18.30 Uhr stand dann Ricardo (der Junge, der mich eingeladen hat) vor der Tür und hat mich abgeholt. Zuerst habe ich ihm aber den Ansteckstrauß an sein Sakko befestigt und er mir den Handblumenstrauß umgebunden. Das ist eine Tradition hier und ich finde sie sehr schön. Mit seinen Eltern sind wir dann gemeinsam zum Fünf-Sterne-Hotel von Piura gefahren, wo der Ball stattfinden sollte. Wir waren eine der ersten, obwohl wir eine halbe Stunde zu spät waren. In Peru kommen immer alle viel zu spät! Nach zweistündigem Warten konnte die Zeremonie dann endlich beginnen. Es wurde mit der Entlassungsfeier angefangen und meine Mitschüler haben ihre Zeugnisse erhalten. Alle hatten diese berühmte Toga an. Nach vielen Reden mussten alle Abschlussschüler erst mit einem Elternteil und daraufhin mit der Begleitung Walzer tanzen, was aber eher einem Hin- und Herwippen glich. Anschließend wurden gefühlt tausend Fotos zur Erinnerung gemacht, weil es das letzte Mal war, dass wir uns als Jahrgang zusammen sehen. Dann war es endlich Zeit für das Essen. Aber zu meiner Enttäuschung gab es nur eine winzig kleine Portion und ich hatte so viel Hunger! Da hatte ich echt mehr von dem Fünf-Sterne-Hotel erwartet. Die Getränke waren aber lecker. Hier wird immer ein bestimmter Fruchtpunsch getrunken, der sich „sangria“ nennt.
Den Rest des Abends/Nacht haben wir mit Tanzen verbracht, was ziemlich viel Spaß gemacht hat. Ich finde es toll, dass hier so viel getanzt wird, so wird einem nie langweilig. Allerdings werden viele Latino-Songs gespielt, wozu man nur Salsa tanzen kann, was ich aber leider nicht kann. Ich hoffe, dass ich das noch lerne, denn alle können hier Salsa tanzen. Ich glaube, das liegt denen im Blut.
Um 3 Uhr morgens war ich dann erschöpft, aber glücklich, wieder zu Hause zu sein. Es war ein echt toller Abend und ich war froh, dass ich eingeladen wurde.

Ricardo und ich

Ricardo und ich

Meine Mitschüler mit Toga

Meine Mitschüler mit Toga