Peru – Weihnachten wie Silvester?

Dieses Jahr verlief mein Weihnachten deutlich anders… Es hat mich ein bisschen an Silvester erinnert.

Der Tag fing damit an, dass ich mit meiner Familie aus Deutschland geskypt habe und ich ihnen die Weihnachtsgeschichte auf Spanisch vorgelesen habe. Das war sehr schön, aber ich habe sie auch ziemlich stark vermisst.

Mittags sind wir dann zum Haus der Großeltern gefahren, die eine halbe Stunde entfernt wohnen. Dort haben wir bis zum Abend nur Fernsehen geguckt und mit dem Plastiktannenbaum Fotos gemacht. Ich hatte erwartet, dass wir mit der ganzen großen Verwandtschaft zusammen essen, aber im Endeffekt haben nur die Großeltern, die Familie des Bruders meiner Gastmutter und wir gemeinsam gegessen. Das Essen bestand aus Truthahn, Kartoffelsalat, Bananenchips und heißer Schokolade. Den Truthahn hatte der Großvater das ganze Jahr über auf dem Dach gezüchtet. Leider konnte ich das Essen nicht richtig genießen, weil ich Magenschmerzen hatte. Das kommt bei mir oft vor, irgendwie kann sich mein Magen nicht an alles Neue gewöhnen. Nach dem Essen haben wir wieder nur Fernsehen geguckt. Um zwölf Uhr ging aber dann das Feuerwerk los, ich habe mich wie an Silvester gefühlt. Daraufhin durften meine kleinen Nichten ihre Geschenke auspacken, denn hier dürfen die Geschenke erst um zwölf Uhr geöffnet werden. In Peru bekommen auch nur die Kleineren Geschenke. Damit war mein Heiligabend auch schon um.

Am nächsten Tag sind wir dann zum Haus einer Tante gefahren, wo wir den Rest der Verwandtschaft getroffen haben. Dort haben wir wieder mal viel gegessen und den ersten Weihnachtstag mit der ganzen Familie gemütlich verbracht. Dann merke ich immer wieder, wie wichtig die Familie für die Peruaner ist. Im Endeffekt war es also ein recht einfaches und ruhiges Weihnachtsfest, aber auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.

Ich habe das deutsche Weihnachten vermisst, aber es wird ja nicht das letzte sein und wahrscheinlich werde ich es nächstes Jahr umso mehr schätzen.

Meine Familie und der Plastiktannenbaum

Meine Familie und der Plastiktannenbaum

Der Truthahn

Der Truthahn

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Selma Klee

Über Selma Klee

Selma Klee (16) aus Rathjensdorf ist Schülerin am Gymnasium Schloss Plön. Sie geht mit der Organisation AFS für ein Jahr nach Peru. Sie spielt Klavier und Posaune und liebt Sport – insbesondere Basketball und Leichtathletik. „Hoffentlich akzeptiert mich meine Gastfamilie – und hoffentlich finde ich Freunde“, sagt sie.