Auf der Bananera

Letzte Woche hat mein Gastvater mich auf die Bananera (Bananenfarm) und auf die Camaronera (Garnelenfarm) meiner Gastfamilie mitgenommen, um mir zu zeigen, wie und wo diese beiden Produkte hergestellt werden. Die beiden Farmen liegen etwas außerhalb von Machala, der Stadt, in die ich vor zwei Wochen umgezogen bin. Machala ist mit ungefähr 250.000 Einwohnern an der südlichen Küste Ecuadors gelegen. Die Stadt gilt als Welthauptstadt der Bananen, und von dem bedeutendsten Bananenhafen Ecuadors werden täglich vor allem Bananen, Kakao, Kaffee und Garnelen in die ganze Welt verschifft.

Bananera:
Jeden Montag gibt es auf der Bananenfarm meiner Gastfamilie die sogenannte Embarque (auf deutsch: die Sendung oder Verschiffung). Bei der Verschiffung war ich zwar nicht dabei, aber bis in die Lastwagen konnte ich den Weg aus der Banane verfolgen. Das Problem bei den Pflanzen ist, dass sie nur einmal eine Staude entwickeln können und nach der Ernte absterben. Allerdings wirft sie Ableger, die nach dem Tod der Mutterpflanze an ihrer Stelle aufwachsen und so einen Kreislauf ergeben.

DSC03012 (FILEminimizer)

Die Bananenplantagen sind riesig und deshalb in sich oft unterteilt. Da es ungefähr drei Monate dauert, bis die Banenen geerntet werden können, sind die Felder in verschiedenen Etappen angebaut, und so kann jede Woche von einem anderen Teil geerntet werden. Auf der Plantage gibt es einen großen Platz, an dem die Bananen in einer überdachten Anlage von Arbeitern gewaschen, verpackt und schließlich in die wartenenden Lastwagen geladen werden. Um die Stauden nicht jedes Mal einzeln von einem Teil der Plantage zu dem Hauptplatz tragen zu müssen, ist über das ganze Gebiet eine kleine Seilbahn aufgebaut, an der 20 bis 30 Stauden aufgehängt werden können. Allerdings muss sie noch von Hand gezogen werden, und das ist bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit wohl sehr anstregende Arbeit.

Der Hauptplatz auf der Bananenplantage. Dort wartet schon ein Lastwagen umd die Bananen zum Hafen zu bringen

Der Hauptplatz auf der Bananenplantage. Dort wartet schon ein Lastwagen, um die Bananen zum Hafen zu bringen.

Die "Bahn" der Bananen durch das Feld.

Die „Bahn“ der Bananen durch das Feld.

In der Anlage angekommen, werden die Stauden erst kurz mit Wasser abgespritzt, um groben Dreck zu entfernen. Danach endet die Seilbahn, denn die Bananen werden in Blöcken von den Stauden abgetrennt und in ein Wasserbecken geworfen. Nun werden die Blöcke gewogen und in sich geteilt. Meistens bleiben fünf oder sechs Bananen zusammen. Dabei wird auch aussortiert: Hat eine Banane auch nur einen kleinen Ratscher, so wird sie sofort auf einen Haufen geworfen, der in Machala oder in naher Umgebung verkauft wird.

Die groben Blöcke werden von der Staude abgeschlagen und in ein Wasserbecken geworfen.

Die groben Blöcke werden von der Staude abgeschlagen und in ein Wasserbecken geworfen.

Die Bananen werde darauhin noch einmal in ein Wasserbecken gelegt, um sie endgültig von allen Schadstoffen zu befreien. Nach dem Wasserbad werden sie in einen Plastikbehälter gelegt und auf ein Rollband gebracht. Dort wird ihnen das Markenzeichen aufgeklebt, und schließlich werden sie in Kartons gepackt. Jede Embarque füllt drei Lastwagen, werden dann an den Hafen Machalas, den Puerto Bolivar, gefahren und von dort auf die Schiffe verladen.

DSC02995 (FILEminimizer)

Nun werden die Blöcke gewogen, aufgeteilt und in das nächste Becken gelegt.

DSC02999 (FILEminimizer)

Die Bananen bekommen noch einen Sticker mit der Marke und sind so zum Verpacken bereit.

Die letzte Station: Die Bananen werden in Kartons verpackt.

Die letzte Station: Die Bananen werden in Kartons verpackt.

So habe ich die Bananera kennengelernt, und es ist wirklich interessant zu sehen, woher solche Lebensmittel, die man schließlich in Deutschland wiederfindet, produziert werden. Also es kann gut sein, dass die Bananen meiner Gastfamilie auch in Norddeutschland verkauft werden, und eigentlich von einem Feld im Süden Ecuadors stammen.

 

 

Dieser Beitrag wurde am von in Land & Leute veröffentlicht. Schlagworte: , , .
Catinka Schäfer

Über Catinka Schäfer

Catinka Schäfer (16) geht aufs Gymnasium Schloss Plön. Sie lebt mit Hilfe der Austauschorganisation AFS ein Jahr in Ecuador in der Millionenmetropole Guayaquil – der größten Stadt des Landes mit dem wichtigsten Hafen – bei einer Gastfamilie mit drei Geschwistern. Zu Hause in Plön trifft sie gern Freunde, spielt Volleyball und sitzt am Klavier. Ecuador: „Ein kleines Land ganz groß“, sagt sie: „verschiedene Klimazonen, Lebensfreude und Wärme das ganze Jahr – herrlich!“

Ein Gedanke zu „Auf der Bananera

  1. Fair und Fein

    Sehr geehrte Frau Schäfer,

    ich bin Facebook-Beauftragter für einen Fairtrade Shop in Burghausen , DE.
    Ihre Reise ist sehr beeindruckend. Für eines meiner Designs benötige ich ein Foto von den Bananenseilbahnen, welches Sie auf Ihrer Seite hätten. Ich wollte Sie frage, ob Sie mir dieses Bild kostenlos für eine Kampagne auf der Facebook Seite Fairtrade Shop Fair und Fein zu Verfügung stellen würden?

    Mit freundlichen Grüßen

    Fairtrade Shop Fair und Fein

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.