Schlange stehen

Die Deutschen lassen sich ihre Brötchen weiter schmecken. Jeder Bundesbürger habe im zurückliegenden Wirtschaftsjahr durchschnittlich 84,2 Kilo Brot, Brötchen und Gebäck gegessen, teilte der Verband Deutscher Mühlen gestern mit. Im Jahr zuvor war es mit 84,6 Kilogramm nur wenig mehr. Foto dpa

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Wir kommen gerade nach Hause, es ist Sonnabend gegen 22.15. Vor der kleinen Panaderia in unserer Straße schräg gegenüber steht eine lange Schlange.


Mir fällt meine Tante aus Chemnitz ein – es war in den Achtzigern – als wir auf einem Spaziergang an einer Warteschlange vor einem Geschäft vorbeikamen. Sie reihte sich sofort in die Schlange ein. Wieso wir denn hier anstünden, fragte ich sie. Das lohne sich immer, antwortete meine Tante.
Also reihen wir uns auch in Santiago ein. Die Schlange steht still. Die Körbe sind leer, die nächsten Brötchen noch im Backofen. Alle warten geduldig. Man unterhält sich. Von hinten drängelt jemand nach vorn, kommt wieder zurück und reiht sich in die Schlange ein.

Während wir warten, sehen wir, wie der Bäcker noch immer Teig zu Brot und Brötchen verarbeitet. Jetzt geht es weiter, der Bäcker füllt die Ladung frisch gebackener Brötchen in einen großen Korb. Wir sehen die prall gefüllten Tüten unserer Vorgänger. Ob wir noch ein paar Brötchen abbekommen? Dann haben wir den Korb erreicht. Die Brötchen sind so heiß, dass man sie kaum anfassen kann. Auch unsere Tüte füllt sich reichlich. Nun schlängelt es sich zurück an die Kasse am Ausgang. Der Geruch der frischen Brötchen steigt uns in die Nase. Heute gibt es noch ein Nachtessen!