Peru – Sommerferien im Winter

Seit Mitte Dezember habe ich schon Sommerferien, welche bis Anfang März andauern. Zweieinhalb Monate Ferien, was soll ich da bloß machen?

Das habe ich meine Gastmutter Anfang Januar gefragt, woraufhin sie meinte, dass ich einen Ferienkurs belegen sollte. Im Sportclub von Piura werden die verschiedensten Kurse angeboten, aber bei einer Sache war ich mir auf jeden Fall sicher: Ich will keinen Sport treiben.

Das liegt daran, dass zurzeit tagsüber die Temperaturen bei 34 Grad liegen und noch dazu eine starke Luftfeuchtigkeit herrscht. Ich als Norddeutsche bin damit etwas überfordert und die Hitze macht mir sehr zu schaffen. Ich gehe einmal auf die Straße und bin nach kürzester Zeit durchgeschwitzt.

Leider wird mir dann auch noch andauernd gesagt, dass es im Februar und März noch viel wärmer und feuchter wird. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das aushalten soll. Ich denke, nun ist klar, warum ich keinen Sport treiben möchte.

Deswegen habe ich mich für einen Tanzkurs entschieden. Peru hat eine vielfältige Anzahl an Tänzen und ich wollte gerne „La Marinera“ lernen. Das ist ein Volkstanz aus Nordperu, der inzwischen auch international ist. „La Marinera“ ist wie ein Liebestanz, wobei der Mann versucht, die Frau zu umwerben. Typische Kleidungsstücke sind dabei ein großer Hut bei den Männern und ein sehr weiter Rock bei den Frauen.

Beide halten ein Taschentuch in der rechten Hand, welches zum Rhythmus hin und her gewirbelt wird. Dieser Kurs findet dreimal die Woche statt und es macht mir richtig viel Spaß! In Deutschland hatte ich nie die Zeit dazu tanzen zu lernen, aber hier habe ich endlich die Gelegenheit dazu.

La Marinera

La Marinera

Ansonsten mache ich nicht viel in den Ferien und habe oft Langeweile. Meine Gastfamilie hat leider keine Zeit mit mir andere Orte zu besichtigen und meine Schulfreunde haben gerade mit der Universität angefangen, deswegen ist es für mich schwierig zu reisen.

Letzte Woche gab es ein großes Treffen mit allen anderen Austauschschülern von meiner Organisation. Dazu mussten wir in eine andere Stadt fahren, die direkt am Meer liegt. Huanchaco ist eine Touristenstadt mit einem schönen Strand und einer Promenade. Der Pazifik war ziemlich kalt, aber trotzdem sind einige baden gegangen.

Es war mein erstes Mal, dass ich in Peru an den Ozean gefahren bin und ich fand es einfach nur klasse. Es war auch toll alle anderen Austauschschüler zu treffen und seine Erfahrungen auszutauschen, denn jeder hat etwas komplett anderes erlebt. So konnten wir unsere Leben vergleichen und die peruanische Mentalität bewerten.

Der Strand von Huanchaco

Der Strand von Huanchaco

Die typischen Schilfboote (Caballitos de Totora)

Die typischen Schilfboote (Caballitos de Totora)