Eine aufregende Reise nach Baños

Manchmal organisiert mein AFS Betreuer hier in Machala mit uns Austauschschülern kleine Reisen über ein Wochenende oder mehrere Tage, um verschiedene Teile Ecuadors kennenzulernen. Das ist immer ein tolles Ereignis, um mehr von diesem vielfältigen Land zu erleben. Dieses Mal ging es für uns nach Baños bei Ambato.

Baños liegt in der Sierra im Süden von Quito, der Hauptstadt Ecuadors, in einem wunderschönen Tal, umringt von Bergen und Vulkanen. Außerdem ist es sehr nah am Amazonasgebiet (dem Oriente) gelegen. Die Stadt ist für die vielen Möglichkeiten des Extremsportes bekannt, und vor allem bei Touristen sehr beliebt.

DSC03357 (FILEminimizer)

Eigentlich war der Plan am Freitagmittag nach Ambato mit einem Privatbus zu fahren und erst Samstag Baños zu besuchen, doch es kam alles anders… Der Bus hatte mitten in der Nacht plötzlich einen Motorschaden und war nicht mehr fahrtauglich, also sind wir in der ersten Nacht in einem Hotel in Ríobamba, einem kleinen Örtchen bei Ambato, untergekommen.

Das war aber nicht so schlimm, weil wir dann einfach am nächsten Morgen direkt nach Baños gefahren sind und dort mittags in eines der kleinen Hotels der Stadt eingecheckt haben. Direkt danach sind wir mit einer „Chiva“ („Chivas“ sind offene Busse, in denen immer Musik gespielt wird und die zum Besichtigen oder zum Feiern genutzt werden) losgefahren. Der Bus hat sich zwischen den Bergen hindurchgeschlägelt, immer einen Fluss im Tal, an der Seite.

Der Ausblick war wunderschön und wir haben immer mal Stops gemacht, um zum Beispiel eine Art Bungee Jumping zu machen oder in einer Selbahn die Schlucht zu überqueren. Das alles war schon fantastisch, aber es kam noch besser, denn der letzte Halt war an dem „Pailon del Diablo“. Das ist großer Wasserfall, der er in eine Höhle fällt und dann einen Abhang herunterschießt. Dieses Natureireignis ist wirklich etwas ganz besonderes und wir waren alle ziemlich beeindruckt.

DSC03401 (FILEminimizer)

Plötzlich hat ein anderer Tourist gesagt: „Sieh mal!“ Als ich hochgesehen habe, stieg gerade die erste Aschewolke aus dem Vulkan Tungurahura auf , der in diesem Moment am Ausbrechen war. Es war nicht gefährlich oder so, aber schon ein bisschen komisch, weil ich so etwas vorher noch nie gesehen habe. Dieser Vulkan ist direkt bei Baños und bricht wohl jedes Jahr einmal aus. Deshalb sind die Einwohner schon daran gewöhnt und machen keine große Panik, sondern beobachten nur.

1623711_588276711249666_1443887861_n (FILEminimizer)

Zurück in Baños sind wir nach dem Abendessen in der Nacht wieder mit einer Chiva losgefahren zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Stadt und den Vulkan. Es hatten sich schon viele Leute dort versammelt, um den Ausbruch zu sehen und es war richtiges kleines Fest mit Ständen und Aufführungen. Es gab keine riesigen Explosionen des Tungurahua, sonder kleine – mit ein bisschen Feuer und Lava, das in der Nacht sehr schön anzusehen war.
Am nächsten Tag, einem Sonntag, haben wir uns spontan dazu entschieden in den Regenwald zu fahren. In Baños gibt es viele Reiseveranstalter, die kleine Tagestouren in das Amazonasgebiet anbieten. Also haben wir uns für einen Tagesausflug entschieden und sind morgens sofort losgefahren. Die Fahrt hat zwar ein bisschen gedauert, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Den ersten Halt haben wir an einem Reservat gemacht, in dem wir Affen, Schildkröten und Papageien sehen konnten. Dann ging es weiter zu einem Ureinwohnerdorf, das wunderschön direkt an einem Fluss, dem Río Negro, liegt. Dort haben wir uns ein bisschen umgeguckt und wurden schließlich in einer der Bambushütten, von Eingeborenen typisch mit einer roten Frucht  geschminkt.
Das Dorf war auf jeden Fall für Touristen gemacht und die Leute dort haben wahrscheinlich auch vom Tourismus gelebt, aber ich bin mir sicher, dass es noch Dörfer gibt in denen die Leute so leben wie wir es gesehen haben.

DSC03506 (FILEminimizer)

Direkt im Anschluss wurden wir auf Boote (ausgehöhlte Baumstämme) verteilt und sind ein Stücken den Fluss durch das Amazonasgebiet entlanggefahren. Dabei sind wir ein paar Mal auf Steinen aufgelaufen und der Holststämm war öfters kurz vor dem Umkippen, abeer das hat es gerade lustig und interessant gemacht. Und die Natur um uns herum war sowieso einzigartig.

DSC03514 (FILEminimizer)

Der nächste Halt war ein Platz noch tiefer im Regenwald, von dem aus wir ein Stück durch den Oriente gegangen sind. Wir sind einem Fluss gefolgt und manchmal haben wir ihn auf umgefallenen Bäumen überquert. Genau so wie ich es dort erlebt habe, habe ich mir den Regenwald vorgestellt.

Es war sehr warm und feucht, die Geräusche von unglaublich vielen Tieren haben uns die ganze Zeit begleitet und ich habe eigentlich nichts anderers als grün gesehen. Wir hatten einen Führer dabei, der uns hin und wieder etwas erzählt, wie zum Beispiel, dass wir, sollten wir von einer Schlange gebissen werden, sofort drei Tassen vom Saft einer bestimmten Pflanze trinken müssen. Oder einmal haben wir unsere Gesichter mit Lehm eingerieben, weil das die Haut schöner machen soll.
Am Ende sind wir an einem traumhaften Wasserfall angekommen, der sehr groß war, aber nicht besonders stark, sodass sich unten ein kleiner Teich gebildet hatte. An der Seite stand eine in einen Stein gemeißelte Fratze, die vor vielen Jahren von Ureinwohnern gemacht wurde. Der Platz war wirklich unglaublich, und deshalb bin ich mit ein paar Freundinnen auch sofort dort unter diesem Wasserfall schwimmen gegangen.

1016239_10201592503435830_258267167_n

Nach diesem Ausflug sind wir zu einem kleinen Restaurant gefahren und haben dort sehr ecuadorianisches Mittag gegessen, denn es gab Hühnchen mit Reis und Bananenchips.

Dieses Restaurant war mitten im Oriente, unten an einem Steilen Abhang gelegen, den man aber auf Stufen hinauflaufen konnte. Das haben wir dann auch gemacht und von dort oben hatten wir – entspannt in Hängematten – einen fantastischen Blick über ein Flussbecken mitten im Regenwald.Neben diesen Hängematten stand direkt am Abgrund ein Baum, an den ein Tau befestigt war, so dass man sich in die Tiefe schwingen konnte.

Das war wirklich ziemlich gefährlich, aber wir waren  so gut drauf, dass wir es fast alle gemacht haben. Und ich finde, dass das einer der besten Momente meines Auslandjahres bisher war.

1017442_601726316565304_1004298025_n

Abends sind wir dann so erschöpft nach diesem erlebnisreichen und überweltigendem Tag wieder zurück Baños gebracht worden. Am Montag sind wir zu einer Berühmtheit von Baños gefahren, dem „Casa del Arbol“ (Baumhaus). Dieses Haus steht hoch auf einem Berg, direkt an einer Schlucht und dort kann man schaukelnd den Ausblick genießen.

1622607_588279384582732_1764595274_n (FILEminimizer)

Montagabend haben wir schließlich unsere Koffer gepackt und sind Dienstagfrüh wieder in Machala angekommen. Mir hat die Reise sehr gut gefallen. Für mich gehört Baños auf jeden Fall zu den schönsten Orten der Welt, und ich würde es immer für eine Reise empfehlen!

 

Dieser Beitrag wurde am von in Lebensgefühl veröffentlicht. Schlagworte: , , , , , .
Catinka Schäfer

Über Catinka Schäfer

Catinka Schäfer (16) geht aufs Gymnasium Schloss Plön. Sie lebt mit Hilfe der Austauschorganisation AFS ein Jahr in Ecuador in der Millionenmetropole Guayaquil – der größten Stadt des Landes mit dem wichtigsten Hafen – bei einer Gastfamilie mit drei Geschwistern. Zu Hause in Plön trifft sie gern Freunde, spielt Volleyball und sitzt am Klavier. Ecuador: „Ein kleines Land ganz groß“, sagt sie: „verschiedene Klimazonen, Lebensfreude und Wärme das ganze Jahr – herrlich!“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.