Las islas Galápagos

Letzte Woche war es endlich so weit! Die Reise, auf die wir Austauschschüler uns schon das ganze Jahr gefreut hatten, war endlich gekommen und wir waren alle sehr aufgeregt den wohl schönsten und besondersten Teil Ecuadors kennen zu lernen:Die Galápagos-Inseln!

Die Galápagos-Inseln sind ungefähr 1000 km vor der Küste Ecuadors im Pazific gelegen und gelten als einzigartiges Naturereignis. Auf diesen Inseln hatte der britische Naturforscher Charles Darwin vor vielen Jahren Artenvielfaltstheorien aufgestellt und anhand der besonderen Entwicklungen und Anpassung an die Umstände der Tiere und Pflanzen auf den Galápagos-Inseln bestätigt. Das Besondere ist, dass sich auf den verschiedenen Inseln Arten unterschiedlich entwickelt haben und sich somit an die Umstände angepasst haben. Das beste Beispiel dafür sind die Vögel, die zwar aus einer Art entstammen, auf der einen Insel aber einen langen Schnabel haben und auf der anderen einen kurzen. Diese Unterschiede kann man auch bei den Panzern der Schildkröten gut erkennen oder an den Kakteen, die auf jeder Inseln ein bisschen anders aussehen.

Am Freitagmorgen sind wir Austauschschüler aus Machala, Guayaquil und Cuenca (den südlichen Städten Ecuadors) alle am Flughafen in Guayaquil angekommen. Die Austauschschüler aus den nördlicheren Städten machen ihre Reise erst im April. Um 11 Uhr sind wir losgeflogen und dank einer Stunde Zeitverschiebung um 12 Uhr mittags Ortszeit (der Flug dauerte zwei Stunden) auf der Insel Baltra angekommen.

Dort hat es ein bisschen gedauert, da man dort die Eintrittskarte für den Nationalpark auf den Inseln kaufen musste und die Koffer geprüft wurden, um sicher zustellen, dass wir keine organischen Lebensmittel dabei hatten, die das Natursystem der Inseln gefährden könnten. Schließlich sind wir in den Bus gestiegen und zu einem etwas entfernten kleinen Fähranläger gebracht worden. Dort haben wir mit der Fähre eine kurze Strecke überquert und sind auf der Insel Santa Cruz angelandet. Das Meer war türkisblau und wir wurden schon von Pelikanen und Seerobben empfangen.

Auf Santa Cruz wurden wir per Bus einmal über die Insel gefahren um zu dem Hafen zu gelangen. Der Weg dort hin war wirklich beeindruckend, weil wir in kahler, felsiger Umgebung – in der ab und zu mal ein Kaktus stand – losgefahren sind und uns schlussendlich in grüner, lebendiger Natur widergefunden haben. Am Hafen haben wir noch kurz zu Mittag gegessen (selbstverständlich Fisch, so wie es sich auf einer Insel gehört) und sind dann auf ein schnelles Boot umgestiegen. Damit sind wir dann zwei Stunden über den Pazific gerast und haben das Meer und die Sonne genossen. Unser Ziel war die Insel Isabela, die Größte der Inselgruppe. Dort waren wir in einem kleinen, süßen Hotel (San Vicente), nicht weit vom Strand entfernt, untergebracht und nach dem Abendessen (wieder Fisch) haben wir es uns nicht nehmen lassen, und sind schwimmen gegangen. Obwohl schon Nacht war, war das Wasser warm und der Strand war schön weich.

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Am nächsten Morgen sind wir früh augestanden, um eine Vulkantour zu machen. Die Galápagos-Inseln sind vulkanischen Ursprungs und die Insel Isabela weist, glaube ich, fünf Vulkankrater auf. Also sind wir morgens um 9 losgewandert um zum dem Vulkan Chico zu kommen. Die Strecke, hin und zurück, war 16 km lang und wir haben ungefähr sechs Stunden gebraucht. Auf dem Weg sind wir im grünen, bewucherten Gebiet losgegangen und an dem zweitgrößten Vulkankrater der Welt vorbei gelaufen und schließlich in eine kahle Lavagegend gekommen. Dort konnte man noch sehr gut die Lavaströme erkennen und es war wirklich beeindruckend. Am Ende wurden wir mit einem tollen Ausblick über die Insel belohnt, auch wenn der Weg, dank seiner Vielfältigkeit, für uns eigentlich schon das Ziel war.

Es war zwar wirklich anstregend, vor allem weil die Sonne uns verbrannt hat, aber wir waren am Ende alle glücklich darüber, so etwas gesehen zu haben.

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1964930_10200648553894835_268218315_n Wir vor dem zweitgrößten Vulkankrater der Welt

Auf dem Rückweg in das Hotel haben wir dann noch einen Stopp an einer halb Salzwasser/halb Süßwasser – Lagune gemacht, in der wir zehn Flamingos und vier Ente bewundern konnten. Den Rest des Tages haben wir am Strand verbracht. Das Hotel hatte nur Salzwasser und es war wirklich seltsam mit Salzwasser zu duschen um das Salzwasser vom Schwimmen abzuwaschen und sich die Zähne zu putzen – aber auch das war ein Erlebnis.

Am nächsten Tag war das Beste das Schnorcheln. Wir wurden alle ausgestattet und dann mit einem Boot zu einer kleinen Insel gebracht. Dort sind wir dann alle so schnell wie möglich ins Wasser gesprungen und der einheimische Guide hat uns auch unter Wasser viele Besonderheiten gezeigt. Wir haben Kugelfische, riesige Seesterne, Muscheln und vor allem viele Meeresschildkröten gesehen. Die Schildkröten fand ich ganz besonders toll, und auch wenn wir sie nicht anfassen sollten, konnten wir ganz nah an sie herantauchen: So etwas habe ich vorher noch nicht erlebt. Später sind wir noch in einer anderen Bucht Schnorcheln gewesen und dort haben wir dann auch Seerobben ganz nah bewundert. Zwischendruch waren wir noch auf einer anderen kleinen Insel und haben dort ganz viele Leguane gesehen, die sogar schwimmen könnten! Außerdem haben wir noch einen Ort besucht, an dem man vier verschiedene Arten von Mangroven befinden und wir waren bei einer Schildkrötenstation.

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Die Mangrovenbucht

Im Hotel angekommen haben wir bemerkt, dass direkt neben uns eine kleine Fiesta stattfand. Also haben wir uns ein bisschen unters Volk gemischt und kurz Salsa oder Merengue oder was das auch immer war mitgetanzt. Auch der Tag war sehr schön und wir waren abends natürlich noch ein bisschen am Strand.

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Der vorletzte Tag began schon um vier Uhr morgens, denn es stand ein Inselwechsel an. Also sind wir früh aufgestanden um das Boot nach Santa Cruz zu bekommen. Das Packen wurde ein bisschen durch einen Stromausfall erschwert, aber das sind wir alle schon gewöhnt und deshalb war das kein großes Problem. Nach einer zweistündigen Bootsfahrt, die die meisten von uns schlafend verbracht haben, haben wir am Hafen von Santa Cruz gefrühstückt und sind danach in das nah gelegene Hotel (Las Palmeras) spaziert. Nach einer kleinen Pause sind wir mit dem Bus zu der Charles Darwin Station gefahren, die Rundführungen anbietet.

Dort wurde uns viel über die verschiedenen Schildkrötenarten erzählt und insgesamt erklärt in welche Richtungen sich die Pflanzen und Tiere auf den Inseln wie und warum entwickelt haben. Vielleicht haben ein paar schon mal von dem „Lonely George“ (der einsame George) gehört? Diese Schildkröte war die letzte seiner Art und lebte in der Charles Darwin Sation. Über dreißig Jahre wurde versucht eine Artgenossin zu finden und Nachwuchs zu zeugen, doch da es keine gab, wurde es auch mit genetisch ähnlichen Schildkröten, die nicht seiner Art angehörten, versucht. Leider hat es nie geklappt und der einsame George ist seit ein paar Jahren tot. Als uns der Guide davon erzählt hat wurde sofort klar, wie sehr es die ganze Insel getroffen hat und der Todestag wurde wohl ein richtiger kleiner Volkstrauertag.

Am Nachmittag sind wir ungefähr eine Stunde gelaufen um an den Strand „Tortuga Bay“ zu kommen. Der Strand ist der schönste, den ich je gesehen habe, denn das Wasser ist wirklich türkis und der Strand unglaublich weiß und weich. Natürlich waren wir schwimmen und man konnte sogar kleine Haie sehen.

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Der letzte Tag bestand eigentlich nur aus der Busfahrt vom Hotel zum Fähranläger auf Santa Cruz, wo wir dann auf die Insel Baltra übergesetzt sind. Auf der Fahrt haben wir noch bei den „Gemelos“ (den Zwillingen) einen kurzen Stopp gemacht. Die Zwillinge sind zwei Vulkankrater, die direkt nebeneinander liegen. Aber wir waren nicht lange dort und den Rest der Zeit haben wir im Flughafen verbracht um schließlich um 3 Uhr Nachmittag Ortszeit in Guayaquil zu landen.

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Einer der beiden Zwillingskrater

So gingen dann ein paar wundervolle Tage zuende, die ich nicht vergessen werde. Wir alle haben auf den Inseln Dinge gesehen und erlebt, die ganz besonders waren und die Galápagos-Inseln sind für mich ein kleines Paradis. Ich hoffe ich konnte einen kleinen Einblick verschaffen, aber das beste ist selbst dorthin zu fahren und alles selber zu erleben!

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