Letzte Vorbereitungen und Vorfreude

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Bald geht’s los! Ab morgen werde ich für sechs Monate nach Brasilien gehen um dort zu studieren. Als Studentin für Spanische und Portugiesische Philologie ist es schon fast ein Muss ein Auslandssemester zu machen. Aber es wird nicht nur großartig werden wegen der tollen Erfahrungen und des tollen Landes, sondern auch weil Brasilien die Heimat meiner Mutter ist.

Zwar wird es nicht das erste mal sein dass ich hinfliege, aber nach langer Zeit mal wieder. Denn ein Großteil meiner Familie lebt dort, die ich leider durch die große Entfernung nicht regelmäßig besuchen kann.

Deshalb freue ich mich umso mehr, dieses Mal für längere Zeit dort sein zu können. Aber bevor ich mich richtig drauf freuen konnte, musste ich noch tausende Dinge erledigen. Angefangen bei Behördenbesuchen, Anträge stellen undundund. Los ging es mit Impfungen. Es wurden mir ein dutzend Impfungen empfohlen, die auch alle etwas kostspieliger sind.

Letzte Woche hatte ich meine letzten Impfungen, erstens gegen Masern und zweitens gegen Gelbfieber. Letzteres soll ja gar nicht so ohne sein, was die Nebenwirkungen betreffen. Das bedeutete dann für mich in den darauffolgenden Tagen eher halb lang zu machen und mir nicht zu viel vorzunehmen.

Aber natürlich hat es mich dann doch erwischt. Nebenwirkungen hin oder her: Ich hab ’ne dicke Erkältung bekommen. Das liegt wahrscheinlich auch an der Aufregung und dem ganzen Stress, den so eine lange Reise automatisch mit sich bringt. Aber zum Glück ist mein Zeitmanagement einigermaßen gut organisiert und ich brauche fast nichts mehr zu erledigen. Bis auf die große Frage: Was packe ich in meinen Koffer und was kann definitiv zu Hause bleiben?

Wenn man sich für einen Auslandsaufenthalt entscheidet, dann kommen natürlich auch andere Fragen auf, wie zum Beispiel: Wird es sehr schwierig werden sich einzuleben? Finde ich schnell den Anschluss in der Universität und im Alltag? Und vor allem, finde ich sogar Freunde?

Solche Fragen können einem manchmal ganz schön Angst einjagen, jedoch versuche ich einfach alles positiv zu sehen und nicht zu viel zu grübeln. An erster Stelle freue ich mich einfach mal wieder auf einen Tapetenwechsel.

Dann steht eine Frage für mich persönlich noch im Raum: Könnte es für mich leichter vor Ort werden weil ich Halb-Brasilianerin bin? Sicherlich ist es auf der einen Seite von Vorteil, denn ich beherrsche die Sprache annähernd fließend und war schon ein paar mal dort. Da ein Großteil meiner Familie dort lebt, ist es fast wie ein zweite Heimat. Jedoch ist meine deutsche Seite auch stark ausgeprägt,so dass für mich trotzdem vieles neu sein wird. Von dem letzten Urlaub habe ich noch viele Gewohnheiten und kulturelle Unterschiede gut in Erinnerung. Aber diese habe ich zum Teil auch 21 Jahre lang Tag für Tag zu Hause mit erleben dürfen. Das klingt jetzt vielleicht etwas negativ angehaucht, aber ganz im Gegenteil, es ist sicherlich eine Bereicherung!

Es gibt viele Dinge die mir jedes mal wieder auffallen, wenn ich mit meiner Familie spreche oder mit Freunden aus Kiel. Dann kommen immer die typischen Klischees wie Pünktlichkeit als Tugend der Deutschen und dass die Brasilianer das etwas lockerer sehen. Und gerade diese Lockerheit der südländischen Mentalität ist für viele „typisch“. Ich glaube schon, dass an Klischees auch immer ein Funken Wahrheit dran ist.

Aber man darf auch nie zu voreingenommen an Dinge herangehen. Man muss sich einfach daran gewöhnen, dass die Uhren dort anders ticken und nicht alles wie in Deutschland funktioniert. Vielleicht werde ich damit anfangs meine Schwierigkeiten haben, aber ich denke ich werde mich schnell umstellen können.

Ob es für mich besser oder sogar leichter wird, das kann man nicht mit Sicherheit sagen. Jedoch werde ich wahrscheinlich ein paar mehr Vorteile haben, als andere die zum ersten Mal und mit deutlich weniger Sprachkenntnissen dort sind. 

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