„Semana Santa“ – Ostern in Peru

Die „Semana Santa“ (Heilige Woche) ist ein sehr religiöses Fest in den spanischsprachigen Gebieten und findet vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag statt. Es gibt viele Rituale und Prozessionen.


Ich habe eine Prozession am Karfreitag gesehen, wo der aufgebahrte Jesus und die trauernde Maria durch die Straßen getragen wurde. Das Ganze wurde von Musik begleitet und zwischendurch wird immer mal wieder angehalten, um Gebete zu sprechen.

Prozession am Karfreitag

Prozession am Karfreitag

Eines der vielen Rituale in der „Semana Santa“ ist es, in sieben Kirchen zu gehen und sich den Gottesdienst anzuhören. Viele tragen auch nur schwarze Kleidung, da ja um den Tod von Jesus getrauert wird.

Am Donnerstag und Freitag essen viele nur Fisch und kein Fleisch, weil es ein Symbol der Buße ist. Die Großeltern haben mir erzählt, dass es früher strenger war und sie sich weder waschen noch die Haare oder Fingernägel schneiden durften. Für die peruanische Jugend ist die „Semana Santa“ eher eine Woche des Feierns geworden, viele fahren an den Strand und gehen auf Partys.

Da meine Familie nicht sehr religiös ist, haben wir diese Rituale nicht beachtet und haben eine kleine Reise gemacht. Wir sind nach Trujillo (drittgrößte Stadt Perus) gefahren, die ein Zentrum vieler alter peruanischer Kulturen und somit ein beliebtes Touristenziel ist.
Da wir mit dem Bus über Nacht dort hingefahren sind, waren wir schon sehr früh morgens da und sind sofort zum schönen Plaza de Armas von Trujillo gefahren, den wir in der Morgensonne und ohne Menschen wirklich genießen konnten.

Plaza de Armas in Trujillo

Plaza de Armas in Trujillo

Wir haben über ein Touristikbüro eine Tagestour gebucht, die uns zu den wichtigsten Orten bringen sollte.
Also ging es um zehn Uhr mit einem Bus los und wir sind zuerst zu den Moche-Pyramiden gefahren. Die Moche (ca. 200 – 700 n.C.) waren eine alte sehr hochentwickelte Kultur, dessen Zentrum in Trujillo war. In dieser „Stadt“ gibt es den „Huaca de la Luna“ (Mondtempel) und den „Huaca del Sol“ (Sonnentempel). Der Mondtempel war das religiöse Zentrum der Stadt und der Sonnentempel das politische. Die Moche waren handwerklich sehr geschickt, was man vor allem in ihren berühmten Keramiken sehen kann. Wir haben nur den „Huaca de la Luna“ besichtigt und das war wirklich interessant und sehenswert.

Mit meiner Gastmutter in "Huaca de la Luna"

Mit meiner Gastmutter in „Huaca de la Luna“

Danach sind wir zurück in die Stadt gefahren und haben in einem Restaurant mit Bühne gegessen, wo verschiedene traditionelle peruanische Tänze vorgeführt wurden. Auch das war ein tolles Event!
Anschließend sind wir zu den nächsten Ruinen gefahren, die aber nicht zur Moche-Kultur gehören, sondern zu den Chimú (ca. 900 – 1450 n.C.). Die haben nämlich die größte Lehmziegelstadt der Welt erbaut, welche Chan Chan heißt. In deren Blütezeit haben da bis zu 60 000 Menschen gelebt. Wie die Moche waren die Chimú eine hochentwickelte Kultur, die sich 1450 den Inkas unterworfen haben.

Chan Chan hat insgesamt neun Königspaläste, wir haben aber nur den kleinsten Palast besucht. Aber der ist trotzdem noch so groß wie 13 Fußballfelder… Dort hat nur ein König gelebt, denn nach seinem Tod wurde der Palast geschlossen. Der Thronfolger musste sich also vor dem Tod seines Vaters einen eigenen Palast bauen. Dieser Palast war einfach nur irre und unglaublich riesig! Kaum vorzustellen, dass dort mal jemand gelebt hat.

Lehmziegelmauern in Chan Chan

Lehmziegelmauern in Chan Chan

Nach dieser interessanten Aktion sind wir weiter zum Strand Huanchaco gefahren, wo wir den Sonnenuntergang genießen konnten. Ein wirklich sehr schöner Abschluss der Tagestour. Insgesamt war es ein perfekter Tag!
Meine Familie und ich sind dann in Huanchaco geblieben und haben in dem Haus einer Verwandten (Cousine eines Onkels von meiner Gastmutter) übernachtet. Wir sind den Tag darauf noch in Huanchaco geblieben und sind abends dann zurück nach Piura gefahren, wo wir um fünf Uhr morgens angekommen sind.
Insgesamt war es eine super schöne Reise, die ich sehr genossen habe! Außerdem war es schön, etwas mit meiner Familie zu unternehmen, da wir uns in der Schulzeit nicht so viel sehen.

Panoramablick über Huanchaco

Panoramablick über Huanchaco