Streiken à la Brasilia

Ich habe in meinen letzten Berichten ja schon häufiger erwähnt, dass hier hin und wieder gerne gestreikt wird. Nun haben die Policia Militar (Militärpolizei) und Bombeiros (Feuerwehr) zum Streik aufgefordert – und nehmen somit ein großes Sicherheitsrisiko in Kauf.

 

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Seit Dienstag demonstrieren sie und fordern eine Erhöhung ihrer Gehälter. Gestern wurden schon zahlreiche Geschäfte und Supermärkte geplündert und teilweise zerstört. Und dabei haben schon viele aus Vorsicht ihre Geschäfte geschlossen. Ich bin gestern deswegen nicht zur Uni gefahren, um jeder Gefahr aus dem Weg zu gehen.

Vor etwa einer Stunde war ich bei meiner Cousine und da kam ein Mädchen vorbei und meinte, dass ein wütender Mob auf dem Weg von Pina (Stadtteil) nach Boa Viagem (benachbarter Stadtteil) sei, um weiter zu randalieren, zu plündern und zu überfallen. Ich bin so schnell wie möglich nach Hause gelaufen.

Es sind viele auf Motorrädern unterwegs, die versuchen Unschuldige auszurauben. Ich habe bei Facebook schon die ersten Bilder vom Vandalismus gesehen. Es ist nicht zu glauben: Es ähnelt einem Ausnahmezustand. Die Unterrichtsstunden am Abend an der Uni fallen auch erstmal aus. Es ist besser, so wenig wie möglich aus dem Haus zu gehen, denn die Bilder in den Nachrichten sind wirklich erschreckend.

Leute die Fernseher und Lebensmittel klauen, sich prügeln, Frauen und Männer. Und das alles so kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Regierung von Pernambuco kann so keine Sicherheit für die Touristen garantieren. Ich verstehe ja, wieso die Menschen so wütend sind, aber ich verstehe nicht, wieso sie so gewaltbereit sind. Sie sehen einfach nicht, dass sie sich eigentlich nur selbst Schaden zufügen.

Viele sagen aber auch, dass sie glauben, dass dieser Streik nicht lange anhalten wird. Ich hoffe, dass sich die Lage nicht weiter zuspitzt und dass man sich bald wieder frei auf den Straßen bewegen kann.

Quelle: http://www.diariodepernambuco.com.br

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