Reisen durch ganz Ecuador

Der letzte Monat war einer der schönsten meines Auslandsjahres, denn ich habe ihn vor allem damit verbracht mehr Ecuador zu erkunden und so tatsächlich den größten Teil des Landes kennen gelernt.

In Quito hat meine Reise, die ich mit meiner besten Freundin – ebenfalls eine AFS Austauschschülerin aus Deutschland – unternommen habe, angefangen. Quito ist Ecuadors Hauptstadt und UNESCO Kulturerbe, dank der wunderschönen Altstadt.

Dort haben wir beide bei einerFreundin und deren Gastfamilien gewohnt. Wir sind viel in der Altstadt herumgewandert, denn man kann dort wirklich viel Zeit verbringen und einfach nur herumlaufen und sich Kirchen, Straßen und Plätze angucken. Außerdem waren wir bei der „Mitad de Mundo“ (auf deutsch: Mitte der Erde). Das ist ein Denkmal, dass eigentlich auf dem Äquator stehen sollte, doch man hat sich damals um ungefähr 40 Meter verechnet und so steht es auf der südlichen Erdhalbkugel.

Bei dem echten Äquator gibt es inzwischen auch ein Museum und man kann dort Experimente machen, wie zum Beispiel ein Ei auf einen Nagel stellen. Trotzdem ist das Denkmal in der Nähe berühmter und auch der größte Anziehungspunkt in Quito für Touristen aus aller Welt.

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Meine beste Freundin und ich vor „Mitad del Mundo“.

Dann ging es weiter in den Norden Ecuadors an den Strand. Die Region heißt Esmeraldas und wir haben auch dort bei anderen Austauschschülern in einem Strandort namens Tonsupa gewohnt. Wir haben viel Zeit am Strand verbracht und an Ostersonntag sind wir an einen der schönsten Strände gefahren, die ich kenne.

Er heißt Mompiche und ich habe leider keine Fotos gemacht, aber es war genau so wie ich mir ecuadorianische, unberührte Strände immer vorgestellt habe… Es lagen alte Fischerboote am Strand, es gab Kokospalmen und das Meer war wunderschön und strahlend blau. Dort haben wir den Feiertag mit Baden erbracht und es war ein ganz besonderes Ostern und hat mir sehr gefallen.

In den nächsten Tagen sind wir auch in die nahe gelegende Stadt Atacames gefahren, doch die Küstenstädte im Norden Ecuadors sind nicht besonders schön und so waren wir dann doch viel mehr am Strand. Einmal haben wir einen Wäschetag gemacht, und da die Gastfamilie keine Waschmaschine hatte, hat das das ziemlich lange gedauert. Ich hätte gar nicht gedacht, dass man so viel Spaß bei der Handwäsche haben kann. Aber es war wirklich eines der lustigsten Erlebnisse hier, denn wir hatten Musik und das Ganze hat in einer Wasserschlacht geendet.

Am Ende der Woche hat uns die wirklich zuvorkommende und nette Gastfamilie sogar noch eingeladen, mit ihnen nach Manta zu fahren. Das Angebot haben wir natürlich sehr gerne angenommen und so haben wir ein Wochenende lang Manta kennengelernt. Manta liegt ebenfalls an der Küste und bietet sehr schöne Strände, die wir genossen haben.

Danach waren wir eine Woche zu Hause und haben uns für die nächsten AFS-Reisen ausgeruht. Zuerst ging es wieder nach Quito, doch noch am selben Tag sind wir mit mehr als 50 anderen AFSern in den Regenwald (die Region Cuyabeno) gefahren. Die AFS Reisen gefallen mir immer sehr gut, denn es ist einfach schön die anderen Austauschschüler wiederzusehen. Wir sind also nachts um 12 in Quitos Zentrum losgefahren in Richtung Amazonas.

Morgens haben wir einmal einen kurzen Stopp gemacht und so sind wir um ungefähr 10 Uhr morgens am Amazonas angekommen. Dort haben wir uns auf viele Boote verteilt. In jedes Boot hatten immer 8 oder 9 Austauschschüler, ein Fahrer und ein Reiseführer Platz. Die Fahrt hat fast zwei Stunden gedauert, denn wir haben immer mal angehalten um Tiere und Pflanzen zu bewundern. Zum Beispiel haben wir Affen gesehen und ein Echse und ganz viele riesige blaue und gelbe Schmetterlinge.

Wir waren in einer Lodge untergebracht, mit Holzhütten zum Schlafen, einer Terasse mit Hängematten, einem Speiseraum und einem Aussichtsturm. Ich glaube auf dem ganzen Geländer gab es nicht ein Fenster, sondern alles war frei gelegen und so haben wir mit vielen Tieren unter einem Dach gelebt. Gott sei Dank hatte jedes Bett einen Mückenschutz, allerdings wurde uns erzählt, das der gar nicht gegen die Mücken sein sollte, sondern vor allem vor Spinnen schützen soll.

Die Anlage besaß auch kein warmes Wasser und keinen Strom, aber das war nicht schlimm, denn mir es war sowieso so warm, so dass die Abkühlung gut tat und wir hatten genügend Kerzen. Es hat uns allen gefallen, mal ein paar Tage so zu leben, denn wir hatten gar keinen Kontakt nach Außen und das war auch mal ganz schön.

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Die nächsten Tage sind wir viel auf dem Amazonas herumgefahren und haben uns die Natur angeguckt, sind in der Nacht wandern gegangen (das war wirklich gruselig, denn ich habe so viele Spinnen gesehen, wie noch nie in meinem Leben) und am Tag ebenfalls. Wir haben Affen, Spinnen, Tucane, Papageien und andere Vögel, Schlangen, Frösche, Piranhas, Kaimane und noch vieles mehr gesehen und sind jeden Tag im Amazonas schwimmen gegangen.

Einen Tag haben wir in einem Ureinwohnerdorf verbracht. Dort haben wir mit einer Einheimischen Yucca selbst geerntet und Yuccabrot gemacht. Danach sind wir zu einem Schamanen gegangen, der uns erklärt hat, wie man Schamane wird und wir er Leute reinigen und von Krankheiten befreien kann. Tatsächlich wird man Schamane in dem man eine bestimmte Droge jeden Tag nimmt und die Dosis stetig erhöht. Dadurch soll man lernen, sich zu kontrollieren und zu finden.

Der Schamanen, den wir besucht haben hat fünfzehn Jahre gebraucht um den Prozess zu vollenden und fing bereits mit acht Jahren an. Er hat einige von uns mit bestimmten Pflanzen gereinigt und dazu gesungen. Das alles war für uns sehr merkwürdig, denn wir hatten so etwas schließlich noch nie erlebt. Doch er sagte auch, dass das für alle gar nicht nachvollziehbar sei, denn das sei es nur für die Ureinwohner.

 

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Schwimmen im Amazonas

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Eine Eingeborene aus dem Schamanendorf hatr uns gezeigt, wie man selbst Pan de Yucca (Yuccabrot) zubereitet.

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Der Schamane mit den heilenden Pflanzen.

Nach vier wundervollen Tagen im Regenwald ging es zurück nach Quito, wo wir eine Nacht verbrachten um am nächsten Morgen früh aufzubrechen. Unser Ziel war die Lagnune Quilotoa, die auf 3.800 m Höhe in den Anden liegt. Die Lagune ist in dem Krater eines Vulkanes gelegen und der Weg an das Wasser ist ungefähr zwei Kilometer lang. Dort herunterzulaufen ist kein Problem, doch der Aufstieg ist auf der Höhe sehr anstregend und dauerte bei uns ungefähr eine Stunde. Aber die Lagune sieht so toll aus, so dass es sich auf jeden Fall lohnt.

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Die Lagune Quilotoa.

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Meine beiden besten Freundinnen Jantke, aus Deutschland und Lena aus der Schweiz, und ich.

An dem Tag sind wir noch weiter gefahren bis zu einem Ort namens Machachi, um dort in einem Hotel zu übernachten. Wir sind früh schlafen geganegn, den am nächsten Tag war ie Besteigung des Cotopaxi, dem zweithöchsten Vulkans Ecuadors mit 5897 m, an der Reihe.

So sind wir also am nächsten Morgen früh bei dem Nationalpark Cotopaxi angekommen und von dort aus noch ein ganzes Stück hoch gefahren um an einem Parkpaltz anzukommen, von dem es nur noch zu Fuß weiterging. Es hat geschneit, und vor allem wir Austauschschüler von der warmen Küste haben sehr gefroren. Der Weg fing in 4.600 m Höhe an und tatsächlich haben einige es bis auf 5000 m zu einem Gletscher geschafft, doch ich schaffte leider nur 100 Höhenmeter, denn eine Freundin und ich wurden Höhenkrank und sind ziemlich schnell wieder umgekehrt.

Schließlich sind nach und nach alle wieder abgestiegen, und uns wurde angeboten mit einem Mountainbike kleine Strecken durch den Nationalpark zurückzufahren. Das hat viel Spaß gemacht, auch wenn uns wegen des Fahrtwinds die Finger abgefroren sind, aber die Natur war einfach atemberaubend und wir haben sogar Wildpferde gesehen. Damit war auch die Cotopaxireise zuende und wir sind nach Quito zurückgekehrt.

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Zwischendurch haben wir einen kurzen Halt bei einem Aussichtspunkt in den Anden gemacht. Wir sind alle aus Machala und Finola, ganz rechts, geht sogar mit mir auf eine Schule.

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Auf dem Cotopaxi in einer Eiseskälte.

Dort haben wir noch eine Nacht verbracht und sind am nächsten Abend mit dem Bus nach Machala aufgebrochen. Wir sind durch die Nacht gefahren, um so am nächsten Morgen früh anzukommen, doch mitten in der Nacht wurden wir von einem Steinschlae aufgehalten, der die Fahrbahn verschüttet hatte und so mussten wir vier Stunden warten, bis die Straße freigeschaufelt war und kamen erst mittags in Machala an.

Diese ganzen Eindrücke und Erlebnisse haben mir wieder einmal ungekannte Seiten dieses Landes aufgezeigt. Und ich bin immer wieder beeindruckt von dieser Vielfältigkeit und der Schönheit Ecuadors.

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