Cariocas, Zuckerhut, Cristo – und wir mittendrin

Rio stand ganz oben auf der Liste meiner Reiseziele innerhalb Brasiliens. Ich habe zwar schon einiges hier im Nordosten gesehen, aber so richtig gefreut habe ich mich auf diese Reise.

Sicht auf den Zuckerhut

Rio ist einfach wunderbar! Jedoch ist eine Woche definitiv zu kurz. Es gibt so vieles zu sehen – und wenn man denkt, man hat schon so einiges gesehen, kommen immer wieder neue Orte und Sehenswürdigkeiten dazu. Los ging es nach dem ganzen WM Trubel.

Leider konnte ich nur eine Woche bleiben, da ich eigentlich noch Uni habe. Was in dem Moment, als ich gebucht habe aber erstmal zweitrangig war. Gereist bin ich mit meinem Freund Leif und seinem Freund Max, der aus Deutschland direkt nach Rio geflogen ist.

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Am ersten Tag sind wir natürlich erstmal zum Corcovado und dem Cristo Redentor hinauf gefahren. Das war mir besonders wichtig. Ich weiß nicht, ob man es nachvollziehen kann, aber für mich ist das eine Art kleiner Traum gewesen, einmal da oben beim Cristo zu stehen und auf Rio zu gucken. Von da aus hatte man auch wirklich eine super Aussicht auf die ganze Stadt.

Mittags waren wir dann an der Copacabana und habenund haben dort zu Mittag gegessen um danach ein bisschen an den Strand zu gehen. Leider ähnelt die Wassertemperatur in Rio der deutschen sehr. Der erste Tag war somit schon mal ein super Start.

Und natürlich haben wir auch die restlichen Tage einige wichtige Sehenswürdigkeiten (bis auf Museen, denn das Wetter war viel zu schön dafür) mitgenommen, wie zum Beispiel eine Free Walking Tour durch die Altstadt, das Künstlerviertel Santa Teresa und die Fliesentreppe von Selarón und den Pão de Açúcar. Das war mein absolutes Highlight (und der Christus natürlich)!!!! Denn die Aussicht ist einfach atemberaubend und wunderschön.

Die Fahrt mit der Seilbahn ist schon ziemlich cool. Man fährt erstmal zum ersten kleineren Felsen, dem Morro da Urca. Dort gibt es auch einige Cafés, Restaurants und Geschäfte für die Touristen. Von dort aus geht es dann weiter mit der Seilbahn auf den Pão de Açúcar, wo es dann wie auf verschiedenen Plattformen verschiedene Aussichtspunkte gibt. Ich hätte den ganzen Tag da bleiben können. Man hat von dem ganzen Stadtverkehr und Lärm nichts mehr mitbekommen und das Wetter hat auch mitgespielt. Wie man merkt: Ich bin nur begeistert von dieser Stadt.

Ein weiteres Highlight war die Pub Crawl Tour von unserem Hostel. Es sind auch viele Hostel-Gäste mitgekommen und wir haben uns alle gemeinsam in das Nachtleben von Lapa gestürzt, dem Stadtteil wo die Cariocas (Bewohner Rios)  gerne feiern gehen. In einem Club gab es dann Live Musik einer Samba Band. Ein bisschen Samba tanzen kann ich jetzt auch.

Unseren letzten Tag haben wir nur am Strand von Ipanema verbracht. Meine Freunde wollten eigentlich eine Favela Tour mitmachen und auf eine der bekannten Favela Partys, jedoch wollte das Hostel, das solche Touren organisiert, 85 Real dafür, obwohl es eine befriedete Favela war wo man auch theoretisch alleine hin könnte.

Das ist das Besondere an den befriedeten Favelas: Sie sind anscheinend für alle zugänglich und auf jeden Fall sicherer als die anderen. In Rio gibt es zahlreiche Favelas. Aber ich war allgemein nicht so begeistert von der Idee.

Es ist für mich nun mal so, dass ich schon ab und zu hier in Recife in einer Favela war und ich es einfach traurig finde. Klar, kann ich verstehen, dass vor allem Touristen es interessant finden, aber ich bin mir nicht so sicher, ob es das Richtige für den Tourismus ist. Eine gute Sache daran ist, dass die Führungen wohl von Bewohnern der Favela gemacht werden und sie das Geld bekommen. Somit können sie sich was dazu verdienen oder vielleicht sogar davon leben.

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Die Cariocas sind auch sehr sehr hilfsbereit gewesen. Manchmal standen wir drei einfach so in der Gegend rum und haben uns umgeschaut, und dann kam immer sofort jemand an und hat uns gleich auf Englisch gefragt, ob wir Hilfe bräuchten. Sehr sympathisch. Rio ist aber auch eine Touristenstadt, da wundert es nicht, dass einem eher geholfen wird, ohne dass man fragen muss. Erstaunlich positiv fand ich auch, dass sehr viele gut Englisch sprechen, was leider in Recife nicht unbedingt der Fall ist.

Rio war wirklich großartig, ich glaube ich habe mich wirklich in diese Stadt verliebt. Hoffentlich klappt es, 2016 zur Olympiade zu reisen. Dann wird alles nachgeholt!

Jetzt bin ich seit sechs Tagen wieder in Recife und in fünf Tagen geht’s auch schon wieder los. Dann aber auch mit offizieller Erlaubnis, denn am Mittwoch endet das Semester für mich. Noch eine Prüfung und dann geht’s ab nach Salvador und die Chapada Diamantina in meine verdienten Ferien – wie ich finde.

 

 

 

Ein Gedanke zu „Cariocas, Zuckerhut, Cristo – und wir mittendrin

  1. Jürgen

    Hallo Laura, besten Dank für die Beschreibung Deiner Eindrück in Rio und die Tipps. Ich werde Anfang April für 12 Tage dort sein, weswegen ich derzeit auf der Suche nach Tipps und Erkundungsmöglickeiten bin. Weiterhin viel Spaß in Brasilien und grüße mir Recife – ich hab‘ dort ein paar Verwandte. Viele Grüße, Jürgen

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