First days…is it real?

Nun die ersten Tage waren voll und ich hatte viel zu tun. Am Samstag bin ich mit meiner Gastschwester Joy zu dem Musical Bare gegangen und ich habe meine Schule gesehen. Außerdem haben wir mir eine Bluecard für die Schule besorgt.

In dieser Karte ist bestätigt, dass ich alle Impfungen habe und somit nicht bestimmte Krankheiten bekommen kann; ohne die lassen sie mich nicht zur Schule. Das war ganz spannend, denn eigentlich hätte ich etwas zahlen müssen, doch da ich aus Deutschland komme und die Frau Deutsch studiert und nach Deutschland möchte, meinte sie, dass wir nichts bezahlen müssen. Das war so lieb.

Am Sonntag bin ich mit meiner Gastschwester Callie in die Kirche gegangen. Meine Familie ist nicht religiös, nur meine Gastschwester ging auf eine katholische Schule, weshalb sie so oft es möglich ist, zur Kirche geht. Außerdem hat meine Familie keine Waffen. Das ist recht ungewöhnlich im Süden, aber es ist nicht unbedingt schlecht. Montag sind wir dann in die Schule gegangen, um mich zu registrieren und meinen Stundenplan zu organisieren.

Ich habe Health, Geometry H, Theater (zwei Stunden, da ich im Magnet bin, das heißt, da sind alle drin, die sich für Theater interessieren. Eigentlich hätte ich dafür vorspielen müssen, doch da letztes Jahr ein deutscher Austauschschüler mitgemacht hat und mein Gastvater die Lehrerin kennt, hat sie mich auch so genommen), US-History, Vocal Ensemble (Chor), Chemistry H und English H. H bedeutet Honors und das sind schwerere Kurse als normale, dort sind auf den High Schools meistens auch die Kinder, die weniger soziale Probleme haben.

Zu den Zeiten: Ich habe jeden Tag von 8 bis 15:10 Schule. Jede Stunde ist 47 Minuten lang, außer die 5., dort habe ich mittendrin Lunch für 24 Minuten, das heißt ich verlasse Geschichte nach 24 Minuten und mache nach dem Lunch nochmal 24 Minuten Geschichte, echt sinnvoll… Am Mittwoch haben wir einen besonderen Tag, da habe ich jeweils nur 42 Minuten Unterricht, weil wir zu unserer Advisory Class gehen müssen, wo wir einen Vertrauenslehrer haben, der uns bei allem hilft.

Das ist alles sehr kompliziert. Hinzu kommt noch, dass der Gebäudekomplex aus zwei Schulen besteht. New Century und Lee High School. Ich gehe auf die Lee. Insgesamt sind es ca. 750 Kids von der 9-12 in der Lee High School und ca. 350 von der 9-12 in New Century. Das Gebäude ist wirklich riesig. Wir haben zwischen den Stunden immer 4 Minuten Pause, die ich aber auch brauche, um vom einen Raum zum anderen zu hetzen. Wenn man zu spät kommt, bekommt man einen Tardi. Bei zu vielen Tardis gibt´s natürlich Ärger. Einige Lehrer sind da strenger als andere.

Dienstag ging meine Schule los und ich habe mich ein wenig verloren gefühlt. Ich wusste nicht wohin und habe mich kaum getraut zu reden. Doch Theater war von Anfang an toll! Als ich dort reinkam, kam ein Senior, den ich durch meine Gastschwester kannte, auf mich zu und meinte, er müsse mich vorstellen.

Kurz darauf stand ich vorne an der Tafel, 25 Augenpaare auf mich gerichtet und neben mir Austin, der mich als die neue Deutsche vorstellt. Alle waren super lieb und so verrückt. Es war toll. Nochmal zur Erklärung, weil ich das vorher zum Beispiel nicht wusste. 9. Klasse: Freshmen, 10. Klasse: Sophomore (wobei man das zweite o nicht spricht), 11. Klasse: Junior, 12. Klasse: Senior. Ich bin ein Sophomore.

In der ersten Woche habe ich schon ettliche Tests hinter mich gebracht. Allein in History 3, 1 in Mathe, 1 in Englisch und natürlich das Bellwork, was man direkt nach dem Klingeln macht, musste vorgezeigt werden.

Hier sind die Lehrer und Regeln strenger. Es gibt einen Dresscode und „Wachen“ auf den Fluren, weshalb man einen Zettel vom Lehrer braucht, um auf die Toilette zu gehen, und Tests. Doch letztlich mache ich viel weniger Unterricht. In Deutschland hatte ich 60 Minuten, wobei wir schon froh waren, wenn die Lehrer 10-15 Minuten Verspätung hatten. Hier habe ich 47/42, wobei wir später anfangen und in sehr sehr vielen Stunden früher enden und zwischendurch ganz viel privates, also nicht-schulisches, reden. Die Schule ist vielleicht nicht super leicht, einfach weil es nicht meine Muttersprache ist, aber sie ist zumindest nicht zu schwer.

Vor allem sind die Leute hier sehr offen. Ich ging am Freitag die Treppen hoch und auf einmal ging ein Junge neben mir, mit dem ich weder eine Klasse hatte, noch hatte ich ihn überhaupt mal gesehen, und er fragte mich, ob ich Vivienne, meine Theater-Lehrerin, mag. Und kurz darauf war er wieder einfach in seinem Klassenzimmer verschwunden. Oder ein Mädchen, das ich flüchtig kannte, hat sich morgens, als wir warten mussten, zu mir gestellt, einfach nur, damit ich nicht alleine bin. Und in Klassen, in denen ich mitten im Unterricht gefragt werde, wie lange ich schon hier bin. Die Leute sind super lieb und auch wenn ich noch zu niemandem Freundin sage, kann ich immerhin sagen, dass ich sie alle mag und wir uns gut verstehen. Und das, nachdem ich vier Tage Schule hatte.

Ich habe auch schon sooo viel probiert. Ich bin nur am Essen. Aber es schmeckt! Zum Beispiel Bagel. Gott, ich liebe Bagel! Das toppt kein Schwarzbrot der Welt! Oder Erdnussbutter, wobei ich noch nicht entschieden habe, ob ich das wirklich mag. Amerikanische Tacos, Donuts, Erdnussbutter in Schokolade, natürlich habe ich auch schon Bacon gegessen,… Außerdem waren wir bei YoMo (Yoghurt Mountain). Das gibt es wohl auch in Deutschland, aber ich habe das noch nie probiert. Und es ist so gut!

Und nach meinem ersten Schultag waren wir essen und ich habe French Fries (Pommes) mit Hackfleisch und Käse und einer Art Chilisoße oder -Marinade probiert. Sehr lecker! Joa das wars auch schon. Heute ist Barbecue mit dem Freund von Callie und den Eltern von meiner Gastmutter angesagt und morgen dann mal wieder Schule.

See y´all! Lea

 

Es sieht komisch aus, weil ich einfach alles probiert habe, aber es ist SOOOO gut!

Es sieht komisch aus, weil ich einfach alles probiert habe, aber es ist SOOOO gut!

Meine riesige Schule, rechts und links geht es weiter.

Meine riesige Schule, rechts und links geht es weiter.

 

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