BACKPACKING mit Koffer 1.0

Der Titel deutet ja schon darauf hin, worum es in meinem nächsten Blog-Eintrag geht: und zwar um eine eigentlich eher typische Backpacker Reise. Jedoch habe ich komischerweise, trotz des Wissens dass ich in Brasilien vereisen werde, keinen typischen, praktischen Reiserucksack gewählt, sondern bin mit zwei sehr großen Koffern nach Brasilien gereist.

Morro do Pai Inácio

Morro do Pai Inácio

Typisch Frau: der eine war so gut wie leer, weil ich mir ganz fest vorgenommen hatte, mir einfach alles hier zu kaufen. Falsch gedacht. Da hat meine männliche Begleitung, muss ich jetzt einfach zugeben, weiter gedacht als ich. Aber wie heißt es so schön: Was nicht passt, wird passend gemacht! So und nun nach dieser kleinen Anekdote zum eigentlich Bericht:

Zehn lange Tage waren es in Recife bis es endlich los ging mit der Rundreise durch Brasilien. Alle Prüfungen waren geschrieben und ich konnte mein Abreisetag kaum abwarten. Los ging’s in Salvador, Bahia. Am Flughafen haben mich schon Leif, Max und Fernando erwartet. Fernando ist ein guter Freund von Leif aus Salvador, bei dem wir für die nächsten acht Tage wohnen durften. Das war wirklich klasse für uns, weil wir dadurch Salvador von einer ganz anderen Seite kennenlernen konnten. Wie man heute so schön sagt wurde uns die Stadt von einem „local“ gezeigt. Aber für die Jungs war es vor allem toll, weil sie mal einen Einblick in den Alltag einer brasilianischen Familie werfen konnten, den ich ja selbst durch meine eigene Familie erleben durfte. Fernando’s Familie war wirklich sehr gastfreundlich. Man hat sich dort mehr wie ein weiteres Familienmitglied gefühlt und nicht nur als Gast.

In den acht Tagen, haben wir drei Tage in der Chapada Diamantina verbracht. Dieser Nationalpark ist ca. 400 km von Salvador entfernt und liegt inmitten des Bundesstaates Bahia. Die Natur ist hier wirklich sehr besonders. Ich habe so etwas vorher noch nie gesehen. Als wir dort hingefahren sind, waren wir fast durchgehend von einer staubtrockenen Landschaft umgeben, dem Sertão.

Aber wenn man dann erstmal ankommt, durchquert man kleine Waldabschnitte und es wird grüner. Dieser Nationalpark hat auch trockene Abschnitte, jedoch auch viele Wälder und Flüsse und Wasserquellen. Chapada bedeutet so viel wie „Region mit Steilen Klippen“ und Diamantina bezieht sich auf die Diamantfunde mitte des 19. Jahrhunderts. Wir haben uns in der Kleinstadt Lençois einquartiert um von dort aus den Park zu erkunden. Unsere „Pousada“ war einfach total niedlich und die Besitzerin Patricia die selbst dort wohnt mit ihren Mann, ihrer Tochter Flora und ihrem Chihuahua, ist super freundlich und hilfsbereit. Lencois ist auch eine sehr niedliche Stadt, mit vielen Alten Häusern die sehr schön restauriert sind. Aber was mir besonders gut gefallen hat war die Sicherheit. Man konnte sich endlich mal etwas freier bewegen als sonst und konnte auch alle seine Wertsachen bedenkenlos mitnehmen.

Pratinha-Kristallklares Wasser

Pratinha – Kristallklares Wasser

In diesem Hostel haben wir auch eine tolle Gruppe kennen gelernt, mit denen wir am zweiten Tag einen ganzen Tag lang den Ausflug durch den Park unternommen haben. Dieser Ausflug war wirklich klasse. Wir haben fünf verschiedene Ausflugsziele besucht und es war vor allem ein sehr aktiver Ausflug. Der Park hat ne Menge zu biete, vor allem wenn man gerne wandert.

Eigentlich war wandern immer nichts für mich, aber ich kann gut verstehen warum es doch so viele Wander-Fans gibt. Erstens sieht man einfach sehr viel mehr und erlebt die Natur viel bewusster. Und zweitens tut die körperliche Anstrengung irgendwie gut. Ein wenig hat mich die Wanderlust jetzt auch gepackt! Vielleicht sollte ich mir zum nächsten Geburtstag mal Wanderschuhe wünschen anstatt des neuestes Smartphones. Mir hat es auf alle Fälle sehr gut gefallen in der Chapada! Das war Natur pur! DCIM100MEDIA

Cachoeirinha

Cachoeirinha

Wieder zurück in Salvador sind wir es dann wieder etwas ruhiger angegangen. Ein ganz besonderes Erlebnis hatte ich dann aber doch noch. Und zwar ist Fernandos Mutter Direktorin einer Grundschule in der Nachbarschaft. Jedoch ist es keine Nachbarschaft wie wir sie kennen und auch nennen. Die Brasilianer ersetzen lieber das Wort Favela durch Nachbarschaft oder Gemeinde.

Diese Schule liegt in einem besonders kritischen Teil der Gemeinde. Dort herrschen oftmals Bandenkriege und der Unterricht fällt deswegen aus und die Kinder müssen so schnell wie möglich nach Hause. Denn die Gefahr von einem Querschläger getroffen zu werden ist sehr hoch. Die Mutter bat mich für einen Nachmittag vorbei zu kommen, um den Kindern doch etwas Deutsch bei zu bringen. Es war eine einzigartige Erfahrung für mich. Ich habe zwar schon vorher viel mit Kindern zu tun gehabt, aber dieses Mal war es anders.

Auf der einen Seite war es so schön zu sehen, wie sich die Kinder gefreut haben und sich für ein paar kleine Sätze begeistern konnten. Aber auf der anderen Seite war mir auch bewusst, dass viele von diesen Kindern sehr arm sind und nicht die gleichen Chancen wie viele andere Kinder in Brasilien haben. Zumindest weiß ich, dass ich den Kindern für einen Nachmittag eine kleine Freude bereiten konnte. DCIM100MEDIA

Nach wunderbaren acht Tagen in Bahia, war mein nächstes Ziel der Nationalpark  Lençois Maranhenses mit Zwischenstopp in São Luis im Bundesstaat Maranhão.

 

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