Die Erasmus-Seifenblase

 

Ein Blick auf meinen Kalender sagt mir, dass ich schon über drei Wochen in Göteborg wohne. Die Zeit rast, die Tage sind lang und ich habe das Gefühl, schon seit Monaten hier zu leben. Die Uni hat schon angefangen – und trotzdem: von Routine keine Spur.

Vielleicht hat es etwas mit dem schwedischen Kurssystem in den Universitäten zu tun. Alle vier Kurse die ich dieses Semester belegen werde, finden nacheinander statt und dauern jeweils drei bis vier Wochen. Und jede Woche gibt es einen neuer Stundenplan, der voll mit Ausflügen und Gruppenprojekten ist.

Aber am Wahrscheinlichsten hat die fehlende Routine etwas mit dem Erasmus-Programm zu tun. Die Schweden tun ihr Bestes, damit wir uns in Göteborg wohl fühlen. Angefangen bei der Ankunft mit mehreren Willkommensveranstaltungen, bis hin zu zahlreichen Freizeitaktionen, ist die Woche immer gut gefüllt. Es ist, als wären hunderte von Erasmus-Studenten in einer Riesenseifenblase und würden in dieser Seifenblase ein halbes Jahr eine riesige Party schmeißen.

Erasmus-Seifenblase 2

Und natürlich geht es auch darum andere Kulturen kennenzulernen und sein Englisch und vielleicht auch sein Schwedisch zu verbessern. Aber vor allem lerne ich hier ein wenig bayrisch. Gefühlte 70 Prozent der Erasmus-Studenten in Göteborg sind Deutsche. Da fällt es sehr schwer, nicht auch ab und zu ein wenig deutsch zu sprechen, oder eben bayrisch. Und streng genommen ist für uns Kieler Bayern eh ein bisschen „Ausland“.

Ich muss sagen, ich fühle mich sehr wohl in dieser Erasmus-Seifenblase. Aber auch ich werde ab und zu diese Komfort-Zone verlassen und mit Einheimischen schwedisch sprechen. Und auch das wird super!

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