Touri-Genuss in Bogotá

Ich heiße euch herzlich Willkommen!
Noch stehe ich am Anfang meines Abenteuers, jung, motiviert, voller Hoffnung, Zuversicht und Lebensfreude, welche mich – so hoffe ich zumindest – dieses Jahr nicht verlassen werden.Aber beginnen wir mit einer kleinen Vorstellung: Momentan befinde ich mich in Kolumbien – genauer gesagt Bucaramanga – einer Stadt mit ca. 600.000 Einwohnern auf einer Fläche von 165km².

Mit dem Abi frisch in der Tasche habe ich mir erlaubt, mir ein Jahr zu nehmen, um mich auf ein Abenteuer zu begeben, das mich, mein Leben und all meine Wertvorstellungen festigen oder auch verändern soll. Vor mir liegt ein Jahr Arbeit mit Kindern und Erwachsenen mit geistigen Behinderungen, hauptsächlich Down Syndrom; ein Jahr als Kolumbianerin, ein ganzes Jahr voller neuer Eindrücke und Inspiration.
Nun, fangen wir doch dort an, wo es für mich angefangen hat: BOGOTÁ
Am 26. August kam ich nach einem langen, aber doch angenehmen Flug, obwohl Lufthansa leider ein unerwartet recht kleines Angebot an Filmen hatte (an dieser Stelle möchte ich die Filme „Der Medicus“ und „Transcendent“ dringend weiterempfehlen!), gegen Nachmittag in der Hauptstadt Kolumbiens an.

Am Flughafen wurden wir – also meine 39 Mitfreiwilligen und ich – bereits erwartet und in einem Reisebus, der nicht genug Sitzplätze für unsere Gruppe hatte, sodass wir teilweise zu dritt auf zwei Plätzen sitzend durch einen durchaus chaotischen Verkehr und über Straßen mit mal kleiner, mal größeren Löchern zu unserer Stätte für die nächsten vier Tage kutschiert. Willkommen in Kolumbien!
Beim Aussteigen merkte ich sofort, dass es bitterkalt war – der Anblick der Palmen täuscht! Ein Blick auf’s Thermometer – Spaß, ein Blick auf die Wetterapp – 10°C! Tatsächlich fühlte es sich aber sehr viel kälter an.
In dem schönen Bürohaus der mich entsendenden Organisation AFS (nur weiterzuempfehlen!) gab’s dann gleich kolumbianische Pizza frisch bestellt von Domino’s. Und für die meisten von uns ging’s nach der Begrüßung auch schon schnell in’s Bett – immerhin war es in Deutschland inzwischen 2 Uhr morgens!
Am nächsten Morgen gab’s ein köstliches Frühstück, nachdem ich gefühlte zehn Mal in der Nacht aufgewacht bin und mich hellwach und topfit gefühlt habe, und die meisten von uns schlossen erste Freundschaften mit durchaus interessant aussehenden kolumbianischen Früchten.

Eine köstliche Frucht, die von außen aussieht wie eine Orange, von innen wie Kaviar oder auch Gehirninneres und süßlich schmeckt mit Samen zum Kauen drin wie man es von einem Granatapfel kennt.

Eine köstliche Frucht, die von außen aussieht wie eine Orange, von innen wie Kaviar oder auch Gehirninneres und süßlich schmeckt mit Samen zum Kauen drin wie man es von einem Granatapfel kennt.

Den Tag über hatten wir viel Programm: eine Einführung in die kolumbianische Kultur (eigentlich nur eine Wiederholung dessen, was ich bereits auf dem Vorbereitungsseminar gelernt habe), ein interessantes Gespräch mit erfahrenen kolumbianischen Gasteltern, kolumbianisches Mittagessen, kolumbianisches Abendessen, pipapo. Von der Esskultur habe ich mich also schon begeistern lassen!

Fahrradtour im Regen

Da der erste Tag eher weniger erlebnisreich war, erzähle ich lieber von dem nächsten Tag, an dem – wieder nach einer Nacht mit vielen Unterbrechungen – eine Fahrradtour durch die Stadtmitte anstand. Wer mich ein wenig besser kennt, der weiß vielleicht, dass Fahrradfahren nicht unbedingt zu meinen Stärken gehört! Somit sollte einem jeden bewusst sein, welchen Gefahren ich mich im Verkehr Bogotas ausgesetzt habe, nur um die Stadt zu erkunden. Zum Glück waren wir aber eine große Gruppe, sodass ich heil geblieben bin. Mit dem Wetter hatten wir – wie es in Kolumbien so ist – leider weniger Glück, sodass wir in unseren Regenponchos auf unseren Fahrrädern sicherlich kaum als Touristen zu erkennen waren.

 

Früchtemarkt

 

Neben den typischen Sehenswürdigkeiten war mein persönliches Highlight der Früchtemarkt, auf dem wir die verschiedensten und typischen Früchte Kolumbiens probieren durften. Ein wahres Früchteparadies!

 

 

 

 

Flott unterwegs

 

 

Schlussendlich durfte ich mich auf dem Plaza Bolivar dann als wahrer Tourist zu erkennen geben, aber seht selbst!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meinen Tag konnte ich dann dank der Einladung der ehemaligen Hebbelschülerin Leslie Krumwiede in dem Teatro Mayor Julio Mario Santa Domingo bei der Vorstellung „Romeo und Julia“s des Ballett Zürichs in Begleitung des Orquesta Sinfónica Nacional de Colombia in geschlossener Gesellschaft ausklingen lassen. Es war großartig, fantastisch, atemberaubend!
Dieser Zufall, dass zwei (endlich) ehemalige Hebbelschüler unterschiedlicher Generationen sich in einem Theater in Kolumbien das erste Mal begegnen, hat mir nur wieder bewiesen, dass die Welt unendlich klein ist. Und das bedeutet doch wiederum, dass ich gar nicht so unendlich weit weg bin.

Mit diesen Worten bedanke ich mich abschließend für eure Geduld, Neugier und Wissbegierde.
Beim nächsten Mal hört ihr dann von meinen ersten Erfahrungen in meiner Gastfamilie. Seid gespannt!
Hasta pronto!

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