BACKPACKING mit Koffer 2.0 – die Leichtigkeit des Seins

Den Bericht über den zweiten Teil meiner Reise, werde ich wohl nicht mehr ganz in Brasilien zu Ende schreiben können, da es morgen schon wieder nach Hause geht. Schon ist hier das richtige Wort. Ab und zu packte mich wirklich das Heimweh und ich konnte es kaum erwarten nach Hause zurück zu fliegen, aber jetzt wo es so nah ist, wird einem doch anders. Fünf Monate sind schon lang, aber halt doch nicht so lang wie ich es am Anfang vermutet habe.

Altstadt von São Luis

Altstadt von São Luis

In São Luis angekommen, schwankte meine Begeisterung von: „Oh ja, es ist warm und die Sonne scheint“!  zu: „Hilfe es ist viel zu heiß!“ (in Salvador war es nicht ganz so warm). Zudem wurde meine allgemein immer weiter sinkende Stimmung dadurch verstärkt, dass São Luis die Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão, wie eine Geisterstadt wirkte. Es war menschenleer und einfach zu warm um sich in irgendeiner Art draußen zu bewegen. Es wurde auch nicht dadurch besser dass das Hostelpersonal an einer eher norddeutschen Unterkühltheit litt. Aber vor allem wurde uns auch dringendst geraten, sehr gut auf unsere Wertsachen aufzupassen und am Besten gar keine erst mitzunehmen, da es sehr gefährlich sei. Einfach das totale Gegenteil von der Chapada Diamantina.

Na gut, was solls dachte ich mir. Die Brasilianer übertreiben ja gerne auch mal. Aber den Rat mit den Wertsachen habe ich mir dann doch zu Herzen genommen. Ich habe auch sofort im Hostel nette Leute kennengelernt. Zusammen sind wir abends zu einem Jazz Festival im Zentrum gegangen und haben ein paar Bierchen getrunken und über unsere nächsten Reisepläne gesprochen. Das Tolle war, dass die meisten auch zu den Lençois Maranheses wollten. Ein paar kamen aber auch gerade von dort und haben nur Tolles von diesem Nationalpark erzählt. Mitten in der Nacht kamen dann auch endlich Leif und Max aus Salvador angereist.

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Hängematte in unserer Pousada in Barreinrinhas

Und Montag, schon wieder in der Nacht, um 3:30 Uhr um genau zu sein, kam dann auch schon der Mini-Van, der uns dann nach Barreirinhas in die Lençois gefahren hat. Nach vier Stunden Fahrt durch eine eher trockene Landschaft sind wir dann endlich mit großen Erwartungen angekommen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Das Hostel war eher ein Hotel mit direktem Zugang zum Fluss Preguiças und dem besten Frühstücksbuffet, dass es bis dahin auf der Reise gab! Und das Beste: Überall gab es die Möglichkeit sich in eine Hängematte zu legen (ich liebe Hängematten)!!!

Am gleichen Tag haben wir auch gleich den Hauptausflug in die Lençois (Dünenlandschaft) gemacht. Es war fantastisch! Mit einem großen Jeep sind wir durch den Nationalpark über sehr schmale Sandwege mit vielen Büschen und Bäumen an der Seite durch die Wildnis gefahren. Es war wirklich holprig, und wenn man nicht aufgepasst hat, peitschten einem die Zweige regelrecht ins Gesicht. Und in den Kurven hatte der Jeep teilweise solch eine Schräglage drauf, dass man sich eigentlich schon bekreuzigen konnte. Aber das Auf-und-Ab-Hüpfen, Klappern und Rattern hat sich eindeutig gelohnt.

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Als die Karawane von Jeeps, beladen mit Touristen, am Ausgangspunkt der Tour ankam, erwarteten uns die riesigen, viel versprechende Dünen. Oben auf den Dünen offenbarte sich dann eine atemberaubende Dünenlandschaft, die Ähnlichkeiten mit der Sahara aufweist. Jedoch hat diese Landschaft etwas ganz Einzigartiges – und zwar die zahlreichen Lagunen zwischen den Dünen.

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Eine Lagune in den Lençois Maranheses

Das nächste Ziel war Jericoacoara im Bundesstaat Ceará. Dieses kleine ehemalige Fischerdörfchen war jedoch nicht so leicht und vor allem nicht direkt von Barreirinhas aus zu erreichen. Wir mussten mal wieder mitten in der Nacht aufbrechen, um nicht noch irgendwo „zwischen“ übernachten zu müssen. Durch zwei Bundesstaaten ( Maranhao, Piauí) und mit drei verschieden Fahrzeugen sind wir dann endlich gegen Mittag in Jijoca, dem nächst größeren Ort  angekommen.

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Durch den Nationalpark durch über Dünen und durch kleine Wege offenbarte sich nach ein paar Kilometern eine wunderschöne Landschaft. In Jeri (wie die Bewohner gerne sagen) hatten wir dann das Problem einer Unterkunft. Der Ort war propp voll mit Touristen aus aller Welt und auch mit brasilianischen Touristen. Denn im gesamten Bundesstaat war am nächsten Tag ein Feiertag und alle wollten deshalb das Wochenende in Jeri verbringen. Aber wie das Schicksal immer so schön interveniert, hatten wir Glückund im ersten Hostel erstmal für eine Nacht ein Zimmer zu bekommen. Dort trafen wir dann Isabela. Sie kommt eigentlich aus dem Bundesstaat Mato Grosso der zentral in Brasilien gelegen ist. Jedoch hatte es sie schon vorher in den Nordosten gezogen. Bei ihr konnten wir sozusagen privat unterkommen. Das hatte wirklich Charme denn wir haben uns zwar dadurch um alles selbst kümmern müssen, was aber auf der anderen Seite auch mal wieder ganz schön war.

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Lieblingsplatz

Dadurch haben wir natürlich mal wieder von einem „local“ super Geheimtipps bekommen die uns dann auch mal weniger gekostet haben. Aber eines der absoluten Highlights der ganzen Reise war die Tour zu der Lagoa Paraíso. Meine Liebe zu Hängematten ist ja schon offensichtlich, aber hier gab es sie sogar im Wasser =) =) =) !!! In der Lagune um genau zu sein. Dieser Ort hat sich den Namen wirklich verdient. Es war paradiesisch und einfach der perfekte Platz zum entspannen und abschalten. Dort konnte man Glück tanken! Die Leichtigkeit des Seins genießen!

 

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