Die Zeit rennt in Alabama

112 Tage. So lange bin ich schon hier. Ist es wirklich schon so lange her? Es fühlt sich wie gestern an, dass ich mich mit meiner Familie am Flughafen zum Abschied getroffen habe.

Ich erinnere mich noch genau, wie wir zu unserem Flieger gingen; ich winkte meiner Familie noch einmal zu. Und jetzt bin ich hier und es fühlt sich wie das normalste auf der Welt an. Ich liebe meine Gastfamilie. Ich kann immer mit ihnen lachen, sie sind einfach verrückt und so liebenswert.

Meine Schule ist nicht mehr hart für mich. Gott, die paar Tests die Woche, das ist nicht mehr viel lernen. Meine Theatergruppe ist einfach super! Meine Geschichtsklasse – was ich niemals gedacht hätte – ist super liebenswert. Mittlerweile treffe ich immer im Gang jemandem, dem ich Hallo sage. Auch wenn ich in der Stadt unterwegs bin, sind da immer Leute, die ich kenne und mit denen ich reden kann.

Es fühlt sich langsam an wie zu Hause. Ich habe es vermisst. Außerdem kann ich wohl mittlerweile behaupten, dass ich fließend Englisch spreche. Klar, es gibt Wörter, die ich nicht weiß und mein Akzent ist (leider) immer noch da, aber zumindest verstehe ich den Akzentder anderen mittlerweile und ich kann schon deutlich schneller als am Anfang sprechen.

Die letzte Zeit war voller neuer Erfahrungen, weshalb ich wenig Zeit hatte, einen neuen Blogeintrag zu schreiben. Deshalb versuche ich mal zusammenzufassen, was ich im letzten Monat so getan habe.

Austauschschüler machen das Spacecenter unsicher.

Austauschschüler machen das Spacecenter unsicher.

Wir hatten ein Wochenende in Huntsville mit allen Austauschschülern. Es sind einige Gruppen von Austauschschüler aus Georgia, Südalabama und Tennessee zu uns nach Huntsville gekommen. Zuerst haben wir das Spacecenter hier besucht. Wenn jemand in Deutschland Huntsville kennt, dann höchst wahrscheinlich wegen den Raketen.

Denn Deutsche haben früher beim Raketenbau geholfen, weshalb einige Deutsche hierher gekommen sind. Dort gab es einige Simulatoren, die für uns Jugendliche deutlich spannender waren, als die Vorträge. Danach sind wir zu unserem Botanicalgarden gefahren, wo sie uns stolz erzählt haben, dass das Schmetterlingshaus das größte im Südosten der USA ist. Da es ein schöner Tag war, konnten wir uns draußen hinsetzen und viel miteinander reden. Es war super, da wir eine große Gruppe waren, waren mehrere Nationen vertreten und es war ein super schönes Miteinander.

Vertretene Nationen: Amerika, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Georgien, Libanon.

Vertretene Nationen: Amerika, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Georgien, Libanon.

Abends sind wir dann noch zusammen in die City gefahren, wo wir draußen Pizza gegessen haben und nebenbei hat eine Band gespielt. Am Sonntag sind wir dann noch zu einer Höhle gefahren, die echt riesig war und tief in den Boden ging. Das Wochenende hat mir einfach noch einmal gezeigt, warum ich hier bin, denn es hat einfach so viel Spaß gemacht. Dort gab es einen Spanier und Italiener, die beide einen herrlichen Akzent hatten, was uns sehr amüsiert hat.

 

 

Das sind meine Freundin Presley und ich in unserer Chorkleidung, die hier von meiner Schule gestellt wurde.

Das sind meine Freundin Presley und ich in unserer Chorkleidung, die hier von meiner Schule gestellt wurde.

Und danach bestand mein Leben nur noch aus Wettbewerben. Ich bin hier sowohl im Theater- als auch im Chor-Programm und hier wird es anders gehandelt als in Deutschland. Es gibt viele Shows und Konzerte und vor allem viele Möglichkeiten irgendwo vorzusingen oder vorzuspielen.

Zum Beispiel habe ich vorgesungen für den All City Choir. Der Name sagt eigentlich schon voraus, dass der Chor aus Sängern aus meiner Stadt gespickt wurde. Solange man die Lieder kannte, war man eigentlich gut genug, um in den Chor zu kommen, aber es war natürlich immer noch spannend. Ich habe es geschafft und Ende Oktober hatten wir dann unser Konzert mit dem Chor. Wir hatten zwei Tage Probe und haben dann vorgesungen. Ich hatte Glück, denn es gab ein deutsches Lied, was für mich natürlich relativ leicht war.

Nach diesem Chor konnte man noch für All State Choir vorsingen. Dort suchen sie die Sänger aus dem ganzen Staat – und dort ist es natürlich deutlich schwerer in den Chor zu kommen. Die Lieder waren deutlich komplizierter und es bewerben sich mehr Sänger. Die Auditions waren am 20. November und es war sehr aufregend. Ich weiß nicht genau, wann ich erfahren werde, ob ich es geschafft habe, aber wir drücken mal alle Daumen. Zumindest habe ich es versucht.

Außerdem gab es einen Wettbewerb namens „Trumbauer District“. Das ist ein sowohl Theater als auch Musical und Tanzwettbewerb, der hier ganz groß ist. Meine Theatergruppe hat ein kleines Stück vorgeführt, ich hatte einen Monolog und ein Duett, beides schauspielerisch. Dies war nur für meinen Distrikt und wer es weiter geschafft hat, für den geht es im Dezember weiter in „Trumbauer State“ (also alle aus dem Staat), bei dem man richtigen Medaillen für den ersten, zweiten, dritten Platz belegen kann.

Unser Stück ist leider nicht weitergekommen, aber sowohl mein Monolog als auch mein Duett haben es geschafft, demnach wird es im Dezember spannend. Ich verspreche mir jedoch nicht viel, nur dass es ein paar sehr spannende und lustige Tage werden.

Jetzt habe ich erstmal eine Woche frei, da Thanksgiving ansteht. Es ist echt extrem, wie schnell die Zeit vergeht. Ich bin schon beinahe vier Monate hier, das ist unglaublich für mich. Ich habe Angst, dass die Zeit nachher viel zu schnell vorbei ist. Doch genießen werde ich jede Sekunde, denn ich möchte meine Zeit hier nicht bereuen. In den Ferien fahren wir an den Golf von Mexiko *Vorfreude*. Ich melde mich dann nach den Ferien wieder.

Ganz Liebe Grüße

Lea

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