Live, travel, adventure, bless, and don’t be sorry.

Ich sitze vor Burger King. Schon wieder, mal wieder…immer wieder, wenn wir Internet und Strom brauchen oder ich Gründe finden möchte, mich das nächste Jahr nur noch gesund zu ernähren. Klar, die guten Vorsätze, bald ist es ja schon wieder so weit. 
Da bin ich wieder zu Hause, Silvester, nach 158 Tagen unterwegs, nach zehn neuen Ländern in meinem Reisepass, nach tausenden Kilometern hinter mir, nach ganz vielen, unvergesslichen Momenten, nach neuen Freundschaften, nach alten Freundschaften, nach Fernweh, nach Heimweh, nach, nach, nach Hause, endlich wieder.

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Familie, Freunde, Weihnachten, Silvester, für mich gab es kein besseres Timing. Doch fern ab von der Relevanz der wichtigsten Menschen in meinem Leben, die mir – so angesteckt ich auch vom Reisefieber bin – keine Reise der Welt ersetzen kann, freue ich mich auf die alltäglichen Sachen zu Hause, auf die all zu bekannten „Selbstverständlichkeiten“. Um ganz ehrlich zu sein, kommt mir mein zu Hause wie ein riesiges Luxushotel vor, vielleicht ist es das auch tatsächlich und ich habe es die letzten 19 Jahre einfach nicht bemerkt.
Ich teile meine neugewonnene Erkenntnis gerne mit jedem, der noch zu Hause wohnt:
In Anbetracht der Tatsache, dass wir momentan unser Geschirr mit Sand im Fluss spülen, ich froh bin in meinen Rucksack ab und an nochmal frische T-Shirts zu finden und ich mir – öfter als ich hätte stolz darauf sein können – meine Zähne bei Burger King geputzt habe, muss ich zugeben, dass mal den Müll raus- oder die Wäsche runterzubringen ein lächerlich geringer Preis für den Komfort zu Hause war.

Naja, mir wurde das auch immer gepredigt, aber ich denke, da muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen.
Ich kann euch nur sagen, dass wir, also Tom, Lennard und ich (Freunde aus Kiel, mit denen ich seit fast drei Monaten 24/7 aufeinander hänge) ekstatisch angefangen haben von zu Hause zu phantasieren, seit wir uns zu dritt den Van teilen. Und von Döner, von einem anständigen Döner träume ich schon seit Vietnam.

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Doch, man kann auch mit weniger glücklich sein, vielleicht eine der Sachen, die ich während der Reise viel mehr erfahren als wirklich gelernt habe. Unglücklich war ich während der ganzen Zeit nämlich nie und bin es immer noch nicht, ganz im Gegenteil…

Auf der Rückseite meines ersten Interrail Tickets stand mal: „Travelling is the only thing you buy that makes you richer.“
Mittlerweile habe ich verstanden, was gemeint ist.
 Egal, ob ich mir in Seoul eine Einzimmerwohnung oder in der Mongolei eine Jurte geteilt habe, egal, ob in Bangkok nur noch das heruntergekommenste Hostel ein Zimmer für uns frei hatte oder die russische Eisenbahn mal wieder überfüllt war und man versuchen musste 75 Stunden am Stück im Zug rumzukriegen, es war immer Abenteuer. Und Abenteuer war immer gut.

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Was soll der Blogeintrag nun eigentlich werden?
Schlaue Ratschläge bekommt man im Leben ja schon genug, die möchte ich euch ersparen. Ich fand das Reisen toll, ich werde es wohl immer toll finden und für mich war es genau das Richtige nach dem Abi, aber ich will da niemandem reinreden. Macht, was euch glücklich macht!
Ganz am Ende bin ich mit meinen Berichterstattungen ja auch noch nicht, Südostasien steht noch aus, Südkorea und meine Reise nach Neuseeland. Wobei letztere schon auf einem anderen Blog von uns zu dritt dokumentiert wird. 
Doch bevor ich nach Hause komme und in der so schönen Weihnachtslethargie versinke, glaube ich, dass ich dasselbe machen muss, wie vor meiner Reise: Danke sagen.

Vorerst an all die Menschen, die mich auf der Reise begleitet haben:
Ganz oben kommt wie immer natürlich meine Familie, ohne die geht eigentlich nie was, egal ob auf Reisen oder nicht.
Doch was hätte ich im vietnamesischen Straßenverkehr ohne Max gemacht? Was in Seoul ohne Dawoon? Und, seien wir mal ehrlich, Neuseeland ohne Tom und Lennard, wäre wie…ach, das wäre einfach scheiße gewesen.
Ganz zu schweigen von den zahlreichen Menschen, die ich auf der Reise getroffen habe und von denen ich hoffentlich noch einige wiedersehen kann:
Ob Zürich, Innsbruck, Cambridge, Köln, Hongkong, La Rochelle, Berlin, Ko Phayam, Busan oder Utrecht, nach all den Bekanntschaften könnte ich fast ‘ne zweite Weltreise starten.
Ohne Euch alle hätte ich niemanden gehabt, um das zu teilen, danke dafür.
Apropos teilen – ich habe mich natürlich auch riesig über die Leute gefreut, die meine Reise auf meinen Blogs verfolgt haben.
Meine Kieler Freunde, meine Fußballmannschaft, meine ehemaligen Mitschüler, alte Bekannte vom Judo, für irgendwas ist Facebook eben doch gut…
 Ach ja, und ganz besonders möchte ich Bao-Thi grüßen, sie schreibt auch hier für die KN aus Kolumbien und hat mich immer motiviert, blogmäßig die Außenwelt auf dem Laufenden zu halten!

So und bevor ich noch in all den Danksagungen versinke, ein kleiner Ausblick auf mein Schaffen und Tun nach meiner Ankunft:
Erstmal schlafe ich natürlich aus, erfreue mich an meinem Luxus zu Hause, stopfe mich mit Marzipankartoffeln und allen anderen Weihnachtsleckereien zu, laber meine Freunde mit meinen Reiseerlebnissen dicht, melde mich wieder im FIZ an und nachdem ich am 1. Januar hoffentlich (aber unwahrscheinlich) katerfrei erwacht bin, werde ich mich bis zu meinem Studium erstmal der Fotografie weiter widmen. Genug Material und Ideen habe ich in letzter Zeit ja gesammelt und wer das fern ab von dem KN Blog weiterverfolgen möchte, kann das auf meiner Homepage gerne machen.

Bis dahin wünsche ich allen schöne Weihnachtsfeiertage, kommt gut ins neue Jahr und lasst es ordentlich krachen, yolo(!!) oder wie Jack Kerouac sagen würde: „Live, travel, adventure, bless, and don’t be sorry.”

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