Norwegen. Wieso, weshalb, warum…und wie?

Hei hei! Ich heiße Rieke, bin fast 25 Jahre alt und habe mich entschlossen, mein Studium der Skandinavistik an der Uni Kiel durch ein Auslandssemester in Norwegen abzurunden. Das hat mehrere Gründe.

Einerseits bin ich natürlich ein braver Student und habe das Gefühl, dass ich erst ernsthaft von mir behaupten kann, Norwegisch studiert zu haben, wenn ich auch eine Zeit in dem Land und mit den Leuten dort verbracht habe. Andererseits will ich einfach nochmal raus, bevor der Ernst des Lebens für mich losgeht. Nächstes Jahr werde ich meine Masterarbeit schreiben und damit das laue Studentenleben hinter mir lassen…früher oder später musste das ja passieren.

Dass es Norwegen sein muss, war mir eigentlich von Anfang an klar. Nicht nur, dass mir die Sprache gefällt (der beste Teil meines Studiums), das Land selbst ist einfach zu schön, um wahr zu sein. Fjorde und Berge locken mich ebenso sehr wie die Aussicht auf ein Leben in einer neuen Stadt. Nicht zuletzt deshalb fiel meine Wahl auf Bergen, nach Oslo die größte Stadt Norwegens (das entspricht übrigens ziemlich genau der Größe von Kiel). Die Stadt ist wunderschön zwischen sieben Bergen an der Küste Westnorwegens gelegen und erstreckt sich über mehrere Inseln und entlang der Berghänge. Eigentlich kann man hier gar nicht ohne fantastische Aussicht wohnen.

Mit diesem Wissen habe ich mich für ein Erasmus-Stipendium beworben – und wusste somit etwa seit Juni, worauf es jetzt ankommt: sparen, sparen, sparen. Denn Norwegen ist teuer. Sehr teuer. Zwei Monate und tonnenweise Papierkram später bin ich bereit für die Abreise. Ich habe neue Wanderschuhe, ein Zimmer in einem Wohnheim und einen 23 kg schweren Koffer mit meinem Leben drin (ich hab‘ doch alles, oder?). Ich bekomme Geld von Erasmus, Geld vom BAFöG-Amt und finanzielle Unterstützung von Freunden und Verwandten (Danke, Opa!). Meine Überstunden werden mir auch noch zwei Monate lang helfen. Also los!

Am dritten August geht mein Flieger – um 6:25 Uhr ab Hamburg. Dann über Kopenhagen nach Bergen. Bei Facebook habe ich eine andere Erasmusstudentin aus Göttingen kennengelernt und wir fliegen zusammen. Um 9:30 Uhr sind wir schon da – so weit weg kommt es einem gar nicht vor. Die Stadt wimmelt schon vor verwirrt aussehenden Neuankömmlingen mit riesigen Koffern, denn schließlich nimmt die Uni in Bergen insgesamt etwa 900 Austauschstudenten auf. Gemeinsam finden wir den Weg zum SiB-Senter, dem hiesigen Studentenwerk, wo wir die Schlüssel fürs Wohnheim abholen. Wir kaufen eine Monatskarte für den Bus und fahren damit zum Wohnheim (natürlich nicht, ohne vorher noch ein wenig umher zu irren und ein paar Touri-Klischees zu erfüllen).

Wir sind Nachbarn im zweiten Stock (hier tredje, also eigentlich dritte etasje genannt) und teilen mit fünf anderen Bewohnern eine Küche und ein Bad. Bis auf einem Franzosen sind noch keine anderen Bewohner eingetroffen. Die Uni geht erst in zwei Wochen los. Genug Zeit also, sich zu orientieren und die Gegend anzusehen.

Der erste Gang treibt uns in den nahe gelegen Supermarkt, Rema 1000, wo wir uns erstmal die größte Familienpizza gönnen, die wir finden können. Das Frühstück war ja aber auch schon um fünf Uhr morgens! Viel mehr schaffen wir vor Müdigkeit nicht, aber morgen ist ja auch noch ein Tag… willkommen in Norwegen!

Mein Wohnheimzimmer

Mein Wohnheimzimmer kurz nach der Ankunft

4 Gedanken zu „Norwegen. Wieso, weshalb, warum…und wie?

  1. Elke und Matias

    hei og hjertelig velkommen til Bergen 🙂
    vi bodde i Norge i 15 år, 12 av dem i Bergen. Har nettopp flyttet tilbake til Kiel men bytter nå litt mellom Bergen og Kiel. Vi kan ikke leve helt uten Norge igjen… Bergen er en fin by og vi bare kan anbefale turer på byfjellet. Alltid godt å slappe litt av 🙂 Kos deg og lykke lykke til med alt du har planlagt! Vi håper å få lese mer om oppholdet ditt ett eller annet sted. Mange hilser til deg og Bergen, Elke og Matias

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    1. Rieke Schulz Beitragsautor

      Hei 🙂
      Tusen takk for det snille svaret deres. Jeg liker meg veldig godt her i byen og har også begynt å utforske fjellområdet litt (det skal jeg sikkert skrive om en dag). Jeg planlegger også å drar opp for å få se Norges Norden i oktober. Gleder meg mye 🙂
      Beste hilsen,
      Rieke

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  2. Line

    Hei Rieke,

    Ich bin ein wenig neidisch. Habe es leider versäumt für ein Semester nach Norwegen zu gehen. Nun bin ich aus dem Studium raus und es ist zu spät!
    Naja, mir bleiben die Sommerurlaube, die wir jedes Jahr in Norwegen verbringen.

    Würd mich interessieren wie es dir weiter ergeht.
    Schreibst du noch weitere Artikel? Wo kann ich diese finden?

    Line

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    1. Rieke Schulz Beitragsautor

      Hallo Line!
      Ja, ich habe es auch erst in letzter Minute geschafft, mich noch auf das Auslandssemester zu bewerben, aber ich bereue es kein bisschen. Urlaub klingt doch aber auch gut! Ich schreibe eigentlich so alle 2-3 Wochen einen Eintrag für diesen Blog. In letzter Zeit ist das wegen des Reisens ein bisschen kurz gekommen, sollte nun aber wieder regelmäßiger werden 😉 Also wenn dann hier. Am Ende wird es auch noch einen obligatorischen Erasmus-Bericht geben. Wenn Du Interesse hast, kann ich Dir den gerne zukommen lassen.
      Liebe Grüße und vielen Dank für Dein Interesse!
      Rieke

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