Alles neu in Georgia

Seit Mittwoch gehe ich wieder zur Schule. Eigentlich hat die Schule schon letzte Woche wieder begonnen, aber da noch nicht wirklich sicher war, was als nächstes mit mir und Cherry und unserer Familiensituation passiert, sind wir erstmal zu Hause geblieben. Momentan sind wir vorübergehend bei meinem Koordinator und seine Familie, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Wheeler County Middle/ High School. Erster Unterschied: die Größe. Von über 1200 Schülern zu um die 200 „Highschooler“. Ich fühle sehr wohl dort. Da die Schule recht klein ist, lernt man schnell alle Leute kennen. Ich werde auf dem Schulflur von den anderen gegrüßt. Die meisten kennen mich hier nur unter dem Namen Lee, da dies mein Spitzname ist. Es ist für die Meisten einfacher als mein richtiger Name, und ja ich weiß…  es ist schwierig dieses „vk“ auszusprechen.

An meiner alten Schule habe ich schon seit meinem ersten Tag diesen Namen, seitdem stelle ich mich meist nur noch mit „Lee“ vor.  Die letzten Tage haben die Leute ein Dutzend Fragen gestellt, wovon manche echt merkwürdig sein können…zum Beispiel: Habt ihr auch Handys? …. Ja, wir Leben hier in der Zivilisation und so gut wie jeder Teenager hat ein Smartphone heutzutage 😛 Viele sind jedoch auch interessiert, wieso ich genau nach Georgia gekommen bin oder warum ausgerechnet auf ihre Schule. Meist erkläre ich, dass man sich nicht aussuchen kann, wo man hingehen möchte, sondern dort lebt, wo seine Familie lebt. Eben ein Teil des Programms ist.

Über die Zeit hier, nun schon über vier Monate, habe ich die Leute lieben gelernt und hätte mir nie einen besseren Staat vorstellen können. Ich weiß, Georgia ist nicht der aufregendste oder spannendste Staat in den USA, aber ich bin froh, es meine zweite Heimat nennen zu können!

Schule heißt für mich jetzt, jeden morgen um viertel nach 5 aufstehen, fertig machen, Kaffee und um 6:20 kommt der Schulbus, um uns abzuholen. Der eigentliche Unterricht fängt hier um acht Uhr an, zuvor gibt es jedoch noch Frühstück, was man nicht essen muss, aber kann.

In Amerika gibt es größtenteils zwei verschiedene Arten von Unterricht. Das eine ist Blockunterricht, wo man vier Klassen je 1 1/2 Stunden hat und die Klassen nach dem ersten Semester komplett wechseln. Meine erstes Semester ist derartig abgelaufen. Der andere Typ hat mehr oder weniger sieben Schulstunden, die jedoch kürzer sind als beim Blockunterricht. Ähnlich wie in Deutschland, jedoch habe ich jeden Tag die gleichen Stunden. 1. Technology & Business; dazwischen noch Homeroom; 2. Chemistry; 3. Spanish I; 4. Geometry; 5. American Government; Lunch; 6. Choir und als letztes English III. Mir gefällt es bis jetzt sehr gut, da die Stunden kürzer sind als an meiner alten Schule, dort war es manchmal sehr langatmig und hat sich so angefühlt, als ob es niemals enden würde. Hier habe ich auch öfters mehrere Klassen gemeinsam mit Mitschülern.

„Jeder kennt jeden“. Die meisten kennen sich schon seit dem sie in den Kindergarten gegangen sind. Kein Wunder bei einer kleinen Schule, was mich persönlich jedoch sehr an meine Grundschule erinnert, wo wir damals jeweils mit einer Klasse pro Jahrgang um die 80 Schüler waren.

Momentan denke ich ebenfalls viel darüber nach, was ich machen werde, wenn ich wieder nach Hause komme. Die Zeit vergeht schnell! Mein Flug geht Ende Juni, knapp einen Monat nachdem die Schule hier zu Ende geht. Überlegungen über einen Nebenjob, wenn alle meine Freunde noch einen weiteren Monat in der Schule sitzen. Da mein 16. Geburtstag nächsten Monat immer näher rückt, wäre das definitiv eine Möglichkeit.

Dazu kommt, das ich die 10 (11) Klasse wiederholen werde, also ein Jahr hinter meinen meisten Freunden liege. Spanisch? Nach meinem ersten Semester Spanisch in Amerika hab ich großes Interesse daran dies eventuell weiter zu machen in Deutschland. Ich habe an meiner alten High School auch Mexikanischen Freunde gehabt, da generell viele im Süden Amerikas Spanisch sprechen, da eine Menge mexikanische Familie hier leben und arbeiten. Ich werde sehen und meinen Weg finden 🙂

Ich wünsche euch allen da draußen noch ein schönes Wochenende!!

Levke

Ps.: Das Bild ist letzte Woche auf dem „Freedom Fest 2016“ entstanden. Zu sehen sind Ich und meine Gastschwester Cherry sowie die Band „7eventh time down“. Diese und die Band „Rapture Ruckus“ aus Neuseeland haben ein großartigen Abend abgeliefert mit Christlichen Song wurde gefeiert und mitgesungen. Es war eine super Stimmung!!

Ein Gedanke zu „Alles neu in Georgia

  1. manfred hoffmann

    keep on going!!
    du machst das gut levke, ein jahr amerika, davon haette ich als ich „klein“ war
    nur getraeumt….alles gute….manfred am atlantik

    Antworten

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