Ein rauer zweiter Start

So schnell wie die Zeit in Glasgow verging, war auch die Zeit Zuhause wieder um. Die Koffer wurden erneut gepackt, waren natürlich wieder viel zu schwer und abermals musste man sich der Frage stellen, was denn nun wirklich noch mit muss und worauf man verzichten könnte. Dann ging es wieder in den Flieger.

Ich war wieder mal zwischen den zwei Gefühlen gefangen, einerseits meine Familie zu vermissen und andererseits auch Vorfreude zu empfinden. Auf jeden Fall war ich aufgeregt. Ich war die letzte, die in unsere WG zurückkehrte und so hatten alle anderen schon Bekanntschaft gemacht mit unseren neuen Mitbewohnern. Der Start war nach den Erzählungen zwar etwas holprig aber im Ganzen gut verlaufen und ich war gespannt darauf, als letzte in die Gruppe zu kommen.

Ich traf einen Deutschen im Bus vom Flughafen und so ging die Zeit bis nach Glasgow auch ganz schnell um. Als ich ankam habe ich erstmal mein Zimmer wieder hergerichtet. Abends, nachdem alle wieder Zuhause waren, haben wir dann nett zusammen gesessen. Alle haben sich gefreut wieder vereint zu sein, beziehungsweise sich kennen zu lernen. Die ersten Tage schleppten sich ein wenig, da alle anderen wieder mit ihren Vorlesungen anfingen und mein Programm erst die Woche darauf begann, aber das gab mir die Gelegenheit meine Futtervorräte aufzustocken und den gern genommenen Erasmus- und Uni-Papierkram zu erledigen.

In meinem Projekt sind lediglich acht Leute und so dachte ich, dass ich vor dem offiziellen Start wohl niemanden kennenlernen würde. Wie es der Zufall aber so wollte, machte ich am Samstag vor Beginn mit zwei Schweden aus meinem Projekt Bekanntschaft. Wir verstanden uns sehr gut und ich war frohen Mutes, am Montag nicht gleich alleine gehen zu müssen. Man steckt uns in teilweise schon laufende Vorlesungen, was dazu führte, dass wir einiges nachzuholen haben und wir haben auch gleich eine Gruppenarbeit bekommen.

So konnten wir direkt in den ersten Tagen testen, wie unser Team zusammen funktionieren würde. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen, wir alle verstanden uns gut und hatten Spaß daran, uns einzufinden. Als Ingenieursstudenten unter Businessstudenten oder die „Neuen“, die in der zweiten Woche noch dazu kamen, waren wir natürlich die Hingucker schlechthin. Insbesondere als Mädchen, wo die Reihen zu mindestens 90% mit Jungs gefüllt sind. Wir versuchten einen kühlen Kopf zu bewahren und auch mal ein wenig aus unserem kleinen Kreis heraus zu treten und trafen, wie immer in den ersten Wochen, viele neue Leute.

Das hat leider auch den Nachteil, dass ich mir direkt in der zweiten Woche wieder die „Freshers‘ Flu“ eingefangen habe. So richtig schön mit Fieber und allem. Super! Zum Glück haben wir noch nicht viele Stunden und ich konnte mich erstmal richtig auskurieren, um fit zu sein, sobald es richtig losgeht. Unser Stundenplan ist nach wie vor noch nicht fertig und wir wissen nie so genau, welche individuellen Anforderungen die einzelnen Professoren uns zusätzlich zu unserem Projekt noch aufbrummen, aber mit einem guten Team sind wir der Meinung, dass wir schon mal nicht schlecht aufgestellt sind!

Heute war dann „Laskiainen“, der finnische Auftakt zum Fasten. Unsere finnische Mitbewohnerin hat uns ordentlich verwöhnt mit Erbsensuppe, selbstgebakenem Brot und sogennanten „Semla“. Das sind kleine Küchlein, traditionell gefüllt mit Marmelade und Schlagsahne – oder dem aktuellen Trend folgend mit Nutella und Banane. Wir hatten viele Gäste, unter anderem Schweden (die feiern das nämlich auch) und waren am Ende alle satt und zufrieden. Es war köstlich und ein tolles Ereignis, um weiter etwas Anschluss zu gewinnen!

English Version

A rough second start

As quickly as the time was flying back in Glasgow it was also flying at home. Again I was packing my suitcase, which of course got to heavy and again I was confronted with the question, what I really need to take with me and what I could live without. Then I was in the plane again, caught between the two emotions of missing my family one the one hand and looking forward to being back on the other hand. Clearly I was excited. I was the last one to come back in our shared flat and everyone else already got to know each other. According to the stories the beginning was a bit rough but overall nice and I was looking forward to joining the group. I met a German guy in the bus from the airport and so time was flying by. When I arrived I firstly organised my room again. In the evening, after everyone was back home, we were sitting together in the kitchen for dinner. Everyone was happy to be united again, or to meet each other. The first days were quite boring, because everyone already started with their lectures and my program was starting a week later. But that gave me the opportunity to renew my food stock and finish the famous Erasmus-University paperwork.

In my project are only eight people, so I thought I would probably not meet anyone before the official start. By chance I actually did, the Saturday before the start I met two Swedish guys from my project. We got along well with each other and I was looking forward to not going alone on Monday. Part of the lectures we got were already running ones, where we just joined the normal semester, which lead to the fact that we would have to catch up with the content, because we started later than they did. One of the first things was also a groupwork, where we could immediately test how our team was working together. The results were great and we all had fun organising our group. Since we are engineering students and everyone else business or from other departments, we were the “new” ones, joining in the second week and therefore we were interesting. Especially as a girl, where the rows are filled with at least 90% guys. We tried to stay cool and connect with other people outside of our small group and as always in the first weeks we met a lot of new people.

This had the disadvantage, that in the second week I caught “Freshers’ Flu” again. With fever and everything. Great! Luckily we don’t have a lot of lectures yet und so I was able to get better, to be ready when we would start the real project. Our timetable is still a mess and we never really know what the individual lectures come up with to assess the five weeks of lectures that we have with them. But with a good team we think that we will be fine!

Today was “Laskiainen”, a finish event that marks the beginning of the fasting period. Our finish flatmate spoiled us with pea soup, self-baked bread and the so called “Semla”. These are small cakes, traditionally filled with marmalade and whipped cream, or following the current trend with Nutella and banana. We had a lot of guest, amongst them the Swedish guys from my project (Swedes also celebrate this event) and at the end we were all filled up and happy. It was delicious and a really nice event, to continue making friends!

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