Gärtnern im Dschungel: Die erste Woche

Jetzt ist schon eine Woche vergangen. Und da passiert im Regenwald so einiges.

Das Fest, was wir am ersten Tag vorbereitet haben war sehr schön. Ich wurde dort sogar bei den Dorfbewohnern als Volontärin vorgestellt. Ich habe die letzte Woche meistens vormittags bei der Finca Modelo im Garten mitgearbeitet. Da ich vorher nie richtig Gartenarbeit gemacht habe ist das alles was Neues für mich und die Ticos mit denen ich dort arbeite sind sehr lustig.

Meine bisherigen Aufgaben waren Gießen, Umtopfen, Bäume beschneiden, Kompost umgraben, Tiere füttern, ernten (wofür ich manchmal auch auf Bäume klettern muss) und heute habe ich Chilli gepflanzt. Es gibt dort Schweine, Hühner und kleine Kücken, ein Hund und eine Katze.

Ein Schwein haben wir bei dem Fest gegessen und bald wird auch das andere geschlachtet, weil dann zwei neue kleine Schweinchen kommen. Bei unserem Zimmer haben wir auch Haustiere, eine sechsköpfige Fledermausfamilie, die jeden Tag gegen halb sechs kommt und dann abends um sechs wieder losfliegen.

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Zwei Familienmitglieder der Fledermausfamilie

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Elias und ich bei der Arbeit

Am Nachmittag bleibe ich meistens an der Station und mache dort Sachen, die so anfallen. Gestern habe ich Kurkuma vorbereitet und Isabelle (meiner Zimmer-Mitbewohnerin) beim Bienen bestimmen geholfen. Heute habe ich angefangen ein Schild für die Finka Amable zu schnitzen. Da werde ich die nächsten Tage immer mal wieder dran sitzen, wenn ich Zeit habe. Abends sitzen wir meistens noch zusammen oder gehen mit Taschenlampen los, um ein paar nachtaktive Tiere zu entdecken. Gestern sind wir zu einem See mit Kaimanen gegangen.

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Referenzbienen zum Bestimmen

Letzten Sonntag habe ich eine Tour mitgemacht, die unglaublich toll war. Der Leiter der Station bot an, dass ich dort als Dolmetscherin mitgehe, und den anderen übersetze, was der Guide so erzählt.

Es ging los mit einer Wanderung Richtung Nationalpark Piedras Blancas. Um dahin zu kommen mussten wir 12 Mal durch einen Fluss laufen und dort gab es unglaublich viele und bunte Vögel. Außerdem konnte man einige Male die „Jesus Christ Echse“ sehen. Die heißt so, weil die so schnell ist, dass sie auf der Wasseroberfläche laufen kann. Dann ging es in den Wald rein. Nach einer Weile kamen wir an einem Baum vorbei, der 500 Jahre alt und unglaublich groß ist!

Danach ging es 350 Höhenmeter hoch durch den Regenwald und 450 Höhenmeter wieder hinunter. Der Weg war nur ein schmaler Trampelpfad. Die ca. fünfstündige Wanderung war echt cool, durch so einen beeindruckenden Wald bin ich vorher noch nie gelaufen und Gilberto (der Guide) konnte uns sehr viel über alle möglichen Tiere und Bäume erzählen, die wir gesehen haben. Da gibt es zum Beispiel die Wanderpalme, die einfach dahin wandert, wo es mehr Licht gibt, indem auf der Seite ein neuer Stamm rauswächst und die auf der anderen Seite sterben dann ab.

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Die Wanderpalme

Unten angekommen kamen wir an eine Strand, der nur über den Berg oder mit dem Boot zu erreichen ist. Es war bis auf uns und zwei anderen niemand dort. Der Strand sah wirklich toll aus und das Wasser war so warm, dass selbst ich es nicht geschafft habe zu frieren. Nach zwei Stunden wurden wir dann mit einem kleinen Boot abgeholt und zurück nach Golfito gebracht. Während der Fahrt hatte man einen tollen Blick auf den Regenwald, sodass man wieder viele Tiere sehen konnte. Von Golfito kehrten wir mit einem Taxi in die Station zurück. Abends bin ich dann schon um halb acht ins Bett gefallen. Wandern bei 36 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit ist wohl anstrengender als ich dachte.

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Rückfahrt nach Golfito

Der Rhythmus ist hier sowieso ganz anders. Man wacht eigentlich schon um halb sechs auf, denn sobald es hell ist, legen die Tiere los. Um sieben gibt es Frühstück und dann fangen alle an zu arbeiten. Dafür ist man dann abends schon früher im Bett, außer es steht eine Festlichkeit an.

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Ein bunter Papagei

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Zwei Sekunden vorher hat sie noch eine kleine Eidechse gefangen und verspeist.

Bis jetzt macht es wirklich sehr viel Spaß und die Leuten hier sind sehr cool. Außerdem sieht man ständig interessante Tiere wie riesige Spinnen, Kröten und Insekten, verschiedene Echsen, Papageie, Kaimane und vieles mehr. Affen habe ich noch nicht gesehen, aber hier fliegen ganz viele Kolibris rum, worauf ich mich auch sehr gefreut habe!

3 Gedanken zu „Gärtnern im Dschungel: Die erste Woche

  1. Iris

    Sehr tolle Bilder und ich freu mich, das es dir da Spaß macht, du schreibst mehr als dein bruder😜danke für so tolle infos

    Antworten

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