Auslandspraktikum in Südengland – the beginning

Hallo allerseits! Mein Name ist Felice, ich bin 23 Jahre alt und mache derzeit eine Ausbildung zur Medienkauffrau. In Form eines Auslandspraktikums reise ich für drei Wochen in die Stadt Torquay im tiefsten Süden Englands und möchte diese Gelegenheit gerne nutzen, um einige meiner Eindrücke mit euch zu teilen und in späteren Beiträgen auch ein wenig über meine Berufserfahrungen im Ausland zu berichten.

Da nun schon eine meiner drei Wochen hier vergangen ist, wird es langsam höchste Zeit für eine erste Rückmeldung.

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die wunderschönen „Babbacombe“ Klippen

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… keine 10 Minuten später

Bevor ich mich am 05. Juni endlich auf den Weg zum Hamburger Flughafen gemacht habe, war so einiges an Vorbereitung und Papierkram zu erledigen, um mein Auslandspraktikum in Torquay zu organisieren. Von meinem ersten Interesse an diesem Praktikum im Dezember letzten Jahres bis hierher habe ich eine Anmeldung, eine ausführliche Bewerbung inklusive Motivationsschreiben fertig gestellt und einige Wochen später dann nach und nach meinen Praktikumsplatz und Details über die Flüge und den Aufenthalt in England erhalten.

Die Organisation in Deutschland nennt sich KulturLife und arbeitet mit der englischen Organisation TTPL (the training partnership Ltd) zusammen, welche ihren Hauptsitz direkt in Torquay hat. Man bekommt nicht nur die Gastfamilie und einen Arbeitsplatz zugeteilt, sondern wird auch während der gesamten Reise praktisch an die Hand genommen. Es kann absolut nichts schief gehen, da sogar Flughafentransport und Bustickets für den Aufenthalt schon vorweg für einen organisiert werden.

Nachdem also am Sonntag mein Wecker um 5 Uhr geklingelt hat und ich mich gemeinsam mit den anderen 17 Teilnehmern des Programms am Hamburger Flughafen versammelt haben, sollte es dann endlich losgehen. Unser Flieger ist problemlos in London Heathrow gelandet und die fünfstündige, etwas holprige Busreise Richtung Torquay haben wir auch unversehrt überstanden.

An der Busstation in Torquay wurden wir also um 20 Uhr von unseren jeweiligen Gastfamilien abgeholt. Meine Mitbewohnerin Lotte (20, Kiel) und ich haben ganz gespannt auf unsere Gastmutter gewartet und ich bin mir zwar nicht sicher, welche Erwartungen wir hatten, aber wir wurden auf jeden Fall beide überrascht…Unsere Gastmutter Natalie ist blond, braungebrannt, schlank und beschreiben würde ich sie als freundlich, jedoch etwas abgedreht. Nun, nach einer Woche hier, kann ich sagen, dass sich dieser Eindruck auch in ihren Kochkünsten widerspiegelt, da hier eigentlich von Kochen nicht die Rede sein kann. Egal ob Pizza, Pasta, Salat oder Quiche: alles kommt fertig verpackt aus dem Supermarkt und entweder erst in die Mikrowelle oder direkt ab auf den Teller. Mit dem von uns an den ersten Abenden erhofften liebevoll gekochten Dinner rechnen wir mittlerweile gar nicht mehr…aber das ist alles eine Gewöhnungssache und schmecken tut es schließlich trotzdem.

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Torquays herrliche Strandpromenade

Torquay selbst hat mir auf Anhieb gefallen, denn als schönes Küstenstädtchen mit immerhin knapp 70.000 Einwohnern hat es einen besonders gemütlichen und romantischen Charme, vor allem, wenn man mit dem Doppeldeckerbus die Strandpromenade entlang fährt. Es wimmelt nur so von hungrigen, lauten Möwen, von den Einheimischen liebevoll „public enemy number one“ betitelt. Als Kielerin fühlt man sich, was die Kulisse und Hintergrundgeräusche betrifft also direkt ein wenig an daheim erinnert.

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Gegend um Totnes – typische Landschaft Südenglands mit alten Gemäuern und Wiesen

Ein Klischee hinsichtlich Englands kann ich schon einmal bestätigen: Das Wetter macht definitiv was es will. Ich habe hier bereits Tage erlebt, an denen ich mich morgens warm angezogen habe, vor der Tür war ich dann der festen Überzeugung, dass die Wahl einer lange Hose eine katastrophale Fehlentscheidung war und einige Momente später stand ich klitschnass und verzweifelt im Schutz der nächstmöglichen Bushaltestelle, nur um kurz darauf den Rucksack nach meiner Sonnencreme zu durchsuchen. Teilweise ist es zum verrückt werden.

Aber wenn man mal von dem leider sehr durchwachsenden Wetter absieht, gibt es für mich nichts an der Umgebung oder gar den Menschen hier auszusetzen. Denn die sind größtenteils sehr hilfsbereit und vorallem höflich! Ständig wird Hilfe angeboten oder sich bei einem entschuldigt, auch wenn mal jemand nur einen Millimeter im Weg gestanden haben könnte. „sorry, love“, „excuse me“, „pardon me“ – das alles sind Sätze, die ich hier täglich dutzende Male höre.

Ob diese Höflichkeit tatsächlich immer ehrlich gemeint oder reine Gewohnheit der Briten ist, da bin ich mir ehrlich gesagt noch nicht sicher. Man wird beispielsweise auch grundsätzlich mit der meist etwas genuschelten Floskel „Hey, how are you?“ gegrüßt, ganz egal ob beim Einsteigen in den Bus oder an der Supermarktkasse. Aber niemand scheint eine wahrheitsgemäße Antwort auf diese Frage zu erwarten, denn das wäre auch zeitlich oft gar nicht möglich.Es wird einfach vom Gegenüber abgenickt oder ein schlichtes „fine, thanks“ erwidert. Ob nun wahres Interesse oder Routine dahinter steckt, auch diese täglichen Begrüßungen haben dazu beigetragen, dass ich mich direkt wohler und willkommener in einer mir eigentlich doch fremden Stadt gefühlt habe.

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scones, cake and a „cuppa tea“

Auch auf ihre Traditionen legen die Briten wert, so wird zum Beispiel zu jeder Gelegenheit schwarzer Tee mit Zucker und Milch aufgetischt. Das wurde auch auf einer Geburtstagsparty zu Ehren der nun neuzigjährigen Queen getan, welche unsere Praktikumsorganisation TTPL vergangene Woche Donnerstag liebevoll auf die Beine gestellt hat. Ihr tatsächlicher Geburtstag liegt nun zwar schon 2 Monate zurück, aber das sollte einer wunderbar traditionell englischen Teeparty natürlich nicht im Wege stehen. Neben „scones“ (kleine, brötchenartige Gebäckstücke) mit Marmelade und Sahnecreme, Sandwichs, Kuchen und Tee aus wunderschön altmodischen Teeservicen, gab es zahlreiche Flaggen des vereinigten Königreiches zur Dekoration und unterlegt wurde die Feier mit der englischen Nationalhymne. Somit haben wir an einem Nachmittag geballt vieles von dem erlebt, was als typisch englisch gilt, fantastisch!

 

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Lotte (m.), Lena (r.) und Ich (l.) auf der Feier

Bis jetzt bin ich mehr als glücklich hier und genieße die Zeit in vollen Zügen. Ich bin gespannt auf die kommenden zwei Wochen und werde in meinem nächsten Bericht noch etwas genauer auf meinen Alltag in England und vor allem bisher gesammelte Berufserfahrungen und einige Ausflüge eingehen. Ihr hört also nächste Woche auf alle Fälle mehr von mir. Bis demnächst!

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