Ein unvergesslicher Ort

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Nach meinem etwas längerem Bericht, nun ein etwas kürzerer (wie angekündigt). Von dem 14.2 bis zum 22.2 hatten wir sogenannte Mid-Term Ferien. Da ich keine Verwandtschaft oder Ähnliches in Kenia habe, bin ich zu meiner Direktorin gegangen, wo ich mit größter Wärme und Gastfreundlichkeit behandelt wurde.

Es war eigentlich geplant, dass ich nur bis zum Montag bei ihr bleibe, jedoch verlief alles chaotischer als gedacht. Wir hatten eigentlich einen Guide gebucht für eine Kilimanjaro-Tour, jedoch wollte der 1300$ in Bar bekommen, und man kann nur höchstens 100$ in Kenia abheben. Und die Gefahr, dass er mit den 1300$ einfach wegläuft war sehr hoch, da 1300$ in Kenia extrem viel Geld ist. Also haben wir noch am Sonntag – einen Tag vorher – dem Guide abgesagt und die Schule hat mir dann einen anderen Guide besorgt.

Am Montag haben wir dann noch ein großes Paket von meinen Eltern abgeholt, wo meine Wandersachen und Haribo und sowas drin waren:). Also ging es am Mittwoch endlich los. Eine Tour, die ich nie vergessen werde!

Erstmal kamen wir 2h zu spät zu dem Treffpunkt fürs Shuttle. Mein Driver und ich waren ganz entspannt, weil das normal ist, jedoch nicht der europäische Chef vom Driver. In dem Shuttle sind wir dann durchs „Outback“ (für mich das zweite Mal) zur tansanianischen Grenze gefahren. Dort habe ich mein VISA bekommen und wurde von einem bekleideten Polizten ein betrogen. Da er meinte, dass es illegal ist, wenn man keine Tansania Schilling in Tansania hat. Nach langer Diskussion habe ich kleinbei gegeben und meine 100$ genommen und mir 100.000 Tansania Schilling gegeben, was einen Wert von 40$ hat.

Dann endlich in Tansania hat man gesehen, dass Kenia nochmal um einiges reicher ist. Die meisten wohnen in Strohhütten. Dann über Arusha nach Moshi, wo ich meinen Guide zum ersten Mal getroffen habe. Meistens habe ich mich mit ihm auf Kiswahili unterhalten, da dies die Amtssprache in Tansania ist. Danach bin ich in ein Hotel gekommen, welches für Tansania ein Luxus Hotel war, jedoch hatte es kein Wifi und man kann Moshi und Arusha nicht mit dem Rest Tansania’s vergleichen, da alle von dem Kilimanjaro Tourismus leben und für mich war das schon ein wenig Little Europe.

Am nächsten Tag sind wir zum Gate gefahren. Wir sind die Marangu-Route gegangen, die auch Coca-Cola Route heißt, da sie nur lang und nicht steil ist, jedoch auch die billigste und kürzeste von den Tagen ist. Als wir eingecheckt haben, ging das Abenteuer Kilimanjaro los. Nach 2h sehr langsamen Hike( für die Akklimatisierung), wurde uns von den Köchen Mittagessen zubereitet. Und der Weg glich einem Touristen Weg in den Alpen. Der Wanderweg ging durch den Dschungel und man konnte Tiere sehen, die man in Europa nicht sehen kann. Jedoch trotzdem gab es mitten auf dem Wanderweg eine blaue Tonne… Schließlich sind wir dann nach insgesamt 4h auf der ersten Hütte (2770m) angekommen, dort haben wir dann Popcorn und Tee bekommen. Kurz darauf haben wir die erste Akklimatisierungstour zu einem ehemaligen Vulkankrater( 3000m) gemacht.

Der nächste Tag war von der Strecke, der längste Tag. 13km in 6h bei strömenden Regen. Während der Tour ging leicht steigend durch flache Latschen Büsche. Dadurch konnte man weit gucken und die umliegende Kraterlandschft des Kilimanjaro sehen. Als wir dann auf der Hütte angekommen waren(3700m) wartete schon wieder Popcorn und Tee auf uns. Danach folgte wieder eine Akklimatisierungstour auf meinen Guide und mir. Wir wanderten durch art Moos zu sogenannten Zebra Rocks, welche wie Zebras aussehen. Diese waren auf 4000m, mein damaliger Höhenrekord. Davor war es 3770m. Dann war wieder Abendbrot und um 9 habe ich immer geschlafen.

Der nächste Tag war dann schon fast der Summit-day. Wir sind um 7 losgelaufen. Auf 4000m kamen wir in die Steinwüste. Dort war es extrem windig und kalt und ich habe zum Ersten Mal ein paar Kopfschmerzen gehabt, da dies für mich das erste Mal auf so einer Höhe war. Jedoch haben wir zum ersten Mal den Gipfel mit seinem Ice Cave. Mittags sind in der Hütte angelangt. Dann haben wir wieder eine Akklimatisierungstour auf 5000m probiert, jedoch musste wir auf 4800m schon umkehren, da meine Kopfschmerzen zu stark wurden. Um 5 gab es schon Abendessen. Das erste Mal Nudeln seid 2 Monaten. Um 6 habe ich versucht auf 4600m und mit sehr starken Kopfschmerzen zu schlafen, was auch überraschungsweise geklappt hat. Immerhin habe ich aufgrund der Anstrengungen ein bis zwei Stunden geschlafen. Um 22 Uhr wurde ich mit Keksen und Tee geweckt. Zum Glück hatte ich keine Kopfschmerzen mehr. Als ich aufs Plumsklo gehen musste, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Der aller schönste Sternenhimmel, mit einer grünlichen Färbung. Tausende Sterne und Galaxien konnte man sehen. Allein in dieser Nacht habe ich bestimmt zehn Sternschnuppen gesehen. Um 23 Uhr sind wir losgegangen, da wir ein extrem langsames Tempo eigentlich geplant haben. Ich sollte das Tempo angeben. Ich war so unter Adrenalin und ich wollte nur noch auf den Gipfel. Wir waren so schnell das wir die allerersten auf dem Gilman Point 5684m waren und wir haben die eigentlichen 6 Stunden zum Crater Rim, um mehr als eine Stunde unterboten und so nur 4,30 gebraucht, obwohl wir im Zick-Zack gelaufen sind. Jedoch haben wir fast keine Pausen gemacht und hatten zum Glück keinen Wind. So waren wir schon um 4 Uhr morgens auf dem Gilmans Point.

Mein Ziel war es den Sonnenaufgang auf dem Uhuru Peak mitzuerleben, welcher um 6:30 Uhr, also mussten wir irgendwie 2h auf 5700m sein, was aufgrund der Höhenkrankheit sehr gefährlich sein kann. Jedoch war uns das erstmal egal und haben auf 5700m erstmal afrikanische Musik angemacht und dazu getanzt. Um 5:45 waren wir dann auf dem Stella Point, wo wir dann die ersten von der Machame Route getroffen haben. Mit denen haben wir zusammen den Uhuru Peak in Angriff genommen. Inzwischen hab ich die Sterne als Vierecke gesehen und ich fühlte mich so als hätte ich Drogen und paar Promille Alkohol in mir. Dies lag wohl daran, dass ich seit 24h nicht mehr geschlafen und die Luft extrem dünn war. Um 6:15 war es dann soweit: Die allerletzten Meter auf den Uhuru Peak( Freiheitsgipfel). The Roof of Africa. 5897m hoch. Der höchste freistehende Berg der Welt. Alle Anstrengungen waren plötzlich vergessen. Ein stolzes Lächeln und vielleicht auch eine kleine Freundensträne breitete sich auf meinem Gesicht aus. Um 6:15 Uhr, also 24 Stunden nachdem ich das letzte Mal Schlaf hatte. Um 6:30 war dann auch der Sonnenaufgang. Mehr Kitsch ging eigentlich nicht. Man fühlte sichtlich wie die Wärme die Haut kitzelte. Aus den eigentlich geplanten 5 Minuten auf dem Gipfel wurde eine halbe Stunde. Um 6:45 haben wir einen Ort, einen wunderschönen Ort, verlassen, welchen man vielleicht nie wieder in seinem Leben sehen wird und, wo man sich nur noch erinnern kann. Auch heute noch formt sich ein Lächeln auf mein Gesicht, wenn ich an diesen atemberaubenden Ort denke. Danach ging es auf den Abstieg man fühlte richtig, dass man mehr Luft zum Atmen hat. Danach sind wir 1000m nur auf Geröll abgefahren und waren schon wieder viel schneller als geplant. Am gleichen Tag sind zur zweiten Hütte (3800m) hinab gestiegen. Dort habe ich 14h am Stück geschlafen. Um 6 Uhr morgens wurde ich dann geweckt und sind dann zum Gate(1800m) hinab gestiegen. Dort gab es Pommes und Chicken und danach wurde ich in ein  Hotel in Moshi gebracht, welches Wifi hatte und dort habe ich auch 1h lang geduscht. Am nächsten Tag musste ich jedoch wieder um 5 aufstehen, um mein Shuttle nach Nairobi zu bekommen.

In dieser Woche habe ist einer meiner größten Träume in Erfüllung gegangen. Dieses, für mich einzigartiges Gefühl, dass man etwas besonderes geschafft hat und etwas, wofür man sich richtig gequält hat und dann auch das Ziel erreicht hat, werde ich nie vergessen.

Dominik Harken

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