Mein Freiwilligendienst in Mazedonien

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Zdravo! Ich heiße Julia, geboren 1997 in Kiel, und habe im Frühjahr 2016 mein Abitur gemacht. Nun absolviere ich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Skopje, Mazedonien, bei der Nichtregierungsorganisation C.S.I. Nadez.

Meine Entscheidung ins Ausland zu gehen traf ich früh, wohin stand allerdings erst seit Januar diesen Jahres fest. Vergleichsweise spät, da zu dem Zeitpunkt bereits viele Anmeldefristen für Freiwilligendienste abgelaufen waren. Über die Organisation Schüler Helfen Leben (SHL) wurde mir das Projektgebiet Südosteuropa näher gebracht, über welches ich vorher kaum informiert war.

Feigen kaufen auf dem Basar

Nachdem ich zusammen mit drei weiteren Freiwilligen, die jeweils in anderen Projekten in Bosnien und Kosova arbeiten, an zwei mehrtägigen Vorbereitungs-Seminaren von SHL in Deutschland teilgenommen hatte, reiste ich am 15. August endlich aus. Während des ersten Monats begleitete mich meine Vorgängerin Jule durch den Alltag. Ihre Aufgabe war es, mich einzuarbeiten und beim Kommunizieren und Kontakte knüpfen zu unterstützen. Seit ihrer Abreise lebe ich nun alleine und lerne jeden Tag neue Dinge dazu.

Radishani

Momentan wohne ich etwas außerhalb von Skopje in einem kleinen Vorort namens Radishani. Nach einem vierwöchigen Gastfamilien-Aufenthalt bei meinen Vermietern Milja und Ljuben, zog ich in Jules ehemalige Wohnung im Erdgeschoss ein. Von meinem Wohnzimmerfenster schaue ich direkt auf den schönen Garten, der von Obstbäumen und Gemüsebeeten umringt ist. Bei meiner Ankunft wuchsen hier noch Pflaumen, doch jetzt im Herbst sind sogar die Äpfel bereits abgeerntet. Um aus dem Dorf in die Stadt zu kommen, nutze ich das Hauptverkehrsmittel auf dem Balkan: den Bus. Glücklicherweise ist selbst Radishani sehr gut angebunden, so dass ich zwar lange in die Stadt brauche, jedoch meistens keine Probleme habe, irgendwo hinzukommen.

Malprojekt bei Nadez

Viel Zeit verbringe ich allerdings sowieso nicht in meiner Wohnung, da mein Leben sich vor allem in Shuto Orizari und im Zentrum Skopjes stattfindet. In Shuto Orizari, kurz Shutka, befindet sich mein Arbeitsplatz im Jugendzentrum von Nadez. Dort gebe ich den Kindern Hausaufgaben- und Nachhilfe in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe. Wir üben lesen, schreiben und rechnen. Wenn die Schulaufgaben erledigt sind, wird hier aber auch gemalt und gebastelt. Neben dem Jugendzentrum befindet sich noch ein Kindergarten, in dem die Kinder hauptsächlich Mazedonisch lernen. Denn in Shutka sprechen viele Familien Romani, welches zwar in den Schulen unterrichtet wird, aber dennoch nicht die Hauptunterrichtssprache darstellt.

Bit Basar

Neben meiner Arbeit hat das Lernen der Sprache hohe Priorität für mich. Seit einigen Wochen nehme ich an einem Sprachkurs zusammen mit einer anderen Freiwilligen von Pax Christi teil. Meine Lehrerin Valentina hat schon mehrere Generationen von Freiwilligen unterrichtet und hält genauso „außerschulisch“ Kontakt zu uns. Von Tag zu Tag merke ich Verbesserungen und freue mich über jedes Wort, das ich nun auf kyrillisch lesen kann, und jeden Satz, den ich täglich verstehe. Zur Zeit reichen meine Sprachkenntnisse zwar noch nicht über essentielle Gesprächsthemen, wie das Einkaufen auf dem Markt oder das Wetter, hinaus, aber ich bleibe zuversichtlich und weiterhin motiviert.

Dies gilt übrigens für alles, was in den nächsten elf Monaten noch auf mich zu kommen mag! Ich stehe diesem Auslandsaufenthalt mit Neugier und Zuversicht entgegen. Außerdem freue ich mich darauf, durch diesen Blog, eine weitere Plattform gefunden zu haben, um Menschen zu erreichen und über meine Arbeit hier zu informieren. Ich hoffe, das Interesse ist da, und ich möchte an dieser Stelle auf die Möglichkeit in meinen Förderkreis einzutreten und für das Projekt zu spenden, aufmerksam machen. Falls Interesse besteht, melden Sie sich gerne bei mir.

Hier nochmal ein Link zu meinem eigenen Blog: http://mmmewsite.wordpress.com

3 Gedanken zu „Mein Freiwilligendienst in Mazedonien

  1. Chris

    Zdravo Julia

    Ich bin zufällig auf deinen interessanten Blog gestoßen.
    Da ich ursprünglich aus Mazedonien bin, weiß ich genau was für Leistung du für das Land, aber auch für den einzelnen Bürger dort beiträgst. Daher finde ich deine Entscheidung für die Wahl um so ein Projekt – vor allem in meinem Heimatland – sich zu engagieren, sehr respektvoll.

    Wünsche dir eine schöne Zeit dort und hoffe mit dem Kyrillisch-lernen gehts voran 🙂
    Lg
    Chris

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  2. Robert

    Hallo Julia,
    Ich wünsche Dir einen schönen Aufenthalt.
    Die Sprache ist nicht sehr schwer, doch ich finde das Lesen und Schreiben umso mehr.
    Vor allem die Grammatik und die Betonung.

    Aber du bist ja jung. Du schaffst das.
    Ich finde Dein Vorhaben gut. Auch wenn es für die Schüler dort ist deutsch zu lernen sehr schwer ist.

    Deutsche Sprache ist eine schwere Sprache. 🙂

    Liebe Grüße
    Robert

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  3. Merve asanov

    Ich würde da gerne auch mal ein Jahr bleiben um die Sprache zu lernen und sogar Hilfe zu geben..

    Super .. ich finde es toll was du geleistet hast😊😊

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