Feiertage mal anders – Urlaubsvertretung auf der Huskyfarm

Der Winter kündigt sich an im Sirdal

„Aauuuuuuhhhhhh…..“ klingt es immer lauter werdend durch meinen Halbschlaf, während ich langsam die Augen öffne und mich darauf einstelle, gleich von der Helligkeit meines Weckers geblendet zu werden. 07:45 Uhr. Gut, heute haben sie mich eine halbe Stunde länger schlafen lassen als gestern. „Aauuuuuhhh….komm und fütter uns!“, jaulen 39 Huskies durch den Schneeregen.

Na gut. Dies ist schließlich heute und für die kommenden acht Tage mein Job. Denn über die Weihnachtsfeiertage habe ich die Urlaubsvertretung für die Doghandlerin auf der Huskyfarm übernommen. Wie es sonst meine Kollegin macht, empfange ich zur Zeit die Schüler des Outdoor College auf der Farm, statt sie dorthin zu begleiten (was bedeutet, dass ich länger schlafen kann. Juhu!) und versorge neben den Hunden noch vier Pferde, fünf Schafe und zwei Kaninchen. Außerdem ist meine Arbeit in dieser Zeit nicht getan, wenn die Schüler die Farm verlassen. Die Hunde wollen schließlich auch nachmittags versorgt werden. Aber heute ist sowieso Sonntag; da kommt eh keiner. Also ab in den Arbeitsanzug und raus in kalte Nass.

Viele neugierige Hundenasen…

Freudiges Gebell empfängt mich im Hundegarten. Endlich gibt es etwas zu Futtern! Tägliches Füttern, Ausmisten und Aufräumen gehören genauso zu den Pflichten eines Doghandlers auf der Sirdal Huskyfarm, wie den Hunden genügend Auslauf zu gewähren, Touristen zu betreuen und die Hunde zu traninieren. Mit Hilfe der Schüler sind diese Aufgaben schnell getan; alleine dauert es etwas länger. Heute ist für elf Uhr eine kleine Gruppe Touristen angemeldet, weshalb ich mich beeile, mit dem Füttern fertig zu werden. Schließlich sollen alle Hunde noch einmal etwas Zeit im Freilauf verbringen können, bevor die Gäste eintreffen. Während sie nach dem Füttern in kleinen Gruppen im Hundegarten herumtollen (endlich fällt so etwas ähnliches wie Schnee vom Himmel!), säubere ich die Zwinger und bereite alle Materialien für das später anstehende „Huskyfarm Adventure“ vor. Ein bisschen Zeit zum Kuscheln und Spielen nehme ich mir natürlich auch. Es kleben sowieso ständig zwei bis drei neugierige Hundenasen an meinen Hosenbeinen.

Für mich ist die Arbeit und das Leben auf der Farm eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Außerdem bringt die eigene Wohnung noch einen ganz anderen Vorteil mit sich: Ich kann in Ruhe meine Weihnachtsgeschenke vorbereiten! Alle im Outdoor College haben am Wichteln teilgenommen und während andere sich im schuleigenen Werkraum möglichst unauffällig zu verhalten versuchen (wer die Wichtel sind, ist natürlich geheim!), kann ich mich auf der Farm vollends ausbreiten.

Nachdem die Touristen wieder abgefahren und die Hunde versorgt sind, mache ich mich auf den Weg zur Schule. Alles ist schon festlich geschmückt. Weihnachten ist ja so schon etwas Besonderes, aber für die Kinder hier ist es das erste (und vermutlich vorerst einzige) Weihnachten ohne ihre Familien und so wird viel Energie investiert, um es gemütlich und familiär werden zu lassen. In der kleinen Sporthalle sind bei indirektem Licht eine festliche Tafel und und große Sitzecke aufgebaut und auch ein stattlicher Weihnachtsbaum findet in der Mitte Platz. Nach einem leckeren Festessen gibt es die Bescherung, bei der alle ihre Wichtelgeschenke und Päckchen von zuhause auspacken dürfen…So sehr hat sich schon lange niemand mehr über Socken zu Weihnachten gefreut! In gemütlicher Runde bei Keksen und Siedler von Catan lassen wir den Abend ausklingen. Auch wenn hier alles anders ist: Weihnachten ist immer schön!

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