Neues Land, neue Eindrücke – Indien Part 1

Neues Land, neue Eindrücke, neue Kultur(en)

Plötzlich war ich nicht mehr auf dem afrikanischen Kontinent, der mir doch ein wenig vertraut wurde (zumindest Ostfrika), sondern weit entfernt, an einem fremden Ort, den ich mir vorgenommen habe zu einem mir vertrauten Ort zu machen.

Indien ist das Ziel einer Freundin aus Hamburg, die zuvor in Kenia gelebt hat, und mir. Zwei Monate möchten wir das Land, die Leute, die Kulturen erkunden.

Erster Stopp und Beginn der Reise ist eine 17 Millionen Einwohner Stadt. Delhi.

Für das erste Eingewöhnen an Indien war Delhi mutig, sagten uns viele Bekannte. „Delhi ist groß, anders, laut, verwirrend“, waren ihre Worte. Bekannte und Freunde gaben uns Tipps und Hinweise für dieses und jenes, eigentlich sollten wir überall aufpassen und uns anpassen, Delhi klang für uns, nach deren Meinungen, nicht wie eine beeindruckende und interessante Stadt sondern fast nach einem Ort der Gefahr. Ich habe kaum Leute vorher getroffen, die Delhi sehr gern mochten.

Wir wollten aber unsere eigenen Erfahrungen machen, daher haben wir uns dafür entschieden, die ersten Tage in Delhi zu verbringen und unsere eigene Meinung zu bilden.
Ich glaube das erste, was man hört über Delhi, ist, dass es laut und dreckig sein soll. Laut natürlich, denn wie soll es leise sein bei circa 17 Millionen Einwohnern? Das ganze ist aber Geschmacks- und Einstellungssache denke ich, und wir haben nichts gegen Lärm, sondern mögen das rege Treiben, das den „Lärm“ verursacht. Und dreckig.. Naja, Abgase natürlich, aber was Müll auf den Straßen angeht, bin ich irgendwie mehr gewohnt durch mein Jahr in Uganda. Ich fand Delhi sogar recht gepflegt, natürlich gibt es Orte die dreckiger sind, aber so ist es fast in jeder Stadt der Welt.

Ich glaube es ist für mich sehr vom Vorteil, davor in Uganda gelebt zu haben, um nicht überfordert zu sein in Delhi, denn Delhi bietet eine Menge von Eindrücken.

Die ersten Tage verbrachten wir also mit Sightseeing, die Umgebung erkunden, Delhi und die Leute kennenlernen und die Vorbereitung für unsere weiteren Reise.

Verliebt in die Stadt

Ich habe mich ein wenig in Delhi verliebt, nach nur ein paar Tagen (geht das so weiter, werde ich viele gebrochene Herzen haben). Delhi ist eine riesige Stadt, aber hat trotzdem seinen ganz eigenen Charme. Es gibt Orte, die könnten auch in Paries sein (India Gate) und Orte, die ich ähnlich auch aus Uganda kenne (Märkte, Bazare) und daneben wunderbare Tempel, Moschen und historische Gebäude. Dieser Mix von Orten spiegelt sich anscheinend auch in den Leuten wieder, wurde uns erkärt. Delhi ist die Hauptstadt, daher kommen viele Leute aus verschiedensten Regionen und auch Ländern nach Delhi um hier zu arbeiten. Dieser Mix kann natürlich auch zu Problemen unter den Leuten und im Arbeitsleben führen, was wir natürlich nicht mitbekommen haben, macht die Stadt aber auch so interessant, da die Leute eine Stadt nun mal prägen.

Ich glaube man kann Delhi, auch wenn man hier leben würde, täglich neu entdecken.

Man kann über die verschiedenen Märkte schlendern (ja schlendern, denn ich fand es alles andere als unangenehm dort), sich in einen Park setzen, die recht gepflegt sind und manche von denen sind absurderweise voll von Pärchen, die sich küssen und kuscheln, historische Bauten anschauen, Straßenessen ausprobieren, Saft trinken, indische Kleidung betrachten und so weiter und so weiter. Nach wenigen Tagen fallen mir schon eine Menge Dinge ein, die ich gern noch machen würde oder wieder machen würde und alles würde mir immer wieder neu vorkommen, denn ich denke Delhi ist in einem stetigen Prozess der Veränderung und Wachstum- ein Grund zurück zu kehren, um zu sehen was passiert.

Natürlich gibt es auch Dinge, die sich wiederholen, wie zum Beispiel Probleme beim Verhandeln mit den Rikscha-Fahrern, da das Englisch leider häufiger nicht ausreichend ist beziehungsweise unser Hindi (oder welche Sprache die Person auch immer spricht) noch nicht vorhanden ist.

Jedoch ist es uns dann ab und zu passiert, dass junge Menschen uns geholfen haben und sogar für uns verhandelt haben.

Auch wurden wir zu verschiedenen Orten gebracht, uns wurde geholfen und erklärt und dass, ohne jemals etwas zu verlangen, auch wenn in vielen Reiseführern gewarnt wird, dass wir uns nicht auf Menschen, die uns ihre Hilfe anbieten, einlassen sollen, aber was uns bisher passierte, zeigt uns nur die Freunldichkeit der Inder. Es gibt überall gute und nicht so gute Menschen, ich freue mich nur sehr, dass wir bisher nur gute Menschen getroffen haben.

Ein junger Mann, der uns sehr geholfen hat, dem wir viel gedankt haben, sagte zu uns: „Ihr sollte aufhören, Danke zu sagen, ich muss Danke sagen, dass ihr nach Indien gekommen seid und nun seid ihr unsere Gäste! “.

Natürlich gibt es auch Leute die einen ansprechen und etwas verkaufen wollen, aber ich finde dass alle immer noch sehr respektvoll distanziert bleiben. Ein Nein verstehen sie als Nein und ziehen sich zurück.

Das Absurdeste der Tage waren die vielen Leute, die ein Selfie mit uns machen wollten, doch unser Nein hat jeder verstanden und akzeptiert auch wenn manche verwundert waren, warum wir Nein gesagt haben, da viele anscheinend mit den Leuten Selfies machen. Auch das Zeigen eines Ausweises hat uns nicht überzeugt.

Ein kleines Highlight der Tage in Delhi war, als wir auf der Suche nach Seife für unsere Kleidung waren, wir wurden fündig und der Besitzer des Ladens schenkte uns die Seife. Wir waren etwas verwundert im ersten Moment und waren dann sehr freudig und positiv überrascht. Hierzu passen auch wieder die Worte des neuen Freundes, dass es eine Freude ist, dass wir Indien besuchen, dabei ist es für mich, viel mehr von Bedeutung, dass wir so willkommen sind und wir dankbar dafür sind.

Ich denke, dass Inder besonders in Regionen, die beliebt bei Touristen sind, es gewohnt sind, dass viele Touristen kommen und gehen, häufig leben sie auch vom Tourismus. Doch in Delhi hatte ich nicht das Gefühl, dass sie uns willkommen heißen, weil wir Touristen sind, sondern weil wir Interessten an deren Kultur und dem Land sind, welches sie uns zeigen wollen.

Unsere ersten Tage in Indien, Delhi, waren sehr schön und ein perfekter Einstieg in die folgenden sieben Wochen in Indien. Man kann das Flair einer Stadt spüren bei einem kurzen Besuch, aber ich denke, dass es sich lohnt für einen längeren Zeitraum zu kommen um das Leben und den Puls der Stadt zu fühlen und aufzunehmen. Es ist schön, wenn man Orte findet, an die man zurück kehren möchte um sie besser kennen zu lernen und man sich vorstellen kann, dort eine gewisse Zeit zu verbringen.

Ein Gedanke zu „Neues Land, neue Eindrücke – Indien Part 1

  1. Hans-Jörg Hussong

    Hallo,
    ich freue mich über Deinen Bericht über Indien und bin gespannt, wie es weitergeht.
    Ich selbst bin vor 36 Jahren ganz gegen meinen Willen und mit allen Vorurteilen im Kopf zum ersten Mal nach Indien gekommen.
    Delhi war auch meine erste Station damals und hat mich schon am ersten Tag absolut verzaubert. Inzwischen habe ich rund 80 weitere Reisen nach Indien hinter mir und bin immer noch begeistert.
    Weniger von Delhi, denn ich habe viel spannendere Orte in Indien kennengelernt. Meine Lieblingsstadt ist Calcutta oder wie sie heute heißt Kolkata. Wenn Du Gelegenheit hast, solltest Du sie unbedingt besuchen.
    Ich habe auch gerade einen Blog über meinen letzten Besuch dort veröffentlicht. Schau doch mal rein, wenn Du Lust hast: https://www.hussongsindien.de/2017/04/21/endlich-wieder-in-calcutta-oder-kolkata-wie-meine-lieblingsstadt-heute-hei%C3%9Ft/

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