Wohnungslos und frei?

Nun ist es soweit: Seit einer Woche besitzen wir keine Wohnung mehr, keine Möbel und nur noch das, was wir tragen können. Wir haben es tatsächlich geschafft, alles in einer großen Kiste zu verstauen. EINE! KISTE!

Alltagsgewusel

Auch einer festen Arbeit gehen wir ab jetzt nicht mehr nach.

Wie fühlt sich das eigentlich an?
Ich bin momentan noch etwas „Gefühlsarm“. Es fühlt sich noch wie ein verlängertes Wochenende an, das man bei der Schwiegermama verbringt. Wie Urlaub auf Zeit. Ich denke, ich kann es noch gar nicht richtig fassen, dass wir nun kurz vor unserer Reise stehen. Hier, bei der Schwiegermama, fühlt sich ja auch alles noch heimisch an und wir sind umgeben von Dingen, die vorher unseren Wohnungsalltag bestückt haben.
Das Wetter war natürlich in den ersten Tagen wie ein Segen und so lagen wir bratend in der Mittagssonne im Garten. Haben hier und da noch ein paar Anträge oder Unterlagen weggeschickt und es uns richtig gut gehen lassen. Die Abschiedsparty mit den Freunden ist geplant, die Sommerschuhe gekauft und der Rucksack im Anschlag. Doch nun schlägt das Wetter plötzlich um. Es gibt nicht viel zu tun und ich fühle mich etwas ungebraucht. Schlafe viel, daddel viel zu viel mit dem Abhängigkeitsgerät herum und fühle mich leer.
Ich kann die Treffen mit meiner Familie und meinen Freunden nun noch an meinen Händen abzählen und mir wird bewusst, wie wenig Zeit bleibt.
Vielleicht wäre es etwas anderes, wenn wir wirklich einen Zeitrahmen hätten. Ich könnte Dinge sagen, wie „Bis nächstes Jahr!“
Aber das haben wir absichtlich nicht so gemacht. Wir wollen frei reisen.
Auch, wohin wir nach Thailand reisen, ist noch unbekannt. Immer noch. Und ich habe auch überhaupt keine Intention das zu ändern. Ich habe wirklich Schwierigkeiten, mich hinzusetzen und mir einen Weg auszumalen, für den ich noch gar keine Tusche habe, da ich mich doch von dem Wind treiben lassen möchte. Vermutlich werden wir ein billiges Ticket nach Kambodscha buchen und dann spontan entscheiden, ob wir diese Fahrt antreten oder das Ticket verfallen lassen und in die andere Richtung reisen.

Wir haben uns nun doch für einige Impfungen (Tollwut, Gelbfieber und Hepatitis) entschieden und so rennen wir von Arzt zu Arzt und von 70- Euro-Impfung zu 70- Euro-Impfung (meine Güte, ist das teuer – wir hoffen, die Krankenkasse gibt uns etwas davon zurück). Zuerst wollten wir uns nicht extra Impfen, doch viele redeten uns ins Gewissen und nach einigen Recherchen wurde uns auch klar, dass wir in einige Länder ohne gewissen Impfung gar nicht einreisen dürfen.
Die erste Tollwutimpfung tat uns beiden nicht sehr gut. Der Mann war abends sehr erschöpft und müde, ich dann am nächsten Morgen mit dröhnendem Kopf und unendlich emotional. Nach einigen Tränen, die mir kamen, weil mir bewusst wurde, dass wir unsere Abschiedsparty nun doch nicht wie geplant an dem vorgesehenen Ort stattfinden lassen können, musste ich zurück ins Bett und weiter schlafen. Zwei Stunden später ging es dann einigermaßen und ich konnte mich wieder fokussieren.

Ich habe nicht das Gefühl, dass uns nur noch wenige Tage bleiben. Ich denke oft an die Zeit, wie es sein wird, wenn wir wieder zurück in Deutschland sind. Ich stelle mir gern vor, dass ich dann in einem Bauwagen wohnen möchte, kann mir aber auch vorstellen, dass es mich nach einer festen Wohnung sehnt, so nach dem langen Reisen.

Auf unserem Blog könnt ihr noch weitere, verschiedene Themen verfolgen. Wir lassen uns gern von Euren Reisevorschlägen inspirieren…

Femke (nun doch wieder ich 😉 )

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