Wir sind in Thailand!

Ein sonniges Hallo von Koh Chang, Thailand! Wir sind nun seit acht Tagen auf Reisen und seit Sonntag endlich – nach dem anstrengenden Bangkok – in einem Paradies angekommen!
Doch lass mich vorne beginnen.

Nach dem herzzerreißenden Abschied von Freunden und Familie waren wir ein bisschen in Deutschland unterwegs. Wir sind dabei in Berlin gelandet und haben gedacht, es ist klug, direkt dort das Visum für Indonesien zu beantragen. Schien uns praktisch und schnell. Da wir ein paar Tage später dann weiter nach Siegen fahren wollten, sicherte uns die Botschaft die rechtzeitige Zusendung unserer Reisepässe zu und wir fuhren weg aus der Hauptstadt. Ein komisches Gefühl hatten wir jedoch, so kurz vor der Reise, die Pässe nicht bei uns zu haben- und es hat uns nicht getäuscht. Am Montag (also 10 Tage vor unserer Reise) rief Finn bei der Botschaft an und hat erfahren, dass eine Zustellung zu Freitag nicht möglich wäre, da Indonesien Feiertage hätte und niemand an die Pässe käme. Jeden Tag riefen wir wieder an und erreichten immer einen armen Kerl, der für die Rezeption zuständig war und uns nicht helfen konnte. Was haben wir geschimpft! Und die Tage wurden immer weniger. Am Freitag kam ein Rückruf: Wir können am Montag die Pässe abholen! Haha!

Ich bin also am Sonntag kurzerhand alleine nach Berlin geflogen, habe Montag die Pässe geholt und konnte am Abend zurückfliegen. Was eine knappe Story!!! Die Freude war wirklich überragend und wir konnten es kaum glauben, am nächsten Tag los zufliegen. Am Dienstag sind wir sehr entspannt gegen Nachmittag von Bergisch Gladbach nach Köln gefahren und haben uns dort ganz gemütlich von unserer tollen Freundin Jina verabschiedet. Ansonsten war es leider niemandem möglich zum Flughafen zu kommen und somit hat sie alle Freunde und die ganze Familie in sich vereint. Hui – das war wirklich schön! Da wir Best-Class-Flüge hatten (die wir uns dank gesammelter Meilen leisten konnten), durften wir im Lounge-Bereich der Lufthansa bis zum Flug warten und uns dort umsonst nochmal durchfuttern.

Ab in den Flieger

Dann ginge es direkt los in den Flieger- und was soll ich sagen? Es war ein Luxus, diese Beinfreiheit hat uns den Flug erträglicher gemacht. Ich fliege leider nicht sehr gern, da ich es sehr anstrengen finde, so lange an einem Fleck zu sitzen. Aber nach elf Stunden Flug kamen wir im stickig, warmen Bangkok an! Um Geld zu sparen, sind wir mit der Bahn direkt vom Flughafen zum Hotel gefahren. Das Zimmer war wirklich in Ordnung und hatte ein sehr, sehr bequemes Bett! Dies nutzten wir auch erstmal ausgiebig. Wir schliefen, aßen was Kleines, und schliefen und schliefen und schliefen. Ich glaube, wir haben bestimmt 16 Stunden geratzt.

Ich muss ehrlich gestehen, ich bin kein Fan von Bangkok! Vor zwei Jahren fand ich es schon erschütternd – der Müll, der Geruch (nein, der GESTANK) und die niemals endende Lautstärke. Letztes Jahr sind wir auf Phuket gelandet und von da aus dann auf die Inseln. Dieses Jahr war es für unser Ziel am sinnvollsten, wieder in Bangkok zu landen,  und es hat mich wieder erschlagen. Wir sind dieses Mal nicht einmal TukTuk oder unnötig Taxi gefahren, sondern haben immer versucht zu Fuß oder mit der öffentlichen Bahn „Airlink“ an unsere Ziele zu kommen. Das würde ich auch immer allen empfehlen. Wir sind dadurch an der „Wildtierfütterung“ der Hörnchen und der Chulalongkorn- University vorbeigekommen. Wir saßen da, tranken Ice-Chocolate und haben jungen Studenten beim Sport zugesehen. Es war wunderbar. Von da aus ging es in den Lumpinipark und wir trafen viele Warane, Schildkröten, ganz schön biegsame Menschen und Männer, auf denen Tauben sitzen.


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Um kurz vor 18 Uhr machten wir uns auf den Rückweg, laute Musik erklang und um Punkt 18 Uhr sagte ein mir sehr nah stehender Mann „Stopp!“. Wir stoppten unseren Weg und blieben stehen und was soll ich sagen? Der ganze Park, mit bestimmt über 300 Menschen in unmittelbarer Nähe, blieb stehen. Niemand ging einen Schritt weiter. Nachdem die Hymne für den König beendet war gingen alle wieder ihres Weges. Es war magisch!

Am Samstag fuhren wir zum Terminal 21 (ein riesiges Kaufhaus) aßen sehr gutes, vegetarisches Essen und fuhren abends zum Chatuchak Nachtmarkt. Hier waren wir bereits vor zwei Jahren. Was eine Menschenmenge, die sich da von Stand zu Stand geschoben hat.
Sonntag ging es für uns dann recht früh zum Busbahnhof, wo wir einen Bus buchten, der uns zur Fähre nach Koh Chang bringen sollte. Hier ein kleiner Tipp: Bucht es vor Ort und geht auf volles Risiko, einen Platz zu bekommen. Es ist so viel günstiger und wir haben somit statt 860 Thailändische Baht (ca. 22 Euro) nur 360 Baht gezahlt (ca.9 Euro)!
Die Toilette im Bus lässt sich mir noch immer die Armhaare aufstellen, aber was soll’s. Vom Bus ging es in ein Taxi, welches uns zur Fähre brachte und dann rüber nach Koh Chang (Chang bedeutet Elefant, also Elefanten-Insel. Der Name rührt von der Inselform, die dem Elefanten wohl ähnlich sehen soll). Die Fährfahrt dauerte ca. 20 Minuten und war sehr entspannt. Vom Anleger nochmal in ein Taxi (welche übrigens auf Inseln oft aus Trucks mit Ladefläche bestehen). Nach insgesamt 7 Stunden kamen wir in unserem „Boonya Resort“ völlig erschöpft und doch glücklich an.

Echter Dschungel

Dieses kleine, liebevolle Resort hat es uns direkt angetan. Unser Bungalow ist super gemütlich und bietet viel Platz für uns zwei. Manuel, der deutschsprachige Besitzer, erzählte uns direkt einiges zu der Insel, den Stränden und den Menschen. Wusstet ihr, dass Koh Chang zu den größten Inseln Thailands gehört und trotzdem nur zu 10 Prozent bebaut ist? Der Rest besteht aus so richtig, echtem Dschungel. Mit Affen, Taranteln und Schlangen. Das merkt man natürlich sofort an der Luftfeuchtigkeit. Wir haben hier 90 Prozent! Richtig trocken ist man also eigentlich nie! 😉

Nach einer echt schlechten Nacht für uns (mal war es uns zu warm, dann zu heiß, dann zu hart, dann zu weich, dann zu lauter Regen…) haben wir direkt 5 Minuten vom Bungalow den Strand aufgesucht, gut gefrühstückt und sind dann schwimmen gegangen. Das Meer hatte zu diesem Zeitpunkt Ebbe und war wärmer als die Luft. Trotzdem tat es unglaublich gut und ich hatte das Gefühl, endlich die Reise richtig zu fühlen. So habe ich es mir vorgestellt: Meer, eine tolle, vom Tourismus noch nicht zerstörte, ruhige Insel und die Freiheit im Kopf, nicht sofort die nächsten Sachen machen zu müssen, weil mir nur eine begrenzte Zeit an diesem Ort vergönnt sei. Nach viel Pool-Action bei uns im Resort und einem spannenden Kartenspiel sind wir nochmal ans Meer um dort unsere Drohne fliegen zu lassen.

Als wir da saßen und uns den Sonnenuntergang angesehen haben, kam ein englisch sprechender Mann zu uns und fragte, ob wir „Prawns“ mögen würden. Als ich nicht direkt verstand, was er meinte, sprang er doch tatsächlich mit voller Kleidung, inklusiven Schuhen, vom Felsen ins Meer und tauchte ab. Am Messer hängend zeigte er dann eine Riesen-Garnele hoch. Ich schüttelte energisch den Kopf und war ganz schockiert. Die Wellen schlugen immer an den Felsen und ich hatte den Eindruck, dass der Mann auch nicht ganz nüchtern gewesen war. Immer und immer wieder taucht er ab, schmiss die bereits getötete Garnele weit weg von sich, tauchte wieder ab und spießte die nächste auf sein Messer. Scheinbar ein talentierter Garnelen-Spießer und trotzdem hat es mich wirklich traurig gemacht. Ich fand es wirklich sinnfrei, für uns zu töten, wo wir die doch wirklich gar nicht essen wollten.

Am Dienstag waren wir bei uns im Resort und haben im Pool geplanscht und abends über „Gott und die Welt“ geredet. Die letzten Tage war nun richtig gutes Wetter und wir sind mit einem ausgeliehenen Roller ein bisschen die Insel entlang gefahren. Immer wieder haben wir nach Affen Ausschau gehalten- und wurden auch nicht enttäuscht!

So, viel also zu unseren ersten Tagen unserer Reise. Wenn ihr Themenwünsche habt, lasst es uns wissen 🙂

Femke

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