Bali, Reisfelder, Ubud, Alltagsgewusel, Weltreise

Bali und Malysia- der Rückblick

Moin moin ihr lieben Alle!

Wow… wie fängt man nun wieder an? Das letzte Mal schrieben wir aus Bali, als die mediale Welt den Ausbruch des Agung Vulkans ankündigte (übrigens ist er noch immer nicht ausgebrochen!). Davor schrieben wir aus Lombok und nun sind wir bereits seit 115 Tagen unterwegs, also knapp 4 Monate und sitzen jetzt in Malaysia.

115 Tage sind irgendwie inzwischen auch schon recht lange und ich kann berichten: der neue Alltag hat sich eingelebt. Wir haben nicht mehr das Gefühl, im Urlaub zu sein. Es ist bei uns angekommen, dass das nun erst mal unser Leben ist. Um wieder reinzukommen, kremple ich den Strumpf mal von hinten auf, damit keine Reiselücke entsteht.

Nachdem wir Lombok verlassen haben, ging es für Finn und mich nach Ubud auf Bali. Hier mieteten wir uns zunächst in einer Unterkunft ein, in der wir letztendlich nicht geschlafen haben. Das ganze Zimmer war feucht und roch richtig schimmelig. Wir ließen also erst mal unsere Sachen dort und gingen etwas essen. Als wir wieder kamen erzähle ich den Besitzern ich wäre schwanger (hihi) und sagte, mir ginge es in dem Zimmerklima nicht gut. Tolle Idee oder? Einer (Schein-) Schwangeren nimmt man so etwas ja nicht übel.

Wir übernachteten daraufhin in einer kleinen süßen Unterkunft, wechselten aber nach einigen Nächten nochmals, um auch einen Pool nutzen zu können. Ubud liegt ja mitten in den Reisfeldern. Wenn da dann mal die Sonne scheint, kann es einem schon mal ganz schön runterlaufen!
In Norddeutschland ja eher selten ;P

Aber die Stadt hat es mir angetan. Ubud hat so seinen ganz eigenen Charme. Die Straßen bestehen aus so viel Kunst, überall liegen Blumen und Opferschalen aus Blättern. Hier wird, anders als auf Lombok, der Hinduismus praktiziert und ich muss sagen, dass ich es als sehr angenehm empfand. Statt immer auf großen Profit aus zu sein, sind die Menschen sehr, sehr nett und hilfsbereit gewesen. Hier lebt man nach Karma. Wer Gutes gibt, empfängt auch Gutes. Das war schön, mitzuerleben!

Nach circa zwei Wochen reisten wir mit unseren Freunden Vanessa und Ole, die zu dem Zeitpunkt auch auf einer viermonatigen Reise waren, weiter. Es ging von Ubud nach Munduk und nach einer schrecklichen Nacht direkt weiter nach Lovina. Hier hatten wir echt ein bisschen Glück auf unserer Seite. Wir bekamen zu viert sehr günstig eine rieeeeeesen Villa mit Dachterrasse, Pool und drei Schlafzimmern. Hier zahlten wir tatsächlich nur 40 Euro pro Nacht! Zu Viert! Das tat richtig gut und wir genossen es, ganz allein ein riesigen Garten für uns zu haben, morgens frische Maracujas von den Büschen zu pflücken und zum Frühstück zu verspeisen.
Hier wären wir gerne länger geblieben, doch leider verlängerten wir erst zu spät, so dass die nächsten Mieter schon in den Startlöchern standen und wir weiterziehen mussten.

Nach Lovina ging es für uns nach Medewi zum Surfen. Hier haben wir vier Tage lange am Blog gearbeitet und Ole war viel Surfen. Nach den vier Tagen arbeiten sind wir weiter nach Canggu gereist. Einer Stadt direkt am Meer. Hier ist es sehr, sehr westlich. Viele Australier machen hier Urlaub, viele surfen und leben ein ziemliches Instagram-Leben (ihr wisst hoffentlich was ich meine). Mich steckte es an. Statt immer ungestylt und ungeschminkt raus zu gehen, hatte ich plötzlich (wieder) den Anspruch an mich, meine Wimpern zu tuschen und coole Accessoires zu tragen- was für ein Schwachsinn eigentlich!

Hier in Canggu kam dann auch die Nachricht mit dem Vulkan Agung. Zu dem Zeitpunkt spürten wir in der 60 km entfernten Stadt wirklich nichts und waren gespannt, wie es sich in Ubud anfühlen würde. Da unsere neu zugesendeten Kreditkarten von Freunden mit nach Thailand genommen wurden und von da aus nach Ubud geschickt wurden, war klar, dass wir uns dem Vulkan nähern müssten. Nach insgesamt drei Wochen trennten wir uns wieder von unseren Freunden Vanessa und Ole und zogen weiter – zurück nach Ubud.
Dort angekommen spürte ich mein erstes Erdbeben. Es war nur eine Sekunde und doch ging mein Adrenalin in die Höhe. Zu dem Zeitpunkt lag ich im Bett. Finn, der vorne auf dem Balkon saß, spürte nichts. Auf den Straßen wurden viele Spenden von jungen Musikern für die Bewohner um den Vulkan gesammelt aber sonst war wirklich alles wie auch vorher schon in Ubud. Ich genoss es nochmal so richtig hier zu sein.

Nach insgesamt zwei Monaten Indonesien mussten wir dann aber leider weiter. Unser Visum lief aus und wir hatten Lust ein anderes Land kennenzulernen. Es ging für uns nach Malaysia!

Was eine Umstellung, denn wir kamen in der Großstadt Kuala Lumpur an.
Ich verstehe gar nicht wieso ich in Deutschland bisher so wenig von dieser Stadt gehört habe. Hier war es sehr westlich, aufgeräumt und super strukturiert. Wir kamen immer ohne Probleme von A nach B und hatten ordentlich Spaß in den verschiedenen Malls. Wir besuchten Chinatown und sogar eine kleine Boulderhalle. Dieses Hobby haben wir aus der letzten Woche in Deutschland für uns entdeckt. Dort in Siegen, gingen wir „damals“ noch mit Finns Cousine und ihrem Freund in eine Halle. Das tat richtig gut und wir halten seitdem immer die Augen auf!

Da ich in Großstädten meine Arme immer praktisch an die Rucksäcke und Taschen festketten möchte, damit uns ja nichts geklaut wird, laufe ich dementsprechend gern (oder ungern) mal sehr unentspannt durch die Straßen. Doch bei einer Taxifahrt wurde ich eines besseren belehrt. Der Taxifahrer nannte uns die Vorzüge von Malaysia. Er sagte, dass nirgends auf der Welt eine Stadt so tolerant wie in Kuala Lumpur sei. Hier sind alle großen Weltreligionen nebeneinander. Hier ist eine Moschee neben einer christlichen Kirche und niemand verurteilt jemand anderes. Die einen trinken Alkohol, die anderen eben nicht. Solange Du niemandem etwas tust oder etwas zerstörst, lassen Dich alle in Frieden leben. Es ist egal welche Hautfarbe du trägst oder welche Sprache Du sprichst.

Nach diesem Statement war ich etwas ruhiger, etwas entspannter. Und ich habe es genau so erlebt! Anders als auf Lombok, konnte ich hier immer einfach eine kurze Hose und auch „nur“ ein Top tragen, ohne missbilligende oder lüsterne Blicke zu kassieren.

Was aber mega anstrengend war: die Höhe der Häuser. Wir lebten im 32. Stockwerk und ich hatte immer das Gefühl, als würde ich auf einem Schiff stehen. Es schwummerte mir wirklich häufig!
Nach Kuala Lumpur ging es für uns mit dem Bus nach Pangkor. Eine kleine Insel an der Westküste. Hier hatten wir leider ein Zimmer ohne Fenster gebucht- das war wirklich verwirrend und es war wirklich seltsam aufzuwachen und nicht zu wissen, ob es Tag oder noch Nacht ist.
Hier mussten wir leider irgendwann wieder schnell weg, denn hier haben wir unse

re ersten richtig schlechten Erfahrungen machen müssen. An dem einen Tag sehen wir, wie ein Mann seinen kleinen Hund schlägt, an dem anderen sind wir die ersten an einem Unfallort. Auf unseren sozialen Medien haben wir darüber schon viel berichtet. Bei der Sache mit dem Hund habe ich intuitiv gehandelt. Ich habe geschrien und sofort geweint. Der Besitzer hörte vor Schreck auf zu schlagen. Aber mehr konnten wir nicht tun… Bis heute beschäftigt mich die Geschichte noch sehr. Was hätte ich anders machen können? Den Hund hätte ich aber ja nicht mitnehmen können… Hachja..

Und der Unfall war noch viel schlimmer. Leider ist es in Asien gang und gäbe, dass die Einheimischen beim Motorrollerfahren meist keinen Helm tragen. Oft sehen wir aber folgendes Phänomen: Beide Eltern tragen einen Helm, ihr Säugling oder Kleinkind jedoch nicht. Bei dem Unfall passierte natürlich das Schlimmste. Eine Mutter fiel mit ihrem Kind gemeinsam mit dem Motorroller auf der rutschigen Fahrbahn hin und das Kind landete auf seinem Kopf. Das geschah genau vor uns und wir waren die ersten, die dort waren.

Während Finn die Straße absicherte, half ich der Frau den Motorroller aufzuheben. Sie holte ihr Kind hervor. Beide schrien und das Kind blutete sehr stark. Bereits wenige Sekunden später trafen Einheimische ein und ehe ich mich versah, saß die Mutter mit dem Kind auf dem nächsten Roller und brauste davon. Ob das Kind überlebt hat? Wir wissen es nicht, doch die Schwellung am Kopf lässt uns zweifeln. Warum ich das nun schon wieder irgendwo niederschreibe? Es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen. Für uns war ab sofort klar, dass wir gerne etwas tun würden, um Kindern Helme zu schenken. Momentan arbeiten wir auch sehr hart daran und schon bald werdet ihr mehr dazu erfahren.

Uns ging es also, natürlich, nach diesem Erlebnis ziemlich schlecht und so reisten wir weiter nach Penang. Dies ist ebenfalls eine kleine Insel, jedoch hat diese Insel auch die ein- oder andere Mall zu bieten und dabei noch den paradiesischen Strand vor der Tür. Hier gefiel es uns eigentlich ziemlich gut. Leider mieteten wir hier ein Zimmer in einer Wohnung, die wir uns mit anderen teilten. Das war uns vorher nicht bewusst und manchmal hätten wir uns gern etwas mehr Zweisamkeit gewünscht um Geschehenes zu verarbeiten.

Nach einer Woche ging es von Penang weiter nach Langkawi. Von hier aus schreibe ich nun also auch. Wir verlängerten direkt nochmal um zehn Tage, sodass wir insgesamt nun 17 Tage hier verbringen. Einige Tage haben wir nun schon hinter uns und ich kann nur so viel sagen: Langkawi lohnt sich sehr! Der Strand ist wunderschön, das Wetter (zu) heiß und es gibt einiges zu erleben. Vor einigen Tagen fuhren wir mit der Cablebahn hoch auf 831 Meter und gönnten uns den Blick über die Insel.

Unsere Wohnung befindet sich mitten in einem Dorf der Einheimischen. Das ist genau das, was wir schon die ganze Zeit über suchten. Den Kontakt zu den Locals. An einem Tag brauchten wir zum kochen Eier. Da hier dauerhaft Hühner um uns herumlaufen ging ich also zu einer Nachbarin und fragte danach. Sie schenkte mir direkt drei Stück und ich gab ihr dafür am Ende die übergebliebenen Gemüsefrikadellen ab, die sie direkt mit den Kindern zusammen aße Das war so schön anzusehen. Jeden Tag werden wir von den drei Katzen hier begrüßt und gekuschelt und so wird das Heimweh zu unseren beiden Katzen auch manchmal gestillt.

Nun! Das war ein wirklich schneller Überblick der letzten Wochen und Monate. Wir hoffen, der Text liest sich nicht ganz so wirr, wie ich denke!
Auf Youtube findet ihr ein paar Videoeindrücke von unserer Reise. abonniert gerne unseren Channel!
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