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Vulkan Agung

Bali: Der Vulkan Agung steht vor dem Ausbruch

Moin aus Bali!

Ja, ihr lest richtig. Wir befinden uns momentan auf Bali, wo gerade der Agung Vulkan kurz vor dem Ausbruch steht und bereits 14.000 Menschen in Sicherheit gebracht wurden.

Dies ist nun ein kurz eingeschobener Bericht, der nun leider nicht den genauen Reiseverlauf reflektiert. Auf den im Text genannten Netzwerken könnt ihr immer aktuell dabei sein.

Vielleicht kennt ihr das oben angezeigte Bild bereits von unserem Instagram oder Facebookprofil. Als wir das Foto machten, saßen wir gemütlich am Strand von Lombok und bestaunten den wunderschönen Sonnenuntergang, der hinter dem riesigen Vulkan verschwand. Gerade habe ich mir das Bild nochmal angesehen und konnte mich in das Gefühl zurückversetzten. Auch wenn Lombok mir nicht gefallen hat, fand ich den Ausblick auf Bali wunderschön. Der Agung war den ganzen Tag nicht zu sehen und nur mit den letzten Sonnenstrahlen kam er zum Vorschein. Das hatte jeden Abend, an dem wir uns den Sonnenuntergang angesehen haben, etwas Magisches.
Nun soll das Magische aber gefährlich werden. Werden wir, hier in Canggu (ca. 70 Kilometer entfernt) etwas davon mitbekommen? Gerade habe ich gelesen, dass er scheinbar die nächsten Tage wirklich ausbrechen soll. Wie ist mein Gefühl dabei? Bisher war ich sehr entspannt, habe es ehrlich gesagt etwas verdrängt, abends ab und an mal die News gecheckt, wie die Chancen eines Ausbruches stehen. Gerade eben aber bekam ich viele Nachrichten von Freunden und auch die Medien, die lokalen Nachrichten, sind vollgepackt. Ist es so ernst?
Ich war doch eben auf einem Skateboard- Event und trank ein Bier. Wie kann es sein, dass auf der gleichen Insel, nur wenige Kilometer entfernt Angst und Schrecken herrschen?

Werde ich bei einem Ausbruch die Auswirkungen mitbekommen?

Bereits letztes Jahr waren der Manne und ich in Phuket, kurz nachdem der Anschlag passierte und auch das Jahr davor waren wir gerade einen Tag aus Bangkok raus, als dort ein Anschlag verübt wurde. Nie hat man, nur wenige Kilometer davon entfernt, etwas als Tourist mitbekommen. Wird es nun anders sein?
Ganz wahrscheinlich wird es sich auf unseren Flug, der für den 30. September nach Jakarta geplant ist, auswirken. Übermorgen werden wir nach Ubud fahren, um dort endlich unsere nachgesendeten Kreditkarten abzuholen. (Die ganze Story gibt es auf unserem Blog zu lesen, der momentan bearbeitet wird.)

Hier noch einige Details zum heiligen Berg Agung:

Der Mount Agung ist ein aktiver Schichtvulkan und der höchste Berg der Insel mit 3142 Metern.
Der Vulkan ist zuletzt 1963 ausgebrochen, hierbei kamen ca. 1100 Menschen ums Leben und die Eruptionen dauerten über sechs Monate an. Es waren viele Einheimische, die ihre Dörfer nicht verlassen wollten. Der Vulkan gilt als heilig. Es heißt, die Geister der Ahnen, sowie die hinduistische Gottheit Shiva sind auf ihm zu Hause. Der Legende nach wird der Agung als Zentrum der Welt gesehen. Er entstand aus einem Splitter des Berges Meru (ein Berg aus dem Mittelpunkt des Universums), den ein hinduistischer Gott namens Pasupati zerteilte.
Es gibt unzählige heilige Schreine, Altäre, mehrere Heiligtümer und den wichtigsten Tempel (Pura Besakih) der Hindus auf Bali am Hang des Berges. An diesen heiligen Stellen werden die Ahnen sowie die Götter des Berges verehrt. In religiösen Zeremonien wird heiliges Wasser mit Palmenblättern vom Berg aufgefangen und Pilger werden mit diesem Wasser beträufelt.

Wenn der Agung ausbricht, wird sich hier einiges verändern – auch für uns. Lasst uns alle die Daumen drücken, dass alle Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und dass auch die vielen Tiere sich in Sicherheit bringen können.

Bis Bald,
Euer Finn und eure Femke

Bali Update (26.09.2017):

Ein kleines Update zum Vulkan!

Es wurde die höchste Warnstufe ausgesprochen und die Sperrzone wurde auf 12km um den Vulkan angepasst.

Wir sind jetzt seit gestern zurück in Ubud, wieder etwas dichter am Agung, aber immer noch weit genug weg (ca. 40 km). Auch hier ist alles wie vor 2 Wochen, seit gestern sind nichtmal mehr Erdbeben zu spüren. Das einzige was sich hier verändert hat sind die vielen Indonesier, die spenden für die Menschen aus den Evakuierungsgebieten sammeln. Ubud gilt als sicheres Gebiet, viele der geflüchteten Menschen sind nun hier in Ubud untergekommen. Oder sie wurden in Not-Quartiere gebracht, die in Schulen, Sporthallen und auf dem offenen Feld eingerichtet werden.
Ca. 60000 einheimische weigern sich noch ihr Zuhause zu verlassen, aus Angst Ihr komplettes Hab und Gut zu verlieren oder das der hart erarbeitete Besitz gestohlen wird.

Die bevorstehende Eruption führt zu großen Sorgen und vielen Gerüchten: Es kursieren mittlerweile sämtliche Bilder, die einen vermeintlichen Vulkanausbruch hier auf Bali zeigen. Hierbei handelt es sich aber um Fälschungen!

Der Vulkan ist noch nicht ausgebrochen!! Es handelt sich vermutlich um Bilder von anderen Vulkanen.

Wir bekommen hier und über Facebook sowie Instagram häufig fragen von besorgten Leuten die noch nicht hier sind aber eigentlich in den nächsten Tagen ihren Flug nach Bali haben oder die verwandte hier haben.

Wir können euch leider nicht den absoluten Rat geben! Wir können leider auch nicht sagen wie schlimm es wird! Durch die vielen Panik-Nachrichten werden wir natürlich verunsichert.
Aber wir sind hier vor Ort und können die Situation auch nur am Ist-Zustand messen. Und das vermitteln was wir spüren und was uns hier vor Ort von einheimischen erzählt wird.

Das Leben hier in Ubud geht seinen gewohnten Weg.

Die Bauern bewirtschaften ihre Felder wie zuvor.
Alltagsgewusel, Bali/ Indonesien

Der Ubud Markt ist voller toller Souvenirs und es ist die gleiche Stimmung unter den einheimischen Verkäufern wie zuvor.


Die Kinder lassen ihre Drachen auf dem Fussballfeld steigen.Alltagsgewusel, Indonesien, Drachen steigen lassen

Keiner hier vermittelt uns das Gefühl von Angst und Panik.

Die Panik und die Angst kommt von außerhalb, durch einige Medien die den bevorstehenden Vulkanausbruch jetzt schon als unglaublich dramatisch darstellen.
Alles ist voll mit Panikmache.

Uns tun die vielen Tiere leid, die nicht evakuiert werden können und die einheimischen die vermutlich ihr Zuhause verlieren werden. Gerade das Gebiet um den Vulkan zählt zu den ärmeren Bereichen hier auf Bali.

Wichtig ist einfach:

Für alle die auf Bali sind:
Haltet euch an die Sperrzone von 12km und an die vorgaben der einheimischen und der Regierung.
Auch das auswärtige Amt rät auf die indonesischen Behörden zu hören.
Wenn es zum Ausbruch kommt und der Flughafen aufgrund der Aschewolke geschlossen werden sollte, haben die indonesischen Behörden bereits einige Ausweichflughäfen bestimmt (z.B. auf der Nachbarinsel Lombok).

Für alle die in Deutschland sind und sich Sorgen machen:
Macht euch nicht zu viel Sorgen, hier auf Bali ist vermutlich weniger von all dem wie es in den Medien breitgetreten wird zu spüren.
Vertraut auf eure Verwandten, Kinder, Freunde und auf die indonesischen Behörden.

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